Wien: Die Alte Donau und der Wasserpark
Nur wenige Großstädte bieten das Flair einer Weltstadt, verbunden mit jahrhundertlanger Tradition und vielfältigen Freizeit- und Erholungsmöglichkeiten. Wien ist so eine Ausnahme. Neben der „jungen Donauinsel“ bietet die Alte Donau und der Wasserpark Natur pur: ein Paradies für alle Wasserratten, Segler, Surfer und Erholungssuchende. Und das alles nur sieben U-Bahnstationen vom Stephansplatz entfernt – ein guter Grund, sich bei schönem Wetter auch nach „Transdanubien“ zu begeben.
Der Donaufluss beeinflusste die Stadt und ihre Entwicklung von ihrer Gründung an, positiv wie negativ, egal ob als Schifffahrts- und Handelsweg oder als Wahrzeichen, dem nicht nur Johann Strauß mit dem Donauwalzer „An der schönen blauen Donau“ ein weltbekanntes Denkmal setzte. Früher verzweigte sich der Fluss in viele einzelne Arme und bildete ein weites, wildes Augebiet. Verheerende Überschwemmungen, bei dem der Hauptstrom immer wieder seinen Lauf änderte sorgten immer wieder für Zerstörung
und Elend und machten den Bau von festen Brücken unmöglich, da diese immer wieder durch häufige Eisstöße im Winter zerstört wurden. Man entschloss sich daher zu einer Flussregulierung, die von 1870 – 75 durchgeführt wurde und bei der die heutige Alte Donau, damals ein Hauptarm (Floridsdorfer Arm) vom neu gegrabenen, heutigen Hauptstrom abgetrennt wurde. Die Alte Donau wurde dadurch zu einem Binnengewässer mit einer Fläche von 1,6 km2, das nur mehr durch das Grundwasser gespeist wurde. Durch das
Kraftwerk Freudenau gibt es nun einen weiteren Zufluss und das Entlastungsgerinne der Neuen Donau sorgt für einen besseren Wasseraustausch. Durch Ausbaggern, Aussetzen von Aalen und Sauerstoffzufuhr hat man heute die Algenbelastung, die Anfang der 1990er Jahre eine starke Plage darstellte und das Schwimmen beeinträchtigte gut im Griff und heute ist man auf die gute Wasserqualität sehr stolz.
Heute ist die Alte Donau in zwei Teile unterteilt, die miteinander verbunden sind. Die Obere Alte Donau erstreckt sich von der Floridsdorfer Brücke mit dem vorgelagerten Wasserpark bis zur Kagraner Brücke, die Untere Alte Donau von der Kagraner Brücke bis zur Prater Brücke und ist ein beliebtes Freizeit- und Erholungsgebiet der Wiener, in dem viele öffentliche Bäder, Beisel (Kneipen), Cafés und Restaurant – viele mit Terrassen am Wasser, aber auch Surf- und Segelschulen zu finden sind. Hier kommen alle
Wasserratten auf ihre Rechnung, genauso wie Segler oder Surfer, man kann sich Elektro-, Tret-, Ruder- und Segelboote leihen und an schönen Abenden ein Picknick auf dem Wasser genießen. Die Umgebung lädt aber auch zum Radfahren, Spazieren gehen oder einfach zum Relaxen ein.
Die Alte Donau ist das ruhigere und natürlichere Erholungsgebiet im Vergleich mit der Neuen Donau.
Die Obere Alte Donau
Sie beginnt gleich nach dem Floridsdorfer Wasserpark und wird auf der einen Seite von der Arbeiterstrandbadstrasse begrenzt. Hier befinden sich das Strandbad Alte Donau und das Bundesbad Alte Donau. Spaziergänger können von dieser Seite auch den Donaupark mit dem Donauturm besuchen – bis 1960 war das Gelände eine Mülldeponie, die nach der Sanierung in eine Parkanlage umgewandelt wurde. 1964 fand hier die Wiener
internationale Gartenschau (WIG) statt, 1985 wurde anlässlich des Besuches von Papst Johannes Paul II. Hier kann man auch bei einem Ausflug auf den Donauturm eine wunderbare Aussicht über ganz Wien genießen. Auf der anderen Seite ist der Zugang zum Angelibad auf der Straße „An der oberen Alten Donau“ gleich beim Gartenrestaurant Birner, das ein Geheimtipp der Wiener Küche ist und einen wunderschönen Gastgarten mit Terrassen am Wasser besitzt. Am Anfang und Ende dieses Arms können Sie Boote mieten und manch einer stattet Sie auch gerne mit einem Picknick-Korb aus, den Sie auf dem Wasser genießen können.
Die Untere Alte Donau
Die Untere Alte Donau ist durch das Gänsehäufel – eigentlich eine Insel, die in diesem Arm liegt, geprägt. Das Ufer ist hier nicht überall leicht zugänglich – an einem Teil führt relativ knapp die sogenannte Donauufer-Autobahn (A22) vorbei.
