Nationalpark Neusiedler See

Neusiedler See

Neusiedler See

Als Meer der Wiener wird der Neusiedler See bezeichnet und wie ein Meer sieht es auch aus, wenn man – von der Autobahn (Abfahrt Neusiedl am See) kommend – Richtung Neusiedl die Straße hinunter zum See nimmt. Am Neusiedler See tummeln sich aber nicht nur erholungssüchtige Touristen und Wiener, der Nationalpark ist einer der einzigartigsten in ganz Europa. Er bietet vielen Vogelarten ungestörte Brutplätze und für die Zugvögel die Möglichkeit einen letzten Stopp auf ihrem langen Weg einzulegen. Einzigartig sind die Flora des westlichsten europäischen Steppensees und die grenzüberschreitende Zusammenarbeit mit den ungarischen Nachbarn bei der Erhaltung, Bewahrung und Bewirtschaftung dieses wunderbaren Stücks Erde. Europa wie es sein sollte!

Da es sich lohnt nicht nur die österreichische oder die ungarische Seite des Sees und des Nationalparks kennen zu lernen, stellen wir Ihnen die beiden Seiten der Medaille gemeinsam vor – damit wird derselbe Text in den Menüs Österreich und Ungarn aufgelistet.

Die Entwicklungsgeschichte des Sees

Neusiedler SeeAusläufer des Weltmeeres bedeckten vor rund 16 Millionen Jahren das Wiener Becken und die Kleine Ungarische Tiefebene, vor ca. 13 Millionen Jahren zog sich das Meer nach Osten zurück und es bildete sich ein Binnengewässer, in das durch einmündende Flüsse gewaltige Sedimentmengen eingelagert wurden. Erst als dieses Binnenmeer sich ebenfalls nach Osten verlagerte, kam die erste Vegetation im Seewinkel auf. Der Neusiedler See entstand jedoch erst viel später, etwa zwischen 16.000 und 12.000 v. Chr. Während dieser Zeit (Spät- und Nacheiszeit) senkt sich der Boden und in mehreren Phasen entstehen Wannen und Becken, zuerst im Bereich des Hanság (Waasen). Zuflüsse und Niederschläge bilden hier einen See, der allerdings immer wieder austrocknet, da er überwiegend mit Regenwasser gespeist wird. Das Einzigartige am Neusiedler See und seiner Umgebung ist, dass er von verschiedenen Landschaftsräumen geprägt wird: hier findet sich alpiner, pannonischer, asiatischer, mediterraner und nordischer Einfluss wieder und schafft damit einen für Europa einzigartigen Naturraum.

Neusiedler SeeFeucht- und Trockenperioden wechseln etliche Male und bestimmen das Bild der Natur. Während 4000 v.Chr. das Grundwasser ansteigt und damit den Seewinkel und den Hanság unter Wasser setzt, schreiben sich die Jahre 500 v.Chr. bis 200 n.Chr. als Trockenperiode ins Geschichtsbuch. Ab 1616 bestehen immer wieder Pläne zur Trockenlegung des Sees, 1740 bis 1742 trocknet er komplett aus und seine Fläche wird landwirtschaftlich genutzt, doch ab 1768 steigt der Wasserspiegel wieder an. 1777 bis 1780 wird ein Damm zwischen Esterháza und Pamhagen errichtet, der den Hanság abtrennt, 1786 erreicht die Wasserfläche ihre größte Ausdehnung von 515 km2, um später wieder abzunehmen und schließlich von 1811 bis 1813 wieder völlig auszutrocknen. 1885 beginnt man mit der Planung eines Kanals von Pamhagen zur Rabnitz und zur tiefsten Stelle des Sees, der aber 1893 auf Grund von Geldmangel nicht gebaut wird. 1895 ist es dann soweit: es beginnen die Bauarbeiten zum sog. Einserkanal, die 1909 abgeschlossen werden. Bei Öffnung der Schleusen kann man nun die Hanság-Wiesen überfluten, der Einserkanal wird Neusiedler See„Regulierungsbau“. 1924 erreicht die Seefläche nur mehr 200km2. Bereits 1866 erschienen die ersten Forschungsarbeiten über den See. Die Universität Wien unterhält hier ein beliebtes Freilandlabor, wobei die erste Biologische Station erst 1954 eingerichtet wird. Vor und während des Zweiten Weltkrieges weisen bereits viele anerkannte Wissenschaftler auf die Bedeutung des Sees und seiner Fauna und Flora hin. Die ersten Pachtverträge durch den ÖNB erfolgen Mitte der 1930er Jahre. 1926 werden erstmals per Gesetz Naturschutzgebiete (Banngebiete) festgelegt.  1932 werden weitreichende Nutzungsbeschränkungen für die Zitzmannsdorfer Wiesen und die Lackenbereiche in Illmitz verordnet, Apetlon folgt 1936. 1959 wird ein Betretungsverbot für die Schilfflächen zwischen 1. April und 31. Juli erlassen – 1992 kommt es zum Gesetz zur Errichtung des Nationalparks. Davor wurden bereits Verhandlungen mit dem ungarischen Nachbarn geführt – 1988 bekundeten die Regierungen von Ungarn und Österreich den Wunsch nach einem grenzüberschreitenden Nationalpark.

