header_kitz1.jpg
Start Natur in Österreich

Wandern in Wien

Bisamberg Aussicht auf WienIn Wien kann man nicht nur die Kultur genießen, sondern auch die Natur. In kurzer Zeit ist man von der Innenstadt mit den Öffis oder dem Auto im Wald und auf den Wiesen. Wandern im Wienerwald oder einfach durch die Wiener Weinberge streifen und anschließend ein Glas Wein in der untergehenden Sonne genießen – auch das macht den Flair Wiens aus.
Wir stellen hier einige Stadtwanderwege vor, die zum gemütlichen Wanderausflug einladen. Entweder kann man sie komplett durchwandern, oder einfach einen Teil herauspicken – je nach Lust, Laune, Zeit und Kondition.

Der Bisamberg- Stadtwanderweg 5

Der Stadtwanderweg beginnt in Stammersdorf bei der Endstation der Straßenbahnlinie 31. Die weitere Bisamberg - SenderstrasseRoute lautet: Josef-Flandorfer-Straße – Luckenschwemmgasse – Liebleitnergasse (Kirche) – Clessgasse – Neusatzgasse – Steinernes Kreuz – Parkplatz Hagenbrunner Straße – Senderstraße (blaue Markierung) – Unterer Senderrundweg – Magdalenenhof – Eichendorffhöhe – Promenadeweg Falkenberg – Herrenholz – Schießstätten – Luckenholzgasse – Clessgasse – Endstation Straßenbahnlinie 31.

Weglänge: 10,3 km – Gehzeit: 3-4 Stunden

Bisamberg - LagerwieseAm Bisamberg reichen die Spuren menschlicher Siedlungstätigkeit bis in die Steinzeit zurück. Die Alten Schanzen zeugen von der Bedeutung des Bisamberges für die Verteidigung Wiens in den vergangenen Jahrhunderten. Der Weinbau in dieser Gegend ist ab dem 12. Jahrhundert belegt. Um diese Jahrtausende alte Kulturlandschaft zu erhalten, wurde das LIFE-Natur Projekt Bisamberg ins Leben gerufen, dessen Ziele die Wiederherstellung und Vergrößerung der Wiesenflächen sowie die weiterführende Pflege durch Beweidung mit Ziegen ist. Dadurch werden auch die Lebensbedingungen des Frauenschuhs Bisamberg - Senderstrasse und des Waldsteppen-Beifußes verbessert. Verwilderte Weingärten werden durch geeignete Pflege als Lebensraum für Ziesel gestaltet. Die Entnahme von nicht standort-heimischen Baumarten ermöglicht die Verbesserung der Artenzusammensetzung in den Waldbereichen. Durch die Erhöhung des Alt- und Totholzanteiles werden die Lebensbedingungen für den Hirschkäfer verbessert.
Interessant sind auch die Trockenrasen, die zum Großteil durch landwirtschaftliche Tätigkeiten des Menschen wie Beweidung von lichten Wäldern oder stillgelegten Weingärten entstanden sind. Besonders auf den flachgründigen Böden der steilen süd- und westexponierten Hänge herrschen durch extreme Temperaturen, austrocknende Winde und geringe Wasserhaltekapazitäten der Böden extreme Bedingungen für Lebewesen. Als Besonderheit der Bisamberger Trockenrasen gilt ihr großer Orchideenreichtum. Neben Frauenschuh finden sich Knabenkraut- und Ragwurzarten, Riemenzunge und Ständelwurz. Diese blütenreichen Wiesen sind der Lebensraum vieler seltener Insektenarten. Ohne menschliche Eingriffe setzen sich Sträucher wie Weißdorn oder Hecken-Rose durch und verdrängen die Trockenrasenpflanzen. Sollen sie erhalten werden, bedürfen Sie einer Nutzung durch Mahd oder Beweidung.
BisambergEichen-Hainbuchenwälder wachsen vorwiegend in der Hügelstufe auf tiefgründigen Böden mit guter Wasserversorgung. Die Hauptbaumarten sind Hainbuche, Stiel- und Trauben-Eiche, Vogel-Kirsche und Sommer-Linde. In naturnahen Wäldern ist Altholz sowie stehendes und liegendes Totholz ein wichtiger Lebensraum für seltene Käferarten wie den Hirschkäfer.
Bewirtschaftet werden diese Wälder als Mittelwald. Dabei werden Hainbuche, Feld-Ahorn und schlechtwüchsige Eichen im Schnitt alle 30 Jahre als Brennholz genutzt.
Gut gewachsene Eichen und Vogel-Kirschen werden nach 90 bis 120 Jahren als Wertholz genutzt. Flaum-Eichenwälder wachsen auf flachgründigen Böden und südexponierten Felsgraten. Neben Flaum-Eiche, Zerr-Eiche und Vogelbeere gibt es die Elsbeere, eine bereits selten gewordene Baumart. Am Übergang von Wiesen zu Gehölzen wachsen die wärmeliebenden Saumgesellschaft.Bisamberg
Der Waldsteppen-Beifuß, eine der seltensten Pflanzen des Bisamberges, wächst weltweit nur auf wenigen Standorten im Pannonischen Raum.
Der Osten des Gebietes ist landwirtschaftlich geprägt. Einige Äcker im Bereich der Alten Schanzen liegen auf Grund der schlechten Bodenqualität brach.
Wenn die Vegetation kurz gehalten wird, bieten sie dem Ziesel, einem Steppentier, einen hervorragenden Lebensraum. Ein freies Blickfels in alle Richtungen ist für das Erspähen von Greifvögeln wichtig.
BisambergAn den flachen Hängen des Bisamberges im Osten ist Löß mit einer Mächtigkeit von bis zu 10 Metern abgelagert. Löß ist ein in den Eiszeiten vom Wind vertragenes Sediment und bietet hervorragende Bedingungen für den Weinbau, der am Bisamberg seit dem 12. Jahrhundert betrieben wird.
Entlang der Wege kam es durch abfließendes Wasser zur Ausbildung von Hohlwegen. Die oft senkrechten Wände sind sehr stabil, solange sie nicht durch das Abbrechen überhängender Bäume zerstört werden.
Diese Lößwände sind ein wichtiger Lebensraum für Wildbienen und Grabwespen. Blütenreiche Böschungen und Ackerwildkräuter in den Weingärten liefern Honig und Pollen als Nahrung.
Die hervorragenden Weine dieser Gegend können in vielen Heurigen rund um den Bisamberg verkostet werden.

