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Třebič

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Basilika des Hl. Prokop
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Třebíč - Basilika des Hl. Prokop und das WaldsteinschlossTřebič hat eine lange wechselhafte Geschichte. Die erste schriftliche Erwähnung stammt aus dem Jahr 1101. Brachte ihre hervorragende Lage zwischen den Königsstädten Brno, Jilhava und Znojmo anfangs Vorteile, wurde die Stadt später immer wieder in kriegerische Auseinandersetzungen hineingezogen und verwüstet. Brände wüteten und die Bevölkerung litt unter Seuchen. Heute beeindruckt die Stadt durch ihre vielen Sehenswürdigkeiten: die Basilika des Hl. Prokops und das jüdische Viertel stehen auf der Liste des UNESCO Weltkulturerbes.

Geschichte

1101 gründen die Fürsten aus dem mährischen Zweig der Přemislyden (Oldřich Brněnský – Ulrich von Třebíč - Waldsteinschloss und Prokopbasilika (Foto: Czechtourism)Brünn und Litold Znojemský – Litold von Znaim) hier ein Benediktinerkloster, um das sich eine mittelalterliche Stadt an beiden Seiten des Flusses Jilhava entwickelt. Durch die Großzügigkeit der Fürsten gehört das Kloster zu den reichsten im ganzen Königreich und wird ein bedeutendes Bildungszentrum. Die älteste erhaltene Urkunde stammt aus dem Jahre 1277.  Der Abt Martin spricht über die Verdienst von Herman in Třebíč, der als Gründer der Stadt angesehen werden kann. In der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts (möglicherweise zwischen 1240 und 1260) beginnt der Bau der Basilika im romanisch-gotischem Stil. Diese wird zuerst der Jungfrau Maria geweiht, später dem Hl. Prokop. 1335 wird Třebíč vom späteren Kaiser Karl IV. und seinem Vater, dem tschechischen König Jan Lucembursky zur Stadt erhoben und der Bau einer Stadtmauer genehmigt, deren Reste heute noch erhalten sind. Diese schütze die Stadt bis ins 18. Jahrhundert, dann verloren sie an Bedeutung und hinderte eher die Stadt bei ihrer Ausdehnung. Obwohl Třebíč nicht den Status einer königlichen Stadt erhält, steht sie von nun an unter königlichen Schutz und kann so Entscheidungen Třebíčfreier, ohne Abhängigkeit vom Kloster, treffen. Bereits 1338 wird das Jugendviertel von Třebíč erstmals erwähnt. In 1468 – während der kriegerischen Auseinandersetzungen zwischen Jiří Podiebrad und Matthias Covinus (Hussitenkriege) wird die Stadt fast völlig vernichtet und verliert damit ihr gotischen Aussehen. Matthias Covinus sendet einen stolzen Brief über den Sieg an die Katholiken: „… Třebíč wurde eingenommen, zerstört und bis auf den Grund niedergebrannt.“ Die Stadt war damit aus der Landkarte gelöscht. Sieben Jahre lang – glaubt man den Chroniken – bestand sie nur aus Ruinen. Über die nächsten zwanzig Jahre gibt es nur spärliche Aufzeichnungen. 1483 findet der Tschechische König Vladislav Zuflucht während einer Seuchenepidemie und gewährt dadurch den tschechischen Adeligen einige Privilegien. 1490 verpachtet König Vladislav das Kloster an Vilem von Pernstejn, die Pacht geht 1556 in einen Erbbesitz der Pernstejns über. Dazwischen – in 1525 überträgt Jan von Pernstejn den Besitz an Arkleb Cernohorsky von Boskovice, der dafür sorgt, Třebíčdass die Verwaltung der Stadt von den Mönchen in eine feudale säkulare Administration übergeht.
Da in der Stadt später auch immer wieder schwere Brände ausbrechen, sind auch nur wenige Renaissance-Bauten erhalten. Die Bedeutung der Stadt zeigt sich am Karlsplatz, der mit seiner Fläche von 22.000m2 einen guten Eindruck darin bietet.
