neunbogenbruecke.jpg
Start Kultur in Ungarn

Sárvár

Beitragsseiten
Sárvár
Sehenswürdigkeiten
Der Kurort
Alle Seiten

Burg Nádasdy SárvárEine kleine Stadt in Westungarn mit großer Geschichte bietet ihren Besuchern heute Kultur, Erholung, Sport und Wellness. Ein idealer Ausgangsort, um sich gemütlich in der Therme zu entspannen, ohne aber sportliche Aktivitäten und kulturelle Interessen zu vergessen. Auch die jüngsten Besucher kommen hier voll auf ihre Rechnung und damit ist auch für Erholung der Eltern bestens gesorgt.

Geschichte

SárvárDas Gebiet um die Stadt ist bereits seit der Neusteinzeit bewohnt und war vor der Eroberung durch die Römer von keltischen Bojern besiedelt. Die Römer bauten an beiden Ufern der Raab Lager für ihre Soldaten, als sie im 1.Jht. n. Chr. das Gebiet der Bernsteinstraße für das Römische Reich eroberten. Der Stadtname leitet sich von „Schlammburg“ oder „Lehmburg“ ab: ob sich die Namensgebung auf eine Sumpf- oder Moorlandschaft bezieht oder eher auf eine Lehmburg mit Palisaden auf einem Erdwall, wie im frühmittelalterlichen Ungarn ist nicht genau bekannt.
SárvárAuch in der Karolingerzeit im 9.Jht. war die Gegend besiedelt, wie Ausgrabungen eines Friedhofs bei Végmalom beweisen. Die „Sandburg“ entstand während der Zeit der ungarischen Landnahme – bis in die 1280er Jahre war der König selbst Besitzer der Herrschaft, bis 1327 war die Burg im Besitz der Familie Kőszegi, Sárvár blieb bis 1390 eine königliche Burg. Danach erhielt die Familie Kanizsi Burg und Landgut von Sigismund von Luxemburg.
Mit der Heirat von Orsolya Kanizsai und Tamás Nádasdy gelangte Sárvár in den Besitz der Familie Nádasdy. Unter seiner Herrschaft wurde die Stadt eines der kulturellen Zentren des Landes: Nádasdy ließ 1534 eine Schule errichten, 1537 gründete er eine Druckerei, in der 1541 das Neue Testament als erstes Buch in Ungarn in ungarischer Sprache gedruckt wurde. An seinem Hof waren Wissenschaftler, Künstler, Humoristen, Ärzte, Architekten.
SárvárSárvár war ein Bollwerk gegen die Osmanen, die im 16.Jht. immer wieder Eroberungszüge starteten. Ferenc Nádasdy schlug 1532 die türkische Belagerung zurück. Auch sein Enkel Ferenc Nádasdy zeichnet sich im Kampf gegen die Türken aus. Wegen seines besonders grausamen Vorgehens gegen seine Feinde erhielt er den Beinamen „Der schwarze Ritter“. Er eroberte die strategisch wichtigen Burgen Esztergom, Vác (Waitzen), Visegrád, Székesfehérvár und Győr zurück. Den Türken gelang es nie, eine von Nádasdy verteidigte Festung einzunehmen. Verheiratet war er mit Elisabeth Báthory, die während seiner Abwesenheit die Besitztümer verwaltete. Um sie rankt sich die Legende der „Blutgräfin“: so soll sie junge Mädchen auf die Burgen gelockt und ermordet haben. Sie wurde 1611 als Serienmörderin verurteilt und in ein Verlies eingemauert.
SárvárWar Sárvár während der Zeit der Renaissance ein Zentrum der Reformation, trat Ferenc Nádasdy III. wieder zum Katholizismus über um die Tochter des Fürsten Nikolaus von Esterházy, Anna Juliana, heiraten zu können. Als einer der Hauptbeteiligten der „Ungarischen Magnatenverschwörung“ gegen Kaiser Leopold I. wurde er 1671 in Wien verurteilt und enthauptet. Alle seine Besitzungen und sein Vermögen wurden konfisziert und so gelangte Sárvár in den Besitz der Familie Draskovich, die den Besitztum allerdings verfallen ließen.
Erst zur Zeit des Dualismus blühte die Stadt wieder auf, der Anschluss an das Eisenbahnnetz 1871 und die Versorgung mit elektrischen Strom 1897 gab der Stadt zusätzlichen Auftrieb und sorgte für SárvárIndustrieansiedelungen- die Einwohnerzahl nahm wieder zu und unter dem neuen Besitzer Ludwig III. Prinzregent und König von Bayern entwickelte sich das Landgut zu einer Musterwirtschaft. Neue Bildungsinstitute wurden gegründet, 1909 das heutige Krankenhaus eingeweiht, bevor der Erste Weltkrieg wieder einen großen Einschnitt in die positive Entwicklung brachte. Viele Menschen wanderten danach wegen der großen Arbeitslosigkeit nach Frankreich und Belgien aus.
1961 wurde der Grundstein für den heutigen Aufschwung der Stadt gelegt: Bei der Suche nach Erdöl stieß man auf einen ebenfalls sehr wertvollen Stoff - das Thermalwasser.  Zwei verschiedene Thermalwasser – eine Seltenheit der Natur – sorgen heute dafür, dass Besucher aller Welt Sárvár besuchen und auch ihre Geschichte und Kultur kennen lernen.