Die Donauinsel
Die Donauinsel ist eines der größten Freizeitparadiese von Europa. Ein El Dorado für Skater, Jogger, Radfahrer, Wanderer, Schwimmer und Sonnenanbeter - hier ist einfach für jeden etwas dabei.
Wien und die Donau haben eine Jahrhundert lange gemeinsame Geschichte: Jahrhunderte lang bestimmte der Strom die Geschichte der Stadt erheblich mit. Er bildete die Grenze zu den Siedlungsräumen und stellte während Hochwasser oder Eisstoß eine große Gefahr für die Bevölkerung dar. Auf der anderen Seite bot sein Fischreichtum lange Zeit der Wiener Bevölkerung
gutes Essen für die tägliche Mahlzeit. Heute noch erinnern die "Fischerstiege" oder "Krebsenwasser" an die früheren großen Fischbestände der Donau. Und heute noch finden sich vereinzelt die "Fischerboote", die hier fix am Ufer festgemacht sind. Erste Regulierungsversuche der Donau fanden bereits im 15.Jahrhundert statt. Ziel war es, die Einfahrt in den Donaukanal schiffbar zu erhalten. Im 18.Jht. wurde der Hochwasserschutz nach und nach zum Hauptmotiv aller Überlegungen. Vorallem die rasch wachsende Leopoldstadt sollte mit Schutzmaßnahmen aus Dämmen und Spornen geschützt werden. In der 2.Hälfte des 18.Jht. entstand so ein Dammsystem zum Schutz des Marchfeldes - der Vorläufer des Hubertusdammes. 1787 - beim verheerenden "Allerheiligenhochwasser" wurde der Damm an 14 Stellen durchbrochen. Es dauerte bis Mitte des 19.Jhts. bis er weitgehend wieder hergestellt war. Erste Vorschläge, im Trockenen eine Brücke zu bauen und dann das Strombett darunter zu verlegen, entstanden. Ebenso tauchten Überlegungen einen Donaudurchstich zu riskieren auf. Am 14.Mai 1870 war es dann soweit: in fünf Jahren wurde der 13 Kilometer lange Durchstich verwirklicht. Es entstand das Mittelwasserbett mit 285 Meter und dem Inundationsgebiet (das Überschwenmmungsgebiet) mit 475 Metern Breite. Doch auch diese Massnahmen führten nicht zum gewünschten Erfolg.
Anfang der 1970er Jahre begann man dann mit der Projektierung der Donauinsel als Hochwasserschutzanlage. 1972 bis 1987 wurde gebaut: der Aushub des Entlastungsgerinnes wurde zum Aufschütten der Insel benutzt. Die Länge der Donauinsel beträgt 21 Kilometer - mit einer Breite von bis zu 250 Metern und reicht in südöstlicher Richtung vom Einlaufbauwerk Langenzersdorf (Niederösterreich) bis zur Einmündung der Neuen Donau in den Hauptstrom beim Ölhafen Lobau. Von 1974 bis 1988 wurden 170 Hektar neuer Wald geschaffen - 1,8 Millionen Bäume und Sträucher wurden gesetzt.
Der Nord- und Südteil der Insel ist naturnah, der Mittelteil parkartig angelegt. Ein Wiener Original - Waluliso - sammelte auf der Donauinsel Unterschriften, um die Insel als Erholungsgebiet zu erhalten und Wohnungsbauten zu verhindern. Heute
erfreuen sich die Wiener an den vielen Liege- und Lagerwiesen, FKK Bereiche, Grillplätzen, Kinderspielplätzen und den vielen anderen Einrichtungen. Die Donauinsel mit ihren naturbelassenen Teilen ist aber auch zu einem wichitgen Naturreservat geworden, wo sich auch seltene Vögel und Fischarten, aber zum Teil auch Rehe, Hasen und Biber angesiedelt haben.
In den 1980er Jahren entstand bei der Reichsbrücke (Nähe Unocity) die Lokalszene der Donauinsel. Angelehnt an die berühmte Copacabana in Rio wird sie von den Wienern Copa Cagrana (nach dem angrenzenden Stadtteil Kagran) genannt. Hier finden Sie die unterschiedlichsten Lokalitäten: vom griechischen Restaurant über die italenischer Pizzeria bis zu Wiener Lokalen, Diskotheken und einfach Loungen zum Seele baumeln lassen. Es ist einfach alles da. Seit Mitte der 90er Jahren hat sich eine Szene auch vis a vis auf der Insel entwickelt, die durch Hochwasser schon einmal fast gänzlich zerstört wurde. Für diesen Teil hat sich daher der Name "Sunken City" eingebürgert. An schönen Abenden finden sich in diesem Teil der Donauinsel bis zu 10.000 Besucher ein.
Die größte und weit über die Landesgrenzen hinaus bekannteste Veranstaltung ist das Donauinselfest. 1984 aus einem kleinen Open-Air-Fest entstanden, entwickelte es sich zu einer 4tägigen Veranstaltung, bei der sich - bei freiem Eintritt! - bis zu 4 Millionen Menschen meistens am letzten Wochenende im Juni auf der Insel einfinden. Damit ist es das größte Musikfestival Europas. Auf den diversen Bühnen treten von internationalen Stars bis zu lokalen Größen alles auf, was Rang und Namen hat. Heuer gibt es über 600 Stunden Programm, mit 2000 KünstlerInnen, über 300 Musik-, Theater- und Kabarettgruppen, auf 21 Festinseln, 13 Bühnen - insgesamt 4,5km2 Festgelände. 5 Info und Meetingpoints sorgen für Übersicht - 250 Hütten und Verkaufsstände für das leibliche Wohl. 1000 ehrenamtliche Mitarbeiter ermöglichen die Durchführung des Festes. Das diesjährige Programm auf: www.donauinselfest.at
Natürlich ist auf dem Fest wie auch in der restlichen Zeit auch für Jugendliche und die Jüngsten gesorgt. Sie finden auf der Donauinsel 2 Abenteuerspielplätze und auch einen Wasserspielplatz! Der Sommer kann kommen.
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