Die Blütezeiten der Stadt wechseln sich immer wieder mit Stillstand und Verfall ab. Vor der Schlacht am Weißen Berg sympathisiert Třebíč mit der religiösen Gemeinschaft der „Mährischen Brüder“ (jednota bratrská), die jedoch während des Dreißigjährigen Krieges fast vollständig vernichtet wird. Třebič jedoch, übersteht den Krieg relativ unbeschädigt und wehrt sich auch lange Zeit gegen eine neuerliche Katholisierung. Die Stadt kommt ab dieser Zeit bis zur Enteignung 1945 im Besitz der Waldsteins. 1614 verläßt Katharina von Waldstein aus religiösen Gründen Třebíč und übergibt die Besitztümer an ihren Bruder Adam. In ihrem Testament ordnet sie an, dass der Besitz immer an den ältesten Sohn weitergegeben wird, und bestimmt das Erbe als unteilbar, außerdem dürfen die Besitzungen weder Třebíčveräußert noch belastet werden. Dieses Erbrecht bringt die lange Herrschaft der Waldsteins über das Gebiet. Etwas später, nach der Übernahme der Waldsteins, bauen die Katholiken als Zeichen des Sieges das Kapuziner-Kloster in Jejkov, das früher das Zentrum der Mährischen Bruderschaft war und eine Kapelle, ein Spital und einen Friedhof der Brüderschaft beherbergt hatte. Das Kloster und die Kirche im einfachen Stil der Kapuziner wird 1693 an der Stelle der früheren Kapelle der Brüderschaft vollendet. 1619 übernachtet Friedrich V., als Friedrich I. böhmischer König (genannt der Winterkönig, da er nur ein Jahr regiert) übernachtet in Třebíč.
Das 18. Jahrhundert bringt viele Auseinandersetzungen mit dem Geschlecht der Waldsteins, am Häufigsten wird mit Jan Josef von Waldstein gestritten, der die alten Privilegien der Stadt angreift und abschaffen will, was ihm allerdings nicht gelingt.
Das 19. Jahrhundert bringt große Veränderungen: Statt der Weber und Tuchmacher steht nun die Herstellung von Schuhen und die Lederbearbeitung im Mittelpunkt. Gleich am Anfang des Jahrhunderts, 1805, steht die Stadt wieder vor einer großen ökonomischen Herausforderung während des napoleonischen Krieges: Marschall Benadotte zieht mit seiner Armee in Třebíč ein und die Stadt muss TřebíčSoldaten und Pferde verpflegen. In 1830 sorgen Überschwemmungen immer wieder für Zerstörungen, dazu bricht 1832 und 1836 die Cholera aus.
In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts zeigen auch hier nationale Bestrebungen Erfolg: die Tschechisch sprachige Bevölkerung setzt sich im Kampf um die politische Macht gegen die reichere deutschböhmische Minderheit durch, ein Gemeindehaus für das soziale und kulturelle Leben entsteht 1871. 1850 wird die Stadt Verwaltungszentrum und ist nun Sitz der neu errichteten Bezirkshauptmannschaften. Der Schuh- und Ledererzeugung findet auf Grund ihrer Qualität internationale Beachtung und kann sogar eine Bronze Medaille gewinnen. 1886 wird die Stadt an das Bahnnetz angeschlossen.
Třebíč1931 kauft Tomas Bata eine der vier herausragenden Schuherzeugungsfirmen (Budischowski). Der Zweite Weltkrieg und hier vor allem die Jahre 39-45 vernichten nahezu die gesamte jüdische Gemeinde von Třebíč. Zwischen dem 18 und 19.Mai 1942 ordnen die deutschen Besatzer die Deportation von 281 Juden ins Konzentrationslager nach Terezin an. Nur 10 Personen kommen nach 1945 in die Stadt zurück.
Auch heute ist die Schuhherstellung, neben dem Maschinenbau, der Holzverarbeitung sowie dem Bau von Kernkraftwerksanlagen und –ausrüstungen, noch ein wirtschaftlicher Schwerpunkt in Třebíč. Seit der Samtenen Revolution wurde viel in den Wiederaufbau und die Renovierung der Stadt investiert, die sich heute wieder lebendig im neuen Look präsentiert ohne die Schätze der Vergangenheit zu vernachlässigen. Schwerpunkt einer Besichtigung ist in jedem Fall die Basilika des Hl. Prokops und das ehemalige jüdische Viertel mit der Vorderen und der Hinteren Synagoge.



 
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