Fünf verschiedene Landschaften bestimmen die Einzigartigkeit

  • Der Neusiedler See liegt an der tiefsten Stelle der Kleinen Ungarischen Tiefebene in einer abflusslosen Wanne, die heute etwa 320 km2 groß ist.
  • Im Westen begrenzt das Leithagebirge mit seiner 450 Meter Höhe auf einer Länge von etwa 30 km das Gebiet.
  • Etwa 40 Meter über dem Seebecken liegt im Norden die 200 km2 große Schotterflur der Parndorfer Platte.
  • Größtenteils auf ungarischem Staatsgebiet dehnt sich im Südosten der Hanság auf etwa 460 km2 aus.
  • Zwischen Parndorfer Platte und Einserkanal erstreckt sich im Osten die Tiefebene des Seewinkels auf ca. 450 km2.

Neusiedler SeeDiese unterschiedlichen Landschaften sind auch für die große Vielfalt der Fauna und Flora verantwortlich. Im Nationalpark steht ein Mosaik an verschiedenartigen Lebensräumen zur Verfügung, wie etwa der Schilfgürtel bzw. die großen Schilfinseln mit eingelagerten Blänken (das sind Wasserflächen im Schilf), das Verlandungsgebiet des Sees mit wechselfeuchten Wiesen und Salzstandorten, der mehr als 20 Kilometer lange, sandige Seedamm am Ostufer zwischen Weiden und der Staatsgrenze, die Wiesengebiete der Seerandzone, die Reste großer Weideflächen (Hutweiden – Puszta) und die oft austrocknenden Lacken mit ihrem unterschiedlichen Salzgehalt.

Neusiedler See

Neusiedler See

Als Meer der Wiener wird der Neusiedler See bezeichnet und wie ein Meer sieht es auch aus, wenn man – von der Autobahn (Abfahrt Neusiedl am See) kommend – Richtung Neusiedl die Straße hinunter zum See nimmt. Am Neusiedler See tummeln sich aber nicht nur erholungssüchtige Touristen und Wiener, der Nationalpark ist einer der einzigartigsten in ganz Europa. Er bietet vielen Vogelarten ungestörte Brutplätze und für die Zugvögel die Möglichkeit einen letzten Stopp auf ihrem langen Weg einzulegen. Einzigartig sind die Flora des westlichsten europäischen Steppensees und die grenzüberschreitende Zusammenarbeit mit den ungarischen Nachbarn bei der Erhaltung, Bewahrung und Bewirtschaftung dieses wunderbaren Stücks Erde. Europa wie es sein sollte!

Da es sich lohnt nicht nur die österreichische oder die ungarische Seite des Sees und des Nationalparks kennen zu lernen, stellen wir Ihnen die beiden Seiten der Medaille gemeinsam vor – damit wird derselbe Text in den Menüs Österreich und Ungarn aufgelistet.

Die Entwicklungsgeschichte des Sees

Neusiedler SeeAusläufer des Weltmeeres bedeckten vor rund 16 Millionen Jahren das Wiener Becken und die Kleine Ungarische Tiefebene, vor ca. 13 Millionen Jahren zog sich das Meer nach Osten zurück und es bildete sich ein Binnengewässer, in das durch einmündende Flüsse gewaltige Sedimentmengen eingelagert wurden. Erst als dieses Binnenmeer sich ebenfalls nach Osten verlagerte, kam die erste Vegetation im Seewinkel auf. Der Neusiedler See entstand jedoch erst viel später, etwa zwischen 16.000 und 12.000 v. Chr. Während dieser Zeit (Spät- und Nacheiszeit) senkt sich der Boden und in mehreren Phasen entstehen Wannen und Becken, zuerst im Bereich des Hanság (Waasen). Zuflüsse und Niederschläge bilden hier einen See, der allerdings immer wieder austrocknet, da er überwiegend mit Regenwasser gespeist wird. Das Einzigartige am Neusiedler See und seiner Umgebung ist, dass er von verschiedenen Landschaftsräumen geprägt wird: hier findet sich alpiner, pannonischer, asiatischer, mediterraner und nordischer Einfluss wieder und schafft damit einen für Europa einzigartigen Naturraum.

