ausl5.jpg
Start Kultur in Österreich

Eisenstadt

Beitragsseiten
Eisenstadt
Sehenswürdigkeiten
Haydn Haus
Bergkirche und Kalvarienberg
Jüdisches Viertel und Friedhof
Das Schloss Esterházy
Der Schlosspark
Alle Seiten

Schloss EsterházyDie Hauptstadt des kleinsten und jüngsten Bundeslandes (Burgenland) Österreichs liegt am Fuße des Leithagebirges und kann auf eine prunkvolle Vergangenheit zurückblicken. Von den Esterházys als Residenzstadt erwählt, war sie lange Zeit der Kulturmittelpunkt der Region. Haydn schrieb hier seine schönsten Werke und noch heute zeichnet die Stadt ein ganz besonderes Flair aus. Ein Besuch ist allen Burgenlandurlaubern und vor allem Kulturfreunden auf das Wärmste empfohlen.

Geschichte

EisenstadtDie Gegend um Eisenstadt war schon in vorgeschichtlicher Zeit, der Burgstallberg wahrscheinlich bereits in der Hallstattzeit besiedelt. Kelten folgten und die einstige Römersiedlung lag in der Nähe der heutigen Kaserne und scheint eine beachtliche Ausdehnung gehabt zu haben. Während der Völkerwanderungen zogen verschiedene germanische Stämme wie auch die Hunnen durch dieses Gebiet. Nach den Awaren begann um 800 die bajuwarische Besiedlung. 1118 scheint eine Siedlung als „castrum ferreum“ zum ersten Mal in den Annalen auf, 1264 findet sich die erste Erwähnung in einer lateinischen Urkunde, die von einer „Capella sancti Martini de minore Mortin“ – einer Kapelle des heiligen Martin im „kleinen Martin“. Eisenstadt InnenhofWahrscheinlich bestand das Dorf damals nur aus wenigen Häusern und der kleinen Kapelle. Ende des 143. bis etwas des 14. Jahrhunderts ist Eisenstadt im Besitz der Familie Gut-Keled und wird 1296 Mortunzzabou, später Zabemortun genannt. 1371 wird Eisenstadt als Besitz der Familie Kanizsai erwähnt, die mit königlicher Erlaubnis den Ort mit einer starken Mauer befestigten und eine Burg bauten. Das scheint auch der Ursprung des Namens der Stadt zu sein: sie galt als uneinnehmbar, daher die „Eherne“ oder „Eiserne“ – Eisenstadt. 1373 erhält Eysenstadt das Stadtrecht und 1388 das Marktrecht. 1440/45 wird die Stadt an Herzog Albrecht verpfändet und der Friede von Preßburg 1491 bringt Eisenstadt fast 150 Jahre die österreichische Verwaltung, die Eisenstadtverschiedenen Adelsfamilien wechseln sich ab. 1529 und 1532 wird die Stadt von den Türken besetzt, in den folgenden Jahren werden daher die Stadtmauern verstärkt und die Bastionen bestückt. Um 1530 schließt sich die Mehrheit der Bürger dem lutherischen Glauben an, doch auch hier erfolgt 1585 die Gegenreformation. 1622 wird Eisenstadt gemeinsam mit Forchtenstein an das Haus Esterházy verpfändet, das wohl am stärksten die Entwicklung der Stadt und der Umgebung gefördert und auch geprägt hat. 1648 erkauft sich die Stadt durch geschickte Verhandlung ihres Bürgermeisters Paul Eisforth und der Bezahlung von 16.000 Gulden und der Lieferung von 3.000 Eimern Wein den Status einer königlichen Freistadt.
EisenstadtEsterházy nimmt von Wien vertriebene Juden in Eisenstadt auf, sie bilden hier eine selbständige Gemeinde, 1674 wird ein Spital gegründet und 1701 mit dem Bau der Bergkirche begonnen. Zweimal wird die Stadt von den Kuruzzen besetzt, die Pest fordert 1713 viele Todesopfer – darunter auch Fürst Paul Esterházy und nach verheerenden Bränden 1768 und 1776 muss die Stadt wieder neu aufgebaut werden. Die Fürsten Nikolaus I. und Nikolaus II. sorgen für die blühendste Epoche in der Geschichte von Eisenstadt, die jedoch 1813 durch die Geldknappheit des Fürstenhauses zu Ende ging. Durch den Bau der Bahnlinie zwischen Ödenburg und Preßburg wurde die Stadt 1897 an das Bahnnetz angeschlossen. Nach dem EisenstadtErsten Weltkrieg sollte ursprünglich Ödenburg (Sopron) die Hauptstadt des Bundeslandes werden, da sich aber dessen Bevölkerung für einen Verbleib bei Ungarn entschied, wurde der Landtag des neu gegründeten Bundeslandes nach Eisenstadt verlegt, das 1925 zum Sitz der Landesregierung und somit zur Landeshauptstadt erklärt wurde. Diese Funktion verlor die Stadt während des Nationalsozialismus: das Burgenland wurde in die Reichsgaue Niederdonau und Steiermark aufgeteilt. Die jüdischen Bürger von Eisenstadt wurden vertrieben oder flüchteten. Nach einem schweren Bombardement im Mai 1944 wird Eisenstadt 1945 von der Roten Armee eingenommen. Sitz der Landesregierung wird das Schloss Esterházy und Eisenstadt wird wieder Landeshauptstadt.



 
Österreich Buchtipps
Banner