Trotzdem wirkt ein Großteil naturbelassener – es gibt immer wieder Holzstege, die zum Verweilen am Wasser, aber auch zum „Wildbaden“ einladen. Auch hier finden Sie einige wunderschöne Restaurants oder Cafés, die ihre Terrassen gleich beim Ufer haben. Hier beeindrucken die Skyline der Uno-City und der Hochhäuser bei Kaisermühlen, die einen interessanten Kontrast bilden.
Die Sommerbäder an der Alten Donau
Wir wollen Ihnen nun die populärsten Strandbäder – wie das Gänsehäufel, dessen Ruf Reinhard Fendrich mit seinem Hit „Strada del Sole“ und der Zeile „ I steh aufs Gänsehäufel – auf Italien pfeif i“ noch größere Bekanntheit verschaffte, vorstellen.
Das Gänsehäufel
Es ist das Paradebad der Wiener – jeder „Einheimische“ kennt zumindest den Namen, wenn er es auch vielleicht noch nie besucht hat. Der „Lido von Wien“ hat bereits eine mehr als 100jährige Geschichte, wurde das Bad doch bereits am 5. August 1907 als „Strandbad der Commune Wien“ auf der Schotterinsel in
Kaisermühlen eröffnet. Frauen und Herren waren anfangs strikt getrennt, doch wurde diese Trennung von den Wienern durch „spontane Eheschließungen“, die bereits bei der Anreise getroffen wurden, schnell unterwandert, sodass man gemeinsam ins „gemischte Familien-Bad“ gehen konnte. Die Wiener stürmten ihr Bad, das – anfangs für 666 Badegäste geplant – bald aus allen Nähten platzte. Nach der Zerstörung des Sommerbades im Zweiten Weltkrieg wurde das „Neue Gänsehäufel im Juni 1950 wieder in
Betrieb genommen: schöner, größer und eleganter als je zuvor.
Die Architekten Max Fellerer und Eugen Wörle erhielten den Naturcharakter des Bades, die Gebäude wurden in die Mitte der Insel gebaut, Strand und Baumbestand wurde natürlich belassen, das erste Wellenbecken Europas und ein 27 Meter hoher Uhrturm zählten zu den Attraktionen. 1993 hat die Badeanlage den Status eines Denkmals von historischer, künstlerischer und kultureller Bedeutung.
Hier gibt es neben dem 1 km langen Strand auf einer Gesamtfläche von 330.000 m2 in den Sommermonaten jede Menge Animation für Groß und Klein. Bis zu 30.000 Personen tummelten sich an Rekordtagen bereits in diesem Bad, das mit den öffentlichen Verkehrsmitteln (U1 Kaisermühlen)
und einem etwa 10 minütigen Fußmarsch zu erreichen ist. Von der U-Bahnstation gibt es auch einen kostenlosen Busshuttle ins Bad. Für alle, die mit dem Auto anreisen: Vor dem Bad befindet sich auch ein gebührenpflichtiger Parkplatz.
Gänsehäufel:
1220 Wien, Miossigasse 21
Weitere Informationen: www.gaensehaeufel.at
Das Angelibad
Auch das Angelibad hat eine lange Geschichte, wurde es doch bereits 1888 als Birner’sches Vier-Kreuzer-Bad gegründet, dem auch das Gasthaus Birner gehörte. Dieses Strandgasthaus existiert heute noch und zählt mit seiner schönen Terrasse und hervorragender Wiener Küche zu den Geheimtipps an der Oberen Alten Donau. Die Stadt Wien übernahm das Bad 1920 und benannte es in „Städtisches Strandbad Mühlschüttel“ um. Im Zweiten Weltkrieg zerstört wurde es nach einem Brand 1949 wieder eröffnet.
Das Bad, das an den Wasserpark anschließt, gilt mit seinem 500 Meter langem Strand nicht nur durch das geheizte Kleinkinderbecken als Kinderparadies. Neben den diversen Spielgeräten steht unter anderem ein Kinderspielplatz, eine Minigolfanlage, ein Gatschplatz (Gatsch = Matsch) und ein Piratenschiff für die kleinen Besucher zur Verfügung. Plätze für Tennis, Basketball, Fußball, und
Beachvolleyball stehen den sportlichen Gästen zur Verfügung.
Wer öffentlich unterwegs ist, nimmt die U6 bis zur Station „Neue Donau“
Angelibad
1210 Wien, An der Oberen Alten Donau, (Übergang beim Gasthaus Birner)
Webinformation Angelibad
Bundesbad Alte Donau
Hier ging es früher „militärisch“ zu – war es doch ursprünglich ein einfacher Badeplatz, der ab 1919 von Soldaten des Militärschießplatzes Kagran als Militärschwimmschule benutzt wurde.