Neusiedler SeeFeucht- und Trockenperioden wechseln etliche Male und bestimmen das Bild der Natur. Während 4000 v.Chr. das Grundwasser ansteigt und damit den Seewinkel und den Hanság unter Wasser setzt, schreiben sich die Jahre 500 v.Chr. bis 200 n.Chr. als Trockenperiode ins Geschichtsbuch. Ab 1616 bestehen immer wieder Pläne zur Trockenlegung des Sees, 1740 bis 1742 trocknet er komplett aus und seine Fläche wird landwirtschaftlich genutzt, doch ab 1768 steigt der Wasserspiegel wieder an. 1777 bis 1780 wird ein Damm zwischen Esterháza und Pamhagen errichtet, der den Hanság abtrennt, 1786 erreicht die Wasserfläche ihre größte Ausdehnung von 515 km2, um später wieder abzunehmen und schließlich von 1811 bis 1813 wieder völlig auszutrocknen. 1885 beginnt man mit der Planung eines Kanals von Pamhagen zur Rabnitz und zur tiefsten Stelle des Sees, der aber 1893 auf Grund von Geldmangel nicht gebaut wird. 1895 ist es dann soweit: es beginnen die Bauarbeiten zum sog. Einserkanal, die 1909 abgeschlossen werden. Bei Öffnung der Schleusen kann man nun die Hanság-Wiesen überfluten, der Einserkanal wird Neusiedler See„Regulierungsbau“. 1924 erreicht die Seefläche nur mehr 200km2. Bereits 1866 erschienen die ersten Forschungsarbeiten über den See. Die Universität Wien unterhält hier ein beliebtes Freilandlabor, wobei die erste Biologische Station erst 1954 eingerichtet wird. Vor und während des Zweiten Weltkrieges weisen bereits viele anerkannte Wissenschaftler auf die Bedeutung des Sees und seiner Fauna und Flora hin. Die ersten Pachtverträge durch den ÖNB erfolgen Mitte der 1930er Jahre. 1926 werden erstmals per Gesetz Naturschutzgebiete (Banngebiete) festgelegt.  1932 werden weitreichende Nutzungsbeschränkungen für die Zitzmannsdorfer Wiesen und die Lackenbereiche in Illmitz verordnet, Apetlon folgt 1936. 1959 wird ein Betretungsverbot für die Schilfflächen zwischen 1. April und 31. Juli erlassen – 1992 kommt es zum Gesetz zur Errichtung des Nationalparks. Davor wurden bereits Verhandlungen mit dem ungarischen Nachbarn geführt – 1988 bekundeten die Regierungen von Ungarn und Österreich den Wunsch nach einem grenzüberschreitenden Nationalpark.

Fünf verschiedene Landschaften bestimmen die Einzigartigkeit

  • Der Neusiedler See liegt an der tiefsten Stelle der Kleinen Ungarischen Tiefebene in einer abflusslosen Wanne, die heute etwa 320 km2 groß ist.
  • Im Westen begrenzt das Leithagebirge mit seiner 450 Meter Höhe auf einer Länge von etwa 30 km das Gebiet.
  • Etwa 40 Meter über dem Seebecken liegt im Norden die 200 km2 große Schotterflur der Parndorfer Platte.
  • Größtenteils auf ungarischem Staatsgebiet dehnt sich im Südosten der Hanság auf etwa 460 km2 aus.
  • Zwischen Parndorfer Platte und Einserkanal erstreckt sich im Osten die Tiefebene des Seewinkels auf ca. 450 km2.

Neusiedler SeeDiese unterschiedlichen Landschaften sind auch für die große Vielfalt der Fauna und Flora verantwortlich. Im Nationalpark steht ein Mosaik an verschiedenartigen Lebensräumen zur Verfügung, wie etwa der Schilfgürtel bzw. die großen Schilfinseln mit eingelagerten Blänken (das sind Wasserflächen im Schilf), das Verlandungsgebiet des Sees mit wechselfeuchten Wiesen und Salzstandorten, der mehr als 20 Kilometer lange, sandige Seedamm am Ostufer zwischen Weiden und der Staatsgrenze, die Wiesengebiete der Seerandzone, die Reste großer Weideflächen (Hutweiden – Puszta) und die oft austrocknenden Lacken mit ihrem unterschiedlichen Salzgehalt.

