Die Weine des Pelješac
Die Halbinsel Pelješac ist eines der wichtigsten Weinbaugebiete Kroatiens. Sie gilt als Hochburg des Mali Plavac, des Kleinen Blauen, und ihre Weinbautradition weist bis auf die Illyrer zurück.
Geschichte
Wie trinkbar der „illyrische“ Wein nach unserem heutigen Geschmack wäre, ist nicht bekannt, aber jüngste Untersuchungen haben zu Tage gebracht, dass hier bereits in der Bronze- und Eisenzeit Weinreben wuchsen. So richtig in Schwung kam der Weinbau dann mit den ersten griechischen Siedlungen und später sorgten die
Römer für den weiteren Ausbau. Daher war der Weinbau, neben Fischerei und Olivenanbau bereits zu frühester Zeit ein wichtiger Wirtschaftszweig auf der Halbinsel und ist es heute noch. Die Weinreben sind auf den Feldern und stufigen Terrassen angepflanzt, deren Hänge sich zum Teil steil zum Meer hinunter neigen und der Betrachter sehr schnell versteht wie mühsam die Arbeit und Pflege dieser Weingärten sein muss. Die Reben haben sich tief in den steinernen Boden und durch die ärmliche erdige Kruste fest gepflanzt und durch die karge vom Sonnenschein gebrannte Oberfläche hindurch gebohrt.
Vor allem die Rotweine sind auch außerhalb Kroatiens bekannt und so mancher hat auch schon seinen Weg in die Feinschmeckerlokale gefunden. Wir wollen hier kurz die Wichtigsten vorstellen.
Dingač
Er ist wohl der bekannteste und berühmteste kroatische Rotwein und dieses ist nicht nur seiner Qualität zu verdanken, war er doch der erste, damals noch jugoslawische Qualitätswein, der bereits 1961 die geschützte Herkunftsbezeichnung und das Prädikat „Kakovostno Vino“ – herausragender Wein – erhielt.
Dingač wird an der Südküste des Pelješac auf steiniger Lage aus sehr spät gelesenen autochthonen Trauben der Rebe Mali Plavac gewonnen. Die Anbaufläche ist streng begrenzt, die Lese der
Taube muss per Hand erfolgen, eine maschinelle Bearbeitung der Hänge ist nicht möglich. Das Gebiet – gerade mal 26 Hektar - zeichnet sich durch eine hohe Jahresdurchschnittstemperatur aus und gehört zu den ökologisch saubersten Gebieten. An die 14 Winzer und Weinbauern teilen sich diese besondere Lage, die durch das Meer, die Windverhältnisse und den Neigungswinkel der Hänge zur Sonne gekennzeichnet ist und so einen Wein mit einem ganz eigenständigen Charakter hervorzubringen vermag.
Jahrelang mussten die Winzer den beschwerlichen Weg über den Bergkamm auf sich nehmen um zu ihren Weinbergen zu gelangen. Wichtigste Unterstützung beim Transport waren Esel, die in Körben die geernteten Trauben in die Keller brachten – das ist auch der Grund, wieso der Esel in vielen Winzerlogos zu finden ist und auch noch überall als Maskottchen und Dekoration anzufinden ist. Erst 1973 wurde der Tunnel, der von Potomje nach Dingač führt, mit privaten
Mitteln der Weinbauern fertig gestellt. Ein bisschen wirkt er auch wie selbst gegraben und die Durchfahrt ist für den verwöhnten Touristen eine genauso abenteuerliche Fahrt wie auf der schmalen Straße, die die Weinhänge hinunter nach Borak oder Potočine führt, trotzdem sollte man sich beides nicht entgehen lassen, es aber mit der notwendigen Vorsicht und Achtung angehen.
Der Dingač ist ein schwerer, alkoholreicher Tropfen, der 13.5 bis 14 Volumenprozente, in Ausnahmejahren sogar bis zu 15 Vol.%
erreicht. Er zeichnet sich durch eine dunkelrote Farbe, die manchmal schon Violettnuancen erreicht, aus, duftet nach Beerenobst und Kirschen und erreicht seine Trinkreife nach 5 Jahren und ist dann noch weitere 10 Jahre gut lagerfähig. In jungen Jahren wirkt er oft zu rau und unausgewogen. Mit den Jahren erreicht er aber sein ausdrucksvolles und reichhaltiges Bouquet, ist vollmundig, reift zu einem feinen und harmonischen Wein, der sich durch seinen deutlichen sortentypischen Abgang auszeichnet und ideal zu feineren Fischgerichten, zu Entenbraten, Hummer, aber auch zu Wild und pikanten Käsesorten passt.
Mali Plavac
Der "Kleine Blaue" wird überall am Pelješac angebaut, dessen Weinbaufläche wegen der ausgezeichneten klimatischen Bedingungen auch kontinuierlich vergrößert wird. Die Traube ist eine alte autochthone rote Rebsorte und aus ihr wird nicht nur der berühmte Dingač hergestellt, sondern auch Weine mit der schlichten Bezeichnung Plavac, Plelješac oder Postup. Wen die Abstimmung interessiert, dem sei mitgeteilt, dass die Rebe wahrscheinlich eine Kreuzung aus Dobričić und Crljenac ist, wobei letzterer wahrscheinlich mit dem Zinfandel und dem apulischen Primitivo identisch ist. Die Rebe ist extrem niederwüchsig und ertragsarm.
Meistens sind diese körperreichen Weine sehr dunkel, alkoholreich und jung zuweilen sehr tanninbetont, die Aromen erinnern an Kirschen und/oder Brombeeren, die Lagerfähigkeit dieser Weine ist ausgezeichnet.
Prosek
Auch die dalmatinische Spezialität Prosek, ein Dessertwein, wird aus dem Mali Plavac, aber auch aus Rukatac produziert.
Der Pelješac ist ein Rotweingebiet, Weißwein ist eher selten anzutreffen, obwohl es auch hier durchaus trinkbare Möglichkeiten gibt.
Rukatac
Eine davon ist der Rukatac, auch unter dem Namen Maraština oder Pošip bekannt. Er gehört zu den ausgezeichneten Malvazia-Sorten, die in ganz Kroatien auf Weißwein-Liebhaber warten. Rukatac zeichnet sich durch seine hellgelbe Farbe, seine Fülle und Harmonie und durch ein unverwechselbares blumiges Aroma aus.
Am besten ist aber sich die Weinstraße, die von Ston nach Orebić führt, entlang zu „kosten“.
Wir stellen in der Folge zwei Weingüter vor, bei denen wir selbst waren und die uns auch von ihren edlen Tropfen überzeugt haben. (Madirazza und Andrčević)
Weitere Informationen:
www.dingac.de
www.wikipedia.org
www.kroatische-weine.de




