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Český Krumlov

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Ceský Krumlov (Foto:Archiv Ceský Krumlov)Eine Stadt, eingebettet und umrahmt von einer Moldauschleife, bewacht von einem Märchenschloss, das  am Felsen über der Stadt thront, eine Stadt der Mythen, Alchemisten, der Verzauberung. Besitz der Rosenberger, Eggenberger und Schwarzenberger. Pulsierend von Kultur, Fröhlichkeit und Genuss. Viele Male von Egon Schiele gemalt. Einfach eine Stadt, die man besuchen muss.

Geschichte

Ceský Krumlov - Blick auf die Stadt und die MoldauUntersuchungen belegen bereits die prähistorische und frühmittelalterliche Besiedlung der Gegend, doch erst Anfang des 13. Jahrhunderts beginnt die „wirkliche“ Geschichte der Stadt, die ihren Namen von den Mäandern der Moldau bekam: Chrumbenowe (Krummau), die krumme Au. Dieser Name taucht erstmalig 1253 als Bezeichnung einer der Hauptsitze des Geschlechtes der Wittigonen auf. Diese Familie teilte sich in mehrere Zweige auf, von denen jede dieser Linien eine fünfblättrige Rose in ihrem Wappen führte, die sich durch die Farben der Blume unterschieden. In Český Krumlov herrschte ursprünglich die Linie der Grünen Rose, nach deren Aussterben 1302 fiel die Herrschaft an das Geschlecht der Rosenberger (Rožemberk), die eine Rote Rose in ihrem Wappen führen.  Mit den Rosenbergern, einem der mächtigsten Adelsgeschlechter im böhmischen Königsreich begann der Aufstieg der Stadt. Durch ihre Machtfülle gelang es ihnen nicht nur den böhmischen und römischen König Wenzel  IV. zweimal auf Český Krumlov gefangen zu setzen, sie führte auch zu einer weiteren Vergrößerung ihrer Besitztümer während der Hussitenkriege und zu Ceský Krumlov - Schloss und JostkircheErweiterungen und Umbauten der Burg. Während der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts, unter der Herrschaft von Viléma von Rožmberk (Wilhelm von Rosenberg) wurde die gotische Gestalt durch umfangreiche Renaissance-Umbauten zu einem Schloss umgestaltet. Der einflussreiche Rosenberger bekleidete das Amt des höchsten Prager Burggrafen, war praktisch böhmischer Vizekönig. Zweimal wurde sogar seine Kandidatur für den polnischen Thron in Erwägung gezogen und der spanische König Philipp II. zeichnete ihn sogar mit dem prestigeträchtigsten Orden der katholischen Aristokratie aus, dem Orden vom Goldenen Vlies. Wilhelm knüpfte an die voran gegangene Blüte des Bergbaubetriebes in der Umgebung an und ließ auf seinem Besitz Teiche anlegen. Allerdings scheinen alle seine Unternehmungen seine wirtschaftlichen Möglichkeiten völlig ausgeschöpft zu haben. Nach seinem Tod 1592 musste sich sein Bruder Petr Vok mit so großen finanziellen Schwierigkeiten herum schlagen, dass er gezwungen war, den Besitz an Kaiser Rudolf II. zu verkaufen und nach Ceský Krumlov - Die krumme AuTřeboň umsiedelte. 1611 starb mit seinem Tod das Geschlecht derer von Rosenberg aus.
Die Herrschaft der Habsburger brachte für Český Krumlov eher Stillstand denn eine Weiterentwicklung. Allerdings erzählt man sich aus dieser Zeit eine der grausamsten Geschichten: Kaiser Rudolf II. hatte einen geistesgestörten, unehelichen Sohn – Don Julius Caesar d’Austria – den er hierher verbannte. Dieser fand Gefallen an einer jungen Frau aus dem Ort und befahl sie zu sich. Schon beim ersten Zusammentreffen ärgerte er sich über sie, verprügelte sie auf das Heftigste und stach auch auf sie ein. Da er sie für tot hielt, warf er sie einfach aus dem Fenster.