Zitzmannsdorfer Wiesen, Illmitz Hölle, Sandegg-Neudegg

 Der Nationalpark gliedert sich in sieben Gebiete, die auf Grund ihrer Beschaffenheit unterschiedliche Aufgaben haben und die wir hier kurz vorstellen möchten

 

 

Die Zitzmannsdorfer Wiesen

Neusiedler SeeDie reich strukturierte Wiesenlandschaft wurde schon in den 1920ern unter Naturschutz gestellt und erstreckt sich zwischen dem nordöstlichen Seevorgelände und den Golser Weingärten. Auf dem Radweg B10 kommen Sie von Weiden aus entlang des natürlichen Seedamms nach Podersdorf. Auf der Seeseite findet man Salzfluren und Schilfflächen, während auf der „Landseite“ wechselfeuchte Wiesen mit Halbtrockenrasen wechseln. Den Namen hat das Gebiet von der Ortschaft Zitzmannsdorf, die 1529 während des Türkenkrieges zerstört wurde. Botaniker finden hier viel Sehens- und Staunenswertes: Federgras, Stengellosen Tragant und Österreichischen Salbei, in feuchteren Bereichen auch Salzwiesen-Schwertlilie, Moorglanzstendel und Grau-Asser. In den nassen Wiesen kann man Uferschnepfen, Rotschenkel, Großen Brachvogel und Kiebitz, sowie eine der Rarität unter den Schmetterlingen  - den Steppenfrostspanner – beobachten.

Nehmen Sie sich etwas Zeit und wandern Sie über den sogenannten „Mitterweg“, der auch über die Landesstraße Podersdorf-Weiden erreichbar ist: vielleicht sehen Sie auch die Rinderherde, die hier im Seevorgelände für die natürliche „Pflege“ des Geländes eingesetzt wird.

Illmitz Hölle

Neusiedler SeeDie „Hölle“ und Illmitz sind neben der Langen Lacke in Apetlon wahrscheinlich die bekanntesten Gebiete des österreichischen Teils des Nationalparks. Hier befindet sich auch das Nationalpark Informationszentrum und entlang der Radwege (B10, B20) finden Sie eine Reihe von Beobachtungshochständen. Im Informationszentrum hilft man Ihnen gerne bei Fragen weiter, hier ist auch meistens der Ausgangspunkt für die geführten Exkursionen in den Nationalpark, die wir auf jeden Fall empfehlen möchten (Achtung: Melden Sie sich immer zu den Exkursionen spätestens am Vortag an, da teilweise die Teilnehmerzahl eingeschränkt ist, bzw. auch eine bestimmte Anzahl an Interessenten angemeldet sein müssen, damit die Führung durchgeführt wird). Neben dem Informationszentrum am nördlichen Ortsrand von Illmitz bietet ein 12 Meter hoher Turm einen ersten Einblick in die Kleine Ungarische Tiefebene. Im Zentrum finden Sie Informationspulte und anderes Anschauungsmaterial ebenso wie eine, mit gut 2.000 Büchern sortierte, Bibliothek zu den verschiedensten Nationalpark relevanten Themen. Wechselnde Ausstellungen führen den Besucher in die Welt des Nationalparks ein.

Neusiedler See - IllmitzDas Gebiet der Illmitzer Hölle zeichnet sich durch seenahe Salzlacken mit angrenzenden Wiesen aus. Durch den natürlichen Seedamm wurde das Seevorgelände abgetrennt. Hier und im schmalen Schilfgürtel entstanden wertvolle Lebensräume für viele Vogelarten, aber auch für seltene Pflanzen. Im Uferbereich bei Podersdorf ziehen im Frühjahr Graugänse ihre Jungen auf, die durchziehenden Watvogelarten nutzen die Stinkerseen und die Feuchtwiesen als Rastplatz. Der Obere und der Untere Stinkersee haben ihre Namen nicht ganz zu Unrecht erhalten: durch ihren äußerst hohen Gehalt an Schwefelwasserstoff „duften“ sie eben manchmal auf eine ganz bestimmte Art und Weise. Wenn die Lacken in heißen Sommern ganz oder teilweise austrocknen, bilden sich an ihren Rändern ausgedehnte Sodaschnee-Felder mit Teppichen von Salzkresse und Salz-Aster. Mehrere Seeschwalbenarten findet man am Unteren Stinkersee, während die Säbelschnäbler eher den Oberen Stinkersee anzutreffen sind. Regenpfeifer bevorzugen den vegetationslosen Uferstreifen und Stelzenläufer die Zicklacke. Anzutreffen ist hier aber auch die Südrussische Tarantel. Um die Brutplätze der vielen Vogelarten offen zu halten, findet man südlich der Biologischen Station Herden von Przewalski-Pferden und Angus Rindern. Ein Netzwerk kleiner Staueinsätze in Entwässerungsgräben verhindert das Abließen von Oberflächenwasser seit 2008.