Noch zwischen 1938 und 1945 nutzte es die deutsche Wehrmacht, bevor es nach dem Zweiten Weltkrieg das „Bundesbad Alte Donau“ wurde. An die sportliche Vergangenheit erinnert heute nur mehr der Badesteg mit seinen Querstegen, heute dient es mit seinen 61.000m2 nur mehr der Entspannung, wozu der schöne alte
Baumbestand seinen Teil beiträgt.
Bundesbad Alte Donau
1220 Wien, Arbeiterstrandbadstraße 93
Webinformation Bundesbad Alte Donau
Öffentliche Erreichbarkeit: U-Bahn: U1 bis zur Station "Alte Donau", dann 5 Minuten zu Fuß; Parkplätze für Autofahrer vorhanden, allerdings Kurzparkzone in der Arbeiterstrandbadstraße beachten
Strandbad Alte Donau
Das Bad, das zwischen dem Arbeiterstrandbad und dem Bundessportbad liegt, wurde bereits 1918 eröffnet. Im Zweiten Weltkrieg erlitten auch dieses Bad und seine Einrichtungen schwere Schäden. Anfang der 1960er Jahre wurden die Bauten des Bades neu errichtet, der alte Baumbestand, teilweise aus der Zeit vor der Donauregulierung wurden erhalten, zusätzliche Neupflanzungen angelegt.
Das Bad, heute im Besitz der Stadt Wien, besitzt einen 150m langen Strand, sowie viele sportliche Einrichtungen aber auch Kinderbecken und eine Kleinkinderrutsche. 1998 errichteten die Pioniere des österreichischen
Bundesheeres im Bad einen hölzernen Badesteg, der 200 auf 60 Meter verlängert wurde.
Öffentlich kommt man mit der U1 (Station „Alte Donau“) ins Bad, in der Arbeiterstrandbadstraße gibt es für alle, die mit dem Auto anreisen, einige hundert Parkplätze.
Strandbad Alte Donau
1220 Wien, Arbeiterstrandbadstraße
Webinformation Strandbad Alte Donau
An der Alten Donau gibt es immer wieder auch Plätze und Buchten wo man „wild“ baden kann. Allerdings stehen dann weder Toiletten, noch Duschen oder absperrbare Kästchen zur Aufbewahrung von Kleidung oder Geldbörse etc zur Verfügung.
Während der Sommermonate sorgen viele Veranstaltungen und Events entlang der Alten Donau für Kurzweil und es lohnt sich, diese das eine oder andere Mal zu besuchen. Traditionell sind das Absegeln, Mondscheinfahrten, Lichterlfeste oder Picknick-Fahrten. Die aktuellen Veranstaltungen, wie auch eine Übersicht über die Bootsbetriebe, einige Gastronomiebetriebe und Übernachtungsmöglichkeiten finden Sie unter www.alte-donau.info
Floridsdorfer Wasserpark
Der Wasserpark beginnt gleich bei der Floridsdorfer Brücke auf der Floridsdorfer Seite. Durch die erste Donauregulierung und der Stilllegung des Hauptarmes der Donau begann das Gebiet zu veröden und so entstand 1928 bis 1929 nach Plänen des Gartenarchitekten Fritz Kratochwjle anstelle des sumpfigen Geländes der Floridsdorfer Wasserpark. Bei der Errichtung des Parks wurden teilweise tiefe
Gräben ausgebaggert und das Material gleich wieder zum Aufbau anderer Parkteile verwendet. Dadurch entstanden zwei durch Kanäle verbundene Teiche und eine große Insel. Die Wege wurden mit Laternen beleuchtet und für ihre Befestigung verwendete man Gneisstein. Steile, kleine Brücken im japanischen Stil wurden zur
Überquerung der Kanäle angelegt und sind bis heute erhalten. Der Park hat eine Gesamtfläche von 143.000 km2, wobei rund ein Drittel Wasserfläche ist. Im Winter verhindert das Durchsickern des Donauwassers durch den Hubertusdamm weitgehend das Zufrieren des Wassers und damit entstand ein natürliches Winterquartier für Stockenten, Möwen, Blesshühner und Schwänen. Eine Graureiher-Kolonie bevölkert heute die Insel. 
Im Park befinden sich neben einem Kinderspielplatz gleich am Anfang viele Bänke mit Tischen, aber auch Sitz- und Liegeensembles, die zum Verweilen einladen.
Mit den öffentlichen Verkehrsmittel erreichen Sie den Wasserpark entweder mit der Straßenbahn, Linie
31, Haltestelle Floridsdorfer Brücker oder mit der U6 – Station Franz Jonas Platz und dann 5 Minuten Richtung Floridsdorfer Brücke gehen. Einige Parkplätze sind an der Oberen Alten Donau ebenfalls vorhanden
Floridsdorfer Wasserpark
1210 Wien, An der Oberen Alten Donau
Webinformationen über den Floridsdorfer Wasserpark