Einige interessante Punkte und Bauten, denen Sie auf dieser Wanderung begegnen:

Magdalenenhof und Jagdschlösschen

Magdalenenhof / JagdschösschenEiner Überlieferung zufolge soll das Gut bis 1529 Eigentum des ehemaligen Magdalenenklosters gewesen sein. Eine andere besagt, dass der Hof um 1740 nach der Frau des ehemaligen Forstmeisters und Besitzers Magdalena Müller benannt wurde. Um 1780 scheint eine Freifrau von Linde als Besitzerin auf. 1828 gehörte das Gut der Land- und Forstwirtschaftlichen Betriebsgesellschaft und ist seit 1929 im Besitz der Stadt Wien. Es gibt aber auch die Erzählung, dass das Haus 1873 als Mustervilla eines Baumeisterbetriebes auf der Weltausstellung im Prater ausgestellt war.
1911 wurde das Jagdschlösschen von Rudolf Dengler, dem Besitzer der 1930 aufgelassenen Brauerei Jedlesee, errichtet oder von der Weltausstellung am Bisamberg wieder aufgestellt. 1928 erwirbt die Stadt Wien Gründe am Bisamberg, darunter auch die Villa, die von 1930 bis  1955 als Wohngebäude für Land- und Forstwirtschaftsbedienstete der Stadt Wien dient. 1955 wird das Erdgeschoss verpachtet und es entsteht hier eine Jausen- und Backhendlstation. 1963 übernimmt die Familie Mesinovic die Villa und Bisamberg - Herbstführt bis 1985 den Betrieb als Balkangrill und Pension mit Fremdenzimmer. 1986 übernimmt die Familie Sarsam die Villa und den Garten. Es wird umgebaut und 1987 entsteht ein Seminarbetrieb mit angeschlossenem Restaurant, ab 1989 werden Konzert- und Lesungsreihen in der Villa abgehalten, ab 1993 wird es als stilvolle Location für Feste, Feiern und Filmdrehs genutzt. 1997 wird ein botanischer Naturgarten mit über 150 verschiedenen krautigen Stauden angelegt und 2002 eröffnet die Ideenwerkstatt für Gartenthemen.
Einige Räume sind bis heute im originalen Jagdstil erhalten und werden durch ihr besonderes Ambiente gerne für Feste gemietet. Besonders erwähnenswert ist der angelegte Naturstaudengarten im Eingangsbereich des Jagdschlosses, der jederzeit zugänglich ist und zum Verweilen einlädt.