Der Aussichtsturm am Seedamm in der Hölle ist sogar per Auto zu erreichen und der sandige Weg nördlich der Biologischen Station lädt zu einer Wanderung ein.

Sandegg-Neudegg

Neusiedler SeeDieses Gebiet grenzt an die Naturzone des Nationalparks. Zu den Naturzonen gibt es keinen Zutritt und es werden auch keine Pflegemaßnahmen gesetzt – die Natur soll sich in diesen Regionen möglichst ohne Beeinflussung entwickeln. Die Sandegg-Neudegg Zone ist charakterisiert durch periodisch überflutete Wiesen und reich strukturierte Schilfbestände. Hier kann man Silber- und Graureiher und Löffler beobachten, auch eine Reihe von Enten- und Gänsearten, zahlreiche Schilfsingvögel und die Rohrweihe. Durchzügler wie Kraniche sind hier ebenfalls manchmal zu Gast. Wer sich leise und vorsichtig verhält, kann dort tagsüber auch Rehe, Rothirsche und Wildschweine – meist in sicherer Deckung  - beobachten.

Von den beiden ehemaligen ungarischen Grenzwachtürmen haben nun Besucher – vor allem am Vormittag – einen wunderbaren Ausblick über das Schilf, die Wiesen und das Wasser. An der südlichen Seite des Seedamms werden Sie eine Herde mit weißen Eseln vorfinden, auch eine Graurinder- und eine Wasserbüffelherde sorgen für „natürliche“ Bewirtschaftung des Gebietes. Dadurch gelang es, das Schilf wieder zurück zu drängen und so große, teils mit Seewasser bedeckte Wiesenflächen als Rast-, Brut- und Aufzuchtgebiet für viele Vogelarten zu gewinnen.

Apetlon, Waasen-Hanság, Fertő, Hanság

Apetlon – Lange Lacke

Neusiedler SeeDie Lange Lacke stand in Österreich lange Zeit als Synonym für den Kampf um Naturschutz. An Seite des WWFs, der 1963 aus Sorge um das Vogelparadies gegründet wurde, kämpfte der österreichische Maler Gottfried Kumpf an vorderster Front für die Erhaltung. Sein Bild „Löffler über der Langen Lacke“ war das „Werbesujet“ der WWF-Kampagne.

Das Lacken- und Hutweidegebiet (Hut – von Herden hüten, in Ungarn Puszta) nördlich von Apetlon zählt zu den ornithologisch interessantesten Gebieten in Österreich. Die Lange Lacke, die beiden Wörthenlacken, Neubruch- und Fuchslochlacke bieten vielen Zugvögeln einen Rastplatz auf ihrer Frühjahrs- und Herbst“wanderung“. Hier brüten aber auch Kiebitz, Uferschnepfe und Rotschenkel, an den Lackenrändern kann man Säbelschnäbler und Seeregenpfeifer antreffen. Hamster, Ziesel und Steppeniltis finden hier ein zu Hause. Ab etwa Mitte Oktober finden sich an der Langen Lacke tausende Bläss-, Saat- und Graugänse ein,  um hier zu überwintern.
Zur Langen Lacke kommen Sie von drei Seiten: Vom Parkplatz (mit Imbiss-Restaurant) an der Straße Apetlon – Wallern, vom Güterweg nach St. Andrä/Zicksee und vom Güterweg nach Frauenkirchen.

Um die Lange Lacke gibt es einen etwa 10 km langen Rundweg. Planen Sie dafür mindestens drei Stunden ein, um genügend Zeit für Beobachtungen zu haben. Fernglas nicht vergessen!

Waasen – Hanság (österreichischer Teil)

Neusiedler SeeDer österreichische Teil des Hanság – südlich