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Nationalpark Hortobágy (Hortobágyi Nemzeti Park)

Nationalpark Hortobágy (Foto: Tourismusverband Debrecen)Der Nationalpark Hortobágy ist Ungarns erster und größter Nationalpark und steht seit 1999 auf der Liste des UNESCO Weltkulturerbes. Der Park wurde 1973 gegründet und ist inzwischen auf 82.000 Hektar erweitert worden. Die Hortobágy ist die größte Salzbodenpuszta in Europa, auf deren Kahlstellen nur salzliebende Pflanzen gedeihen, wodurch ein ganz besonderes Landschaftsbild entsteht. In der Puszta finden viele einheimische Vogelarten eine Heimat, ebenso seltene und geschützte Tierarten wie Trappen, Rotfußfalken, Moorenten Kormorane, Brachschwalben und Seeadler.

Die Hortobágy Puszta ist eine der letzten ursprünglichen Landschaften, wo die Tierhaltung noch im traditionellen Stil betrieben wird. Sie ist damit eine der wichtigsten Naturgebiete Europas. Noch heute findet man hier die ungarischen Haustierrassen wie das Nonius Pferd, das Graue Steppenrind, Wasserbüffel, Zackelschafe, Wollschweine und Hirtenhunde. Außergewöhnlich ist auch die Vogelpopulation: von 500 in Europa registrierten Arten sind 342 in der Hortobágy (Foto: Tourismusverband Debrecen)Hortobágy zu finden, darunter auch das Wappentier für den Naturschutz in Ungarn – den Silberreiher, aber auch Kranich, Rohrweihe, Haubentaucher, Blauracken und viele mehr sind in der Puszta anzutreffen. Auch die Flora ist beachtenswert: hier findet man den stark duftenden und seltsam geformten Feld-Beifuß, im Mai beeindrucken die blühenden Kamillen mit ihrem Duft und der großen Zahl, hell leuchten die lilafarbenen Blüten der Strandnelke, man kann auch Strandaster, das Knollenbrandkraut, die Wiesenaster, die Wildblumenkönigskerze, den Steppen-Salbei oder das Kleine Knabenkraut, das zu den Orchideenarten der gemäßigten Zone zählt, hier finden. Ein Drittel des Gebietes ist jedoch von Gewässern bedeckt: Hier trifft man vom Wasser abhängige Pflanzen wie den Froschbiss oder die Seekanne. Um die Seen und Sümpfe ist ein Dickicht aus Schilf und Röhricht entstanden. Der Nationalpark bemüht sich die Naturwerte und die Traditionen seinen Besuchern in verschiedenen Präsentationsorten vorzustellen.
Am besten Sie beginnen Ihre Erkundungstour im

Besucherzentrum und Handwerkshof (H-4071 Hortobágy, Petőfi tér 13)

Hier erhalten Sie alle Informationen, Eintrittskarten und im Handwerkshof können Sie alle Fertigkeiten erkunden, die mit der Hortobágy verbunden sind, wie Sattler, Korb- und Maisblattflechter, Künstler, die Filzapplikationen herstellen, Weber, Knochen- und Hornschnitzer, Kupferschmiede, Eimaler, Töpfer, Holzschnitzer, und Schmiede.

Das Hirtenmuseum im Dorf Hortobágy (H-4071 Hortobágy, Petőfi tér 1)

Hortobágy (Foto: Tourismusverband Debrecen)Das Gebäude gehörte früher zur Csárda und diente als Raststätte für Durchreisende und Händler. Durch das weit ausladende Tor konnte man bequem mit dem Gespann in das Gebäude hineinfahren. Nun kann man hier einiges über das alte und heutige Leben der „richtigen Herren“ der Puszta – der Hirten – erfahren. In der Ausstellung erfährt man einiges über die Lebensbedingungen der Hirten und sieht vieler ihrer Arbeits- und Gebrauchsgegenstände.

Die Körszin Handwerksausstellung (H-4071 Hortobágy, Petőfi ter)

In der Rotunde im Dorf Hortobágy kann man Handwerkern und Künstlern in den Schauwerkstätten bei der Arbeit beobachten und natürlich das eine oder andere schöne Stück des Kunsthandwerkes auch gleich als Souvenir erwerben.