Adresse:
Villa Magdalenenhof  (Jagdschloss Magdalenenhof)
Senderstraße 130, 1210 Wein
Tel: +43 1 292 4109
Email: Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann.
Website: www.magdalenenhof.com

Bisamberg Denkmal eichendorffAm Waldrand oberhalb des Schlösschens liegt, mit 332 Metern der höchste Punkt des Wiener Bisamberges, die Fathhöhe. Benannt nach einem General des 1. Weltkrieges, dem sein Soldaten hier ein Denkmal in Form einer Steinpyramide errichteten.
In den 50er Jahren bereits verfallen, wurde das Denkmal im Jahre 1957 von Langenzersdorfer Bürgern renoviert und mit neuer Gedenktafel dem Dichter Joseph Freiherr von Eichendorff gewidmet. Es erinnert an seinen Aufenthalt und seine Wanderungen im Jahre 1811.

Weingut der Stadt Wien

Bisamberg - WeinbergeWien ist heute die einzige Weltstadt, in der Wein kommerziell angebaut wird. Und das bereits seit langem: Schon Kaiser Probus (232-282 n.Chr.) hat für seine römischen Legionen den Wein in Wien kultiviert.
Auf eine nicht ganz so lange Tradition, trotzdem aber auf eine große Vergangenheit, kann das Weingut Wien Cobenzl zurückblicken. Seit 1905 im Besitz der Stadt Wien zählt es mit rund 32 Hektar und einer Jahresproduktion von rund 1.000 Hektolitern zu den bedeutendsten der ganzen Stadt.
Das Weingut besteht aus zwei Teilen, dem Weingut Cobenzl, mit Bisamberg - Weingärten22 Hektar im 19.Bezirk, und dem Weingut Magdalenenhof, mit 10 Hektar an der Senderstraße im 21. Bezirk unweit des Senders Bisamberg. Auf dem Löss- und Braunerdeboden des Bisamberges gedeihen vor allem der leichte, fruchtig-resche Grüne Veltliner, eindeutig die Lieblingssorte der Wiener, und der Zweigelt. Begünstigt werden beide Rieden durch das pannonische Klima und die Nähe zur Donau.

Ziesellebensraum

Auf den Falkenbergwiesen befindet sich ein bedeutendes Vorkommen des streng geschützten Ziesels (Spermophilus citellus). Die Wiesenpflege richtet sich nach den Bedürfnissen dieser seltenen Art. Mountainbiker werden um Rücksicht auf diese schützenswerte Art gebeten

Der Krötenteich

Bisamberg - KrötenteichDieser kleine Teich, ursprünglich als Löschwasserspeicher gedacht, entwickelte sich zum Lebensraum seltener Tier- und Pflanzenarten. Hier haben Amphibien der gesamten Region wie Wechselkröte,  Teichmolch, Laubfrosch und Unke ein intaktes Laichgewässer, ohne das sie nicht überleben könnten. Abhängig vom Klima und der jeweiligen Art durchlaufen Amphibien im Jahresverlauf einen Zyklus, der immer mit Ortswechsel verbunden ist. Im Frühjahr von März bis April machen sich die Tiere auf den Weg zu ihrem Geburtsgewässer. Zur Zeit der Wanderung, speziell in der Nacht und bei Regen (Krötenregen), ist im Bereich der Tümpel besondere Vorsicht geboten und auf die wandernden Amphibien zu achten. Mit Zäunen und Tunneln wird versucht, die Amphibien vom Gang über die Straße abzuhalten.
Amphibien sind „mehrjährig“, das bedeutet, dass sie auch im gefrorenen Gewässer den Winter überstehen können, sofern sie diesen nicht ohnehin im Laub verbringen, wie es für einige Arten typisch ist. Ein Austrocknen oder „Durchfrieren“ des Teiches kann durchaus positiv für die Amphibienpopulation Hinweisschild - Kötenwanderungsein, da räuberische Insektenlarven (z.B. Libellenlinsen) absterben und nicht überhand nehmen können, Dies gilt auch für Fische, die ja ebenfalls als Feinde der Kaulquappen angesehen werden können.
In Tümpeln dieser Art ist das massenhafte Auftreten der Wasserlinsen häufig. Das Wasserpflanze wurzelt nicht im Boden, sondern nimmt die Nährstoffe über eine im Wasser hängende Wurzel auf. Damit die Wasserlinsen den Teich nicht völlig zudecken und ihm damit Licht und Sauerstoff nehmen, wird am Krötenteich das Wasser mit Hilfe eines Schaufelrades bewegt.

 
Österreich Buchtipps
Banner