Dieses Mal hatte die junge Frau noch Glück, sie fiel auf einen Misthaufen und konnte schwer verletzt überleben. Doch Julius gab nicht auf. Nachdem sich die junge Badnerin wieder erholt hatte, setzte er ihren Vater in Gefangenschaft und ihre Mutter solange unter Druck bis sie ihre Tochter wieder zu ihm auf das Ceský Krumlov - PrälaturSchloss brachte. Diesmal war der Besuch ihr Todesurteil. Julius kam so in Raserei, dass er die junge Frau komplett zerstückelte. Nach diesem Vorfall befahl der Kaiser den Bastard im Schloss gefangen zu halten. Er lebte in einem Zimmer eingesperrt, seine Schizophrenie wurde immer stärker und es wird erzählt, dass manchmal seine lauten Schreie über die ganze Stadt hallten. Die Krumlauer waren froh als er 1609 starb.
1622 erhielt das steiermärkische Geschlecht derer von Eggenberg Český Krumlov zum Geschenk. Diese waren zu Geld gekommene Bürger aus Graz und entstammten eigentlich keinem Adelsgeschlecht; doch mit der Übernahme von Krumau sicherten sie sich den Herzogtitel. 1628 wurde das Reichsfürstentum mit Herzogtitel von Kaiser Ferdinand II. bestellt. Das Wappen der Krumlover Herzöge knüpfte an die Rosenberger Tradition an: es wurde durch fünf rote Rosen symbolisiert. Drei Eggenberger Generationen trugen diese Rosen in ihrem Wappen, doch erst die letzten Vertreter des Geschlechts (Johann Christian und Ceský Krumlov - Hl. FlorianMarie Ernestine von Eggenberg) ließen sich auch in Krumlov nieder. Sie verwandelten die Stadt wieder in ein bedeutendes gesellschaftliches und kulturelles Zentrum, in einen Mittelpunkt für Musik, Oper und Ballet. Marie Ernestine ist im hohen Maße auch für die Erweiterung der Schlossbibliothek verantwortlich, die heute als  zweitgrößte in Tschechien gilt. Sie waren es auch die das Theater im V. Schlosshof und die Pestsäule auf dem Marktplatz errichten sowie die Erweiterung des Schlossgartens durchführen ließen. Das Barocktheater ist eines der schönsten und komplettesten Juwel seines Genres.
1719 kommen die Schwarzenberger, die aus Niederfranken stammten, Gebiete in Österreich und in Böhmen, die Herrschaft Třeboň und Hluboká besaßen, in den Besitz von Český Krumlov. Durch die Verbindung dieser Dominien werden die Schwarzenberger zu den reichsten Adeligen des Landes und tragen den Titel „Herzöge von Krumlov“. Während der Zeit von Joseph Adam von Schwarzenberg (1741 – 1782) erhält das Schloss seine heutige Gestalt: das Schlosstheater wird Ceský Krumlov - Planumgebaut, die Mantelbrücke, das Lustschloss Bellarie im Garten und eine Reithalle im Schlossgarten werden errichtet, ebenso der Masken- und der Spiegelsaal.
Mit dem Beginn des 19.Jahrhunderts verlieren die Grundherren ihr Interesse an diesem Besitz, in der Mitte des Jahrhunderts übernehmen die Bürger die Verwaltung der Stadt, die von großen Veränderungen während der industriellen Revolution ebenso verschont bleibt wie später von Umbauten während der kommunistischen Ära. In der Zeit des Nationalsozialismus gibt auch hier Auseinandersetzungen zwischen der tschechischen und deutschen Bevölkerung, sodass es am Ende des Zweiten Weltkrieges zur Aussiedelung der deutschen Bevölkerung kommt. 1940 wird der Besitz der Schwarzenberger von den Nazis konfisziert und 1947 durch den tschechoslowakischen Staat enteignet – erst nach der Samtenen Revolution wird die Stadt wieder zu dem, was sie bereits in früheren Zeiten war: ein Zentrum der Kultur, des Feierns, der Mystik, der Veranstaltungen und des Zusammentreffens.



 
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Datum 01.05.11
Uhrzeit 11:40
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