Der Hortobágy Wildpark Malomháza

Hortobágy - Ungarisches Graurind (Foto: Tourismusverband Debrecen)Im Zentrum es Nationalparks entstand ein Wildtierpark, in dem in natürlich gestalteten Gehegen die ursprüngliche Fauna der Puszta beobachtet werden kann. Es werden Tierarten gezeigt, die vom Aussterben bedroht sind, wie Schakale, Wölfe, Pelikane und Geier, die früher die Steppen besiedelt hatten. In einem über 100 Hektar großen Gehege kann man eine Gruppe der Przewalskipferde, rückgezüchtete Auerochsen und Wildesel in ihrer natürlichen Umgebung sehen. Aber auch den ungarischen Hirtenhund, Zackelschafe, ungarisches Graurind, Hausbüffel und Noniuspferde. Eine aufwendig gestaltete Ausstellung gibt viele Informationen über die gezeigten Tierarten.

Die großen Fischteiche und die Schmalspurbahn (Hortobágy-Halastó)

Die Fischteiche breiten sich heute über eine Fläche von über 2000 Hektar in der Puszta aus, die Anlage der Teiche begann bereits im vorigen Jahrhundert, umfasste zu ihrer Blütezeit insgesamt 6000 Hektar und ist somit eines der größten künstlich angelegten Fischteichsysteme der Welt. Von den seinerzeit 17 Becken sind heute nur mehr zehn in Betrieb, der Rest ist verschilft oder versumpft. In den meisten Fischteichen werden Karpfen gezüchtet, jedoch kommen durch die Verbindung mit dem Westkanal auch einige andere Fischarten vor, die allerdings wirtschaftlich unbedeutend sind. Der Bereich gilt als größtes Vogelbiotop in Mitteleuropa, ein Lehrpfad bietet Informationen über die Vogelwelt und den Fischfang. Seit dem Ende der Jagd auf Wasservögel brütet hier auch wieder die Zwergscharbe in größerer Zahl, auch der Braune Sichler findet sich hier ein und mit über 200 Löfflerpaaren ist der Halastó der Ort mit der größten Löfflerkolonie in Mitteleuropa. Eines der spektakulärsten Momente ist im Frühjahr der Zug der Wildgänse, vorwiegend Bless-, aber auch Saat- und Graugänse machen hier Rast. Einen Höhepunkt im „Birdwatching“ ist sicher der Zug der Kraniche. Die hier in der ersten Septemberhälfte von Nordeuropa eintreffen und bis zu den ersten starken Frosteinbrüchen hier verweilen um sich dann auf ihre Reise nach Tunesien und dem Sudan aufmachen. Der bislang größte beobachtete Kranichschwarm bei Halastó zählte um die 55.000 Tiere.

Die Sumpfgebiete (Egyek-Pusztakócs)

Die Egyek-Pusztakócser Sumpfwelt ist ein Paradies für Wasservögel, das durch Flussregulierungsmaßnahmen und intensive landwirtschaftliche Nutzung fast zerstört wurde. Durch die Entstehung des Nationalparks wurde die Austrocknung der Sümpfe verhindert und das tiefste Becken des Sumpfsystems mit einem Zuflusskanal versehen. 1996 wurde auch die Wasserzufuhr für die übrigen Sümpfe gesichert. Ausgangspunkt der Wanderung oder der Radtour ist das Nyugati Gasthaus, in dem eine Ausstellung über die typischen Hortobáyer Handwerke eingerichtet ist. Interessenten jeder Altersstufe können hier ihre ethnografischen Kenntnisse über die Gegend mit Hilfe von Touch-Screen-Computern in interaktiver Weise erweitern. In diesem Gasthof besteht auch eine Übernachtungsmöglichkeit.

Salzstraße

Hortobágy - Ungarisches Graurind (Foto: Tourismusverband Debrecen)Auf der sogenannten ehemaligen Salzstraße geht es weiter. Sie war früher der wichtigste Handelsweg der Stadt Debrecen. Ihren Namen erhielt sie durch das Salz, das auf ihr von Máramaros aus auf Flößen bis zur Anlegestelle im heutigen Tiszafüred transportiert und dort auf Fuhrwerke umgeladen wurde. In den 1930er Jahren wurde analog dieser Strecke die Landstraße 33 errichtet, die in ihrem Verlauf nur auf einer Strecke von 11km von der ursprünglichen Etappe abweicht.
Der Weg führt zum Fekete-rét, wo man auf einem Holzsteg ungefähr einen Kilometer in den Sumpf eindringen kann. Am Ende befindet sich ein Aussichtsturm.
Weiter geht es zum Einödhof (Górés tanya)  - wo man einiges über die Geschichte der Kurganen- und Hunnengräber erfahren kann bis man zur Pusztaschenke „Meggyes“ kommt, die heute als Museum und Rastplatz dient.
Im Sumpf von Kis-Jusztus befindet sich der letzte Punkt der Tour (auch mit dem Auto erreichbar), an dem man nochmals die reiche Vogelwelt beobachten kann.

Der Theiss-See (Tisza-tó)

Hortobágy (Foto: Tourismusverband Debrecen)Der See präsentiert sowohl landschaftlich wie auch durch seine Lebensräume noch größtenteils die Zeiten vor der Flussregulierung. Die für das Landschaftsbild charakteristischen Feuchtwiesen sind nach der Auffüllung des Stausees völlig verschwunden, als Überrest der früheren Wälder gibt es nur einen einzigen Eschen-Ulmen-Eichen Wald (Tiszádi-Wald). Die Vielfältigkeit des Biotops wurde zwar vermindert, aber durch die Umwandlung wurde die uralte Umgebung und Lebenswelt der ungarischen Tiefebene wieder ins Leben gerufen. Das Valki Becken steht seit 1973 unter Naturschutz und ist als Vogelreservat von Tiszafüred bekannt. 1979 wurde es durch das Abkommen von Ramsar zu einem Vogelbiotop von internationaler Bedeutung. 1993 erhielt es den Status eines Nationalparks, drei Jahre später wurde der wertvollste Teil des Stausees zwischen der Theiss, der Kleinen Theiss und dem Balázs-Kap unter Naturschutz gestellt. Dadurch werden fast zwei Drittel des Stausees, insgesamt 7080 Hektar geschützt.

Szálkahalom – die Salzpusztalandschaften

Hortobágy - Wildpferde (Foto: Tourismusverband Debrecen)Nomadenvölker, die vor 3-4000 Jahren hier lebten, bauten mehrere Hügel, sogenannte Kurgane. Diese Hügel waren ursprünglich Kult- und Bestattunsstätten, später wurden sie als Aussichtspunkte genutzt. Mitten über einen dieser Hügel verläuft die Grenze zwischen Debrecen und Balmazújváros. Da es deswegen oft zu Streitigkeiten kam und er somit beiden Orten ein Dorn im Auge war, erhielt er die Bezeichnung Szálkahalom (=Dornenhügel).
Hier finden sich für Salzsteppen charakteristische Pflanzen und Pflanzengesellschaften. Besonders stechen hier das geschützte Knollenbrandkraut, der pannonische Salbei, das Federgras, die Kammquecke und die Wiesenraute hervor, es findet sich aber auch die Schafgarbe und der Falsche Schafschwingel und Feld-Beifuß. Typisch ist auch der Windschirmwald, der nicht nur einer Saatkrähenpopulation, sondern auch den in verlassenen Nestern brütenden Rotfußfalken ein Zuhause gib. Auch Ziesel, Würgfalke, Kaiseradler, Adlerbussard und den geschützten Steppeniltis kann man hier finden. Im Herbst ziehen Kraniche, Wildgänse und Enten über die Puszta – im Verlauf des Oktobers kann man hier Tausende beobachten.

Die Neunbogenbrücke

Hortobágy - Neunbogenbrücke (Foto: Tourismusverband Debrecen)Dieses Bauwerk ist das Wahrzeichen der Puszta Hortobágy. Schon im 14. Jahrhundert führte eine Holzbrücke über den Fluss Hortobágy (die Puszta, ein Ort und ein Fluss tragen den Namen Hortobágy), die aber bei den häufigen Überschwemmungen regelmäßig beschädigt wurde. Zwischen 1827 und 1833 wurde daher die berühmte Steinbrücke nach den Plänen der Architekten Ferenc Povolny gebaut. Man benötigte 40.000 Ziegel für den Bau, die vor Ort mit Holz aus dem nahe gelegenen Ohat-Wald gebrannt wurden. Zeitweise wurde auch für die Überquerung Maut eingehoben. Heute ist die Brücke als Wahrzeichen des Nationalparks bekannt und es finden sogar einige Veranstaltungen auf ihr oder in ihrer Nähe statt.

Weitere Informationen unter www.hnp.hu