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Die Gärten von Lednice und Valtice

Lednice: Kutschenfahrt im ParkDie einzigartige Parkanlage gilt als eine der schönsten in ganz Europa. In der langen Geschichte der Liechtensteiner fanden sich immer wieder Mitglieder, die sich besonders mit dem Ausbau der Gärtenbeschäftigten und die besonderes Interesse für Pflanzen und Gartenarchitektur aufbrachten.

In Valtice wurde parallel zum Aufbau des barocken Schlosskomplexes auch ein Barockgarten angelegt, der in der Mitte des 18.Jahrhunderts unter Joseph Wenzel von Liechtenstein fertig gestellt wurde. Damals entstand neben dem regelmäßigen Garten auch eine Landschaft mit Wiesen und Baumbeständen. Am Anfang des 19.Jahrhunderts erlebte der Garten von Valtice eine bedeutende Erweiterung: in die Gestaltung wurde sowohl der Teil, der an die Salla Terrana anschließt, als auch jener vor der westlichen Schlossfassade mit einbezogen. Nach 1900 kaufte Johann II. von Liechtenstein sogar 15 Häuser aus dem angrenzenden Ortsteil, um nach Plänen des florentinischen Architekten Vincenzo Michelli den Garten an der östlichen Stirnseite des Schlosses erweitern zu können. Im Laufe der Bauarbeiten wurden etwa eine Million Kubikmeter Erde umtransportiert. An diesen knüpfte die Gestaltung des Amphitheaters mit Barockstatuen an. Die Achse betonten Vasen und Bänke nach Plänen von K. Weinbrenner.Die Gärten von Lednice
Die ersten schriftlichen Aufzeichnungen über die Neugestaltung der Gärten von Lednice stammen aus der Zeit Karls I. aus dem Jahr 1611.
Sein Sohn Karl Eusebius war vielseitig begabt – er war Künstler, Baumeister, Gärtner und ein bekannter Pferdezüchter – und er war auch federführend bei der Anlage eines großzügigen Barockgartens.
An der Wende vom 18. zum 19.Jahrhundert war es Fürst Alois Joseph I., der einen barock-klassizistischen Park mit riesiger Ausdehnung anzulegen begann. Mittelpunkt des Gartens wurde der sogenannte Stern, der schön früher ein Teil des Eisgruber Unteren Waldes war und Jagdzwecken diente. Acht mehrere Kilometer lange Alleen bildeten diesen Stern.
Bereits Ende des 18.Jahrhunderts begann man in Lednice fremdländische Gehölze zu züchten, für die besondere Baumschulen eingerichtet wurden. Diese Züchtungsergebnisse wurden dann im Park angepflanzt, der damit zu einer in Europa einzigartigen Sammlung nordamerikanischer Gehölze wurde. Fürst Alois Joseph I. (1782-1805) öffnete den Park ganzjährig für die Öffentlichkeit.
Lednice: Der SchlossparkDas Hauptproblem des Parks waren jedoch die Überschwemmungen, die die Thaya Jahr für Jahr verursachte. Fürst Johann Joseph I., beschloss ein Aufsehen erregendes Projekt: nach den Plänen von Bernard Petri ließ er in den Jahren 1805-1811 ein gewaltiges Wasserbecken ausheben und die dabei gewonnene Erde auf das restliche Parkgebiet und die Insel verteilen. Zwei Millionen Gulden musste der Fürst dafür investieren, 300-600 Personen waren mit den Arbeiten beschäftigt. Der Teich mit einer Fläche von 30,1 ha wurde 1,3 bis 2,4m tief ausgehoben – Park und Inseln um einen halben bis 1,2m, manchmal auch mehr, erhöht. Zusätzlich wurden sechs große und zehn kleinere Inseln geschaffen, die durch zahlreiche Brücken miteinander und dem Ufer verbunden wurden. Das ganze Gebiet wurde mit Schutzwällen umgeben und die Thaya, die ursprünglich in der Mitte des Parks floss, wurde allmählich in das neu geschaffene Flussbett hinter dem Minarett umgeleitet. Es wurden Bäume, Sträucher und Blumen gepflanzt, Rasen angelegt – damit erhielt der Naturpark zu dieser Zeit Der Schlosspark von Lednice und Valticefast sein heutiges Aussehen. Der Wunsch des Fürsten, dass sich der Park nicht von seinem früheren Aussehen unterscheiden sollte, führte dazu, dass Gehölze jeden Alters umgesetzt wurden (angeblich auch hundertjährige Eichen). Die Wurzelballen sollen 5 bis 6 Meter im Durchmesser groß gewesen sein und eine Höhe von 2,5m erreicht haben. Dieses würde ein Volumen von ca. 70m2 und eine Masse von 320 Tonnen bedeuten.
Da die Gärtnerei immer für die Fürsten von Liechtenstein ein edles Hobby war und sie hier außergewöhnliche Der ParkAktivitäten setzten ist der Reichtum der Pflanzenansammlungen außergewöhnlich. Besonders erwähnenswert sind hier die Brüder Alois I. und Johann I.: während Alois eine Zierhölzer-Baumschule in Lednice gründete, in der Samen aufkeimten, die in Norddeutschland im Fürstentum Anhalt-Dessau gewonnen wurden, schickte Johann Fachleute auf Expeditionen nach Nordamerika mit dem Auftrag für das hiesige Klima geeignete Hölzer mitzubringen. So wurden über 32.000 verschiedene Pflanzen und Samenarten eingeführt. Manche Gehölze wurden in Lednice erstmalig außerhalb ihres ursprünglichen Verbreitungsgebiets gezüchtet. Auch Alois II. befasste sich mit der Pflanzenzucht und Gärtnerei Lednice und Valticeund auch sein Sohn Johann II. vermehrte die Sammlungen. 1903 fand sich in Lednice die größte Sammlung an Orchideen und zykasartigen Gewächsen von ganz Europa.
Heute gibt es eine Taxonsammlung von Nadel- und Laubgehölzen, mehrere Dutzende Blumenarten und eine Sammlung tropischer und subtropischer Gewächse im Palmenhaus.

 

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