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Opatija – Abbazia

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Opatija - eine Perle der AdriaDas Seebad an der Kvarner-Bucht gilt als einer der ältesten Fremdenverkehrsorte Kroatiens. Die üppige subtropische Vegetation, mondäne Hotels und die gute Seeluft lockte Prominenz in Massen während der Zeit der Österreich-Ungarischen Monarchie nach St. Jakob (wie der Ort früher auf Deutsch hieß): Hier urlaubten nicht nur der Österreichische Thronfolger Rudolf mit seiner Gattin Stephanie, auch Puccini, Gustav Mahler und James Joyce waren gerne als Gast zu gegen.

Aber auch heute ist Opatija eine Reise Wert...

Geschichte

Die Geschichte von Opatija (Abtei in Kroatisch) ist eng mit der Kirch St. Jakob und dem angeschlossenen Kloster verbunden.Der Hl. Jakob gilt als Schutzpatron der Pilger, Reisenden, und von Opatija.
Der Ursprung des Klosters liegt wahrscheinlich im 12.Jh., wobei man annimmt, dass das Kloster auf dem Heiligtum einer früheren Gottheit errichtet wurde. Vielleicht war es Apollo oder die Liburnische Göttin der Liebe und Fruchtbarkeit, Ansotica – allerdings sind dies Spekulationen, ein Beweis konnte dafür nicht erbracht werden.
Als sicher gilt, dass die Gegend von den Liburnern besiedelt war: exzellente Seefahrer und Schiffbauer, die mit ihren Schiffen bis nach Nordafrika, Asien, Griechenland und Sizilien reisten und handelten.
804 übernahm der kroatische Herzog Burna die Macht in Liburnien, das zum kroatischen Macht und Einflussgebiet bis 1063 gehörte, dann Opatijaübernahmen deutsche Adelsfamilien wie Andechs-Meran oder die Grafen von Devin und anschließend die Walseer die Macht.
1449 werden die Kirche und das Kloster erstmals urkundlich im „Liber civilium“ erwähnt. Die Bulle von Papst Nikolaus V. 1453 nennt ebenfalls die Abtei. Zwei Inschriften an der Fassade zeugen von Arbeiten an den Gebäuden: am Türsturz findet sich der Hinweis auf einen Mönch namens Simon aus dem Jahre 1506, am Querbalken findet sich eine Inschrift aus dem Jahre 1793 – die letzten Erweiterungen wurden 1937 durchgeführt. Das Kloster und die Abteil waren in den unterschiedlichsten Händen: Benediktiner, Augustiner, Jesuiten, - die auch heute dem Kloster vorstehen.
Durch das Fehlen eines männlichen Erben in der Familie Walsee fällt das Besitztum schließlich am 1.September in die Hände des Habsburgers Friedrich III.
1838 wird die Küstenstraße Rijeka-Opatija-Volosko vollendet. Ivan Tomasic eröffnet das erste Restaurant in Opatija. Der Sachsenkönig August Friedrich II. ein begeisterter Botaniker reist an die adriatische Küste und bezieht in Lovran Quartier.
Opatija1844 wird der Grundstein für die spätere Entwicklung des Tourismus von Opatija gelegt: der Geschäftmann Iginijo Scarpa aus Rijeka baut eine Villa und einen botanischen Garten für seine Ehefrau.
1873 wird eine Eisenbahnstrecke nach Matulji eröffnet. Die Wiener Gesellschaft entdeckt Abbazia: anfangs kommt man mit dem Wagen, später nimmt man die Straßenbahn von der Matujski Station nach Lovran. Die Station weist von Anfang an eine Besonderheit auf: eine spezielle königliche Lounge, in der sich die Reisenden, allen voran die kaiserliche Familie und ihre Gäste ausruhen konnten.
1882 beginnt Friedrich Julius Schüler, der Direktor der k.k.Südbahngesellschaft mit dem Bau von Hotels und Villen in Opatija und Lovran, sowie mit der Anlage von Parks und der Promenade, unter anderem kauft er auch die Villa Angiolina.
1883 wird in Wien der erste Führer über Opatija veröffentlicht: Abbazia, Idylle von der Adria.Opatija
1884 wird das erste Hotel „Quarnero“ (heute Grand Hotel Kvarner) nach Plänen des Wiener Architekten Franz Wilhelm eröffnet.
1885 erfolgt die Eröffnung des Hotels Kronprinzessin Stephanie – Stephanie und ihr Gatte Kronprinz Rudolf von Habsburg sind anwesend. Architekt Franz Wilhelm stattet das Hotel mit allem Luxus und neuer Technik der damaligen Zeit aus: Zentralheizung, Schwimmbad und später auch ein Kino erfreuen die Gäste.
Prominente Gäste stellen sich ein: James Joyce, Kaiser Franz Joseph I. und in späteren Jahren Josip Broz Tito. An den wechselnden Namen des Hotels kann man die jeweilige politische Situation der Gegend Opatijaausmachen: während der italienischen Zeit wurde das Hotel in Regina Elena, zu Ehren der Gattin von König Victor Emanuel III. umbenannt, zwischen1945 und 1948 hieß es Moskau, danach Central. Nach der Entlassung des Innenministers Ranković aus allen politischen Ämtern erhielt es seinen heutigen Namen – Imperial.
Der Österreichische Touristenclub gründete seine Sektion Abbazia und der Abbazianer Verschönerungsverein nahm seine Tätigkeit auf.
1887 gründete Heinrich von Littrow den Union Yacht Club Quarnero in Opatija – es war der erste an der adriatischen Küste. Bereits im ersten Jahr konnte er sich über 70 Mitglieder freuen.
1889 wurde Opatija von der Österreichischen Regierung offiziell als erstes klimatisches Seebad der Adria anerkannt. Der Bildhauer Hans Rathausky aus Graz schuf den „Helios und Selene“-Brunnen in der Nähe der St. Jakobs-Kirche. Der acht Kilometer lange Teil der Küstenpromenade (Lungomare) von Volosko nach Opatija wurde vollendet.Opatija
1890 wurde die ersten Villen errichtet, die die Wünsche der anspruchsvollsten Gäste erfüllen sollten – die erste „Amalia“ entstand als Nebengebäude des Hotels „Quarnero“.
1891 ist das Who is Who der feinen Gesellschaft anwesend: Stephanie, die Witwe von Kronprinz Rudolf von Habsburg, Graf Otto, der Neffe Franz Joseph I., Dr. Julius Glaxo – Wissenschaftler und Arzt aus Wien, Dr. Theodor Billroth, ein weltbekannter Chirurg, Dr. Leopold Schrötter von Kristelli, Dr, Rudolf Vrichow, Gyula Széchenyi, Baroness Emmy Reinleiny, Gräfin Margarethe von Harrach, Fürstin Eleonore Auersperg und viele andere…
Opatija1894 trifft Kaiser Franz Joseph in Opatija den deutschen Kaiser Wilhelm II. und seine Gattin Augusta Victoria, die in der Villa Amalia wohnten. Selbst die New York Times berichtet über das Treffen. Um seine angeschlagene Gesundheit zu stärken besucht auch Antonin Tschechow in diesem Jahr Abbazia.
1901 treffen sich der Rumänische König Karl und der Griechische Monarch Georg in der Villa Angiolina. Gustav Mahler verbringt einige Wochen in der Villa Jeanette und arbeitet an seiner IV. Symphonie.
1902 ist Bertha von Suttner (Nobelpreisgewinnerin) zu Gast, 1903 Vladimir Illitsch Lenin, der unter dem Namen Dr. Jerzenkijevitz eincheckt.
1904 besucht Kaiser Franz Joseph I. Opatija ein zweites Mal: die Außenmininster Goluchowsky (Österreich-Ungarn) und Tittoni (Italien) halten hier eine Konferenz ab. Die evangelische Kirche nach den Plänen von Carl Seidl wird eröffnet und zur Eröffnungsfeier reist der Norwegisch-Schwedische König Oscar II. nimmt an den Feierlichkeiten teil.
Wahrend der Osterfeiertage 1905 schreibt Gustav Mahler große Teile seiner 6.Symphonie.
1907 beginnt der Bau einer neuen, repräsentativen Kirche „Maria Verkündigung“ nach den Plänen von OpatijaCarl Seidl auf Initiative des Barons Franz von Reyer, der mit seiner Frau von Wien nach Optajia in die Villa Irene übersiedelt. Die „Kur- und Badezeitung der Österreichischen Riviera“ erscheint.
1908 wird die elektrische Straßenbahnlinie Matulji-Lovran-Opatjia eröffnet. Leo Henryk Sternbach, der Erfinder des Valiums wird in Abbazia geboren.
1911 wird die Küstenpromenade vollendet – sie ist 12 Kilometer lang und führt von Volosko nach Lovran. Der Tschechische Philosoph und Staatsmann Tomáš Masaryk ist mit seiner Gattin zu Besuch in Lovran – er wird 1918 der erste Präsident der unabhängigen Tschechoslowakei.
Ein multi-funktionaler Kurpalast mit Tanz- und Konzerthallen, einem Schwimmbad mit künstlichen Wellen, Geschäften und Cafes wird geplant, kann aber durch den Ausbruch des Ersten Weltkrieges nicht realisiert werden und wird später zu einem Open Air Theater.
1930 erhält die Villa Amalia einen ersten Stock, wird renoviert und zur Sommerresidenz der königlichen Italienischen Familie Savoia.
1931 wird die Sommerbühne mit der Oper Aida von Giuseppe Verdi eröffnet: sie fasst 6000 Besucher, die Bühne hat ein Ausmaß von 1000m2.
1933 wird die Straßenbahn von Opatija nach Lovran wieder abgeschafft.
1935 findet das erste internationale Opernfestival das Werken von Franz Lehar gewidmet ist, statt, im nächsten Jahr steht Emmerich Kalman im Mittelpunkt.
1946 kommt Josip Broz Tito, das erste Mal nach Opatija und hält eine Rede vom Balkon des Hotels Moskau (heute Imperial).
Weitere Hotels werden errichtet und der Tourismus wird weiter ausgebaut.
1981 wird der Straßentunnel durch den Berg Ucka eröffnet (5070 Meter) und 1999 gründet man den Nationalpark Ucka mit einer Größe von 146 km2.
2004 wird schließlich das 160jährige Tourismusjubiläum von Opatija gefeiert.
2005 entsteht der Walk of Fame: Die ersten acht Sterne erhalten Nikola Tesla, Miroslav Radman, Dragutin Tadijanovic Krieza, Drazen Petrovic, Janica Kostelic, Kresimir Cosic und Oliver Dragojevic.



 

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