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Rovinj

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Rovinj
Die Kirche der Hl. Euphemia
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RovinjMalerisch liegt das Städtchen an der istrischen Küste, die Häuser am Felsen bis zum Meer gebaut und über allem ragt – von Weitem sichtbar- der Kirchturm mit der Hl. Euphemia, der Beschützerin der Stadt.

Geschichte:

Der genaue Zeitpunkt der ersten Besiedelung von Rovinj ist unbekannt. Es scheint, dass bereits im RovinjAltertum eine Siedlung indogermanischer Volksstämme auf der Insel existierte. Rovinj war ursprünglich eine Insel vor der Küste, die erst später durch Aufschüttungen zu der Halbinsel wurde, wie wir sie heute kennen. In unmittelbarer Nähe von Rovinj gab es Funde, die beweisen dass sich hier eine Villa Rustica, ein Landhaus bzw. ein Landgut des Römischen Reiches befand, die aus dem 1. und 2. Jh. nach Chr. stammte. Die Römer nannten den Ort Mons Rubineus und Castrum Rubini. Die Anfänge des heutigen Rovinj fallen allerdings in das 7.Jh. Damals suchten die Romanen aus dem umliegenden Gebiet Zuflucht auf der kleinen Insel vor den slawischen Kroaten, die über den Berg Učka in das Innere der Halbinsel Istrien vorgedrungen waren. Im 7.Jh. nennt ein anonymer Autor aus Ravenna den Ort in seinen Schriften Ruvigno, Ruigno, Ruginio. Der Kern des heutigen Rovinj ist auch als Mons Rubeus (Roter Berg) bekannt und war immer wieder Zufluchtsort der Bevölkerung bei Angriffen vom Meer oder vom Festland aus. An der Ostseite wurde später eine Wehrmauer errichtet, während die Insel an der Westseite durch ihre hohen Felsenklippen relativ gut geschützt war. Im Verlauf des 7.Jh. nahmen die Überfälle immer mehr zu und die Bewohner errichteten an der nordöstlichen Seite eine neue Mauer, damals entstanden auch drei Türme. Der Mittlere war mit Die schmalen Gassen von Rovinjeiner Hängebrücke mit dem Festland verbunden. Erst 1763 schüttete man den schmalen Kanal, der die Insel vom Festland trennte, zu und schuf so die Halbinsel. Die Herrscher von Rovinj wechselten ständig: waren es nach den Römern die Langobarden, gehörte Rovinj ab 788 zum fränkischen Reich unter Karl dem Großen, danach gehörte die Stadt zum Einflussgebietes des Patriarchen von Aquileja. Vom 10. bis zum 12. Jahrhundert wurde die Stadtverwaltung organisiert: eine Versammlung von Bürgern wurde gegründet, alle wichtigen Entscheidungen im Großen Rat beschloss. Nach der Eroberung durch Venedig wurde diese Selbstverwaltung aber wieder stark eingeschränkt: ein sogenannter venezianischer Rovinj: schmale Gassen und venezianischer Einfluss„Podestá“ wurde an die Spitze der Verwaltung gestellt und nur mehr wenige Familien durften an der Ratsversammlung teilnehmen. Trotzdem gewann die Stadt Anfang des 15.Jhs. immer mehr an Bedeutung: Bausteine, Holz, Vieh und Fische wurden nach Venedig geliefert, die Seefahrt entwickelte sich rasant und Rovinj wetteiferte hier um die Vormachtstellung mit Piran. 1379 wurde Rovinj in den Krieg zwischen Genua und Venedig mit hineingezogen, von den Genuesern erobert und verwüstet. Diese nahmen sogar die Überreste der Hl. Euphemia aus ihrem Sarkophag und hielten sie einige Jahre in Genua fest. 1579 und 1599 drangen die Uskoken in die Stadt ein und verwüsteten sie schwer. Zwischen dem Rovinj: Häuserfront zum Meer12. und 17.Jh. hatte die Bevölkerung in ganz Istrien immer wieder mit Seuchen, vor allem der Pest, zu kämpfen. Viele Menschen suchten Zuflucht innerhalb der Stadtmauern, sodass die Zahl der Einwohner stark zunahm. Viele Häuser mussten zusätzlich gebaut werden, um den Zuflucht suchenden Unterkunft gewähren zu können und aus Platznot wurde diese an die Stadtmauer angelehnt.
Im Mittelalter war Rovinj ein wichtiger Hafen für die venezianischen Schiffe die mit der Levante, dem Der Hafen von RovinjNahen Osten, Handel trieben. 1797, nach dem Fall Venedigs, wählten die Einwohner in ihrer Versammlung 18 Vertreter der Familienältesten, die wieder die Stadtverwaltung übernahmen. Diese bestand auch in der Zeit der österreichischen Herrschaft bis 1805 und zur zeit der napoleonischen Illyrischen Provinzen bis 1813. Danach fiel Istrien wieder an Österreich und die Stadtverwaltung wurde eingeschränkt und der österreichischen Verwaltung angeglichen. Bis zur 2.Hälfte des 19.Jh. war Rovinj die größte Stadt und der größte Hafen Rovinj: von Venedig inspiriertIstriens. Neben Landwirtschaft und Fischerei entwickelte sich immer stärker Industrie und Handel. In der Stadt wurde die öffentliche Beleuchtung eingeführt und 1849 wurde auf der Insel Sveti Ivan ein Leuchtturm errichtet. 1852 bekam die Stadt ihr erstes Theater „Gandusio“ und 1888 ein großes Krankenhaus mit einer schönen Kirche und es entstehzt das erste offizielle Kurbad auf einer zu Rovinj gehörenden Insel. Ungefähr zur gleichen Zeit wurde das „Institut für Meeresbiologie“ gegründet, das auch heute noch tätig ist. In der zweiten Hälfte des 19.Jhs. verlassen viele Einwohner Rovinj und ziehen nach Pula, dem damals größten Kriegshafen der Rovinj: die schönen HinterhöfeÖsterreich-Ungarischen Monarchie. Unweit von Rovinj befindet sich auch das Wrack der „Baron Gautsch“. Das Schiff war ein Passagierschiff der Österreich-Ungarischen Reederei Österreichischer Loyd. Sie brachte von 1908 bis 1914 Passagiere auf der dalmatinischen Eillinie von Triest zu den verschiedenen Häfen an der nördlichen Adria Küste. Die Baron Gautsch lief am 13. August 1914 auf ihrem Rückweg von Veli Lošinj nach Triest vor der Insel Brijuni in ein, von der Rovinj - vom Meer aus gesehenÖsterreich-Ungarischen Kriegsmarine gelegtes Minenfeld und sank innerhalb weniger Minuten. 147 Menschen starben. Heute ist das Wrack ein beliebtes Ziel für Wracktaucher und wurde 1995 zum nationalen Kulturdenkmal erhoben.
Am Ende des Ersten Weltkrieges fällt Rovinj unter die Herrschaft des faschistischen Italiens bis 1943 und gerät danach unter deutsche Okkupation.

In der zweiten Hälfte des 20.Jh. ist Rovinj, wie das ganze Kroatien, ein Teil Jugoslawiens bis 1991. Danach strebt Kroatien die Selbständigkeit an, die auch 1992 anerkannt wird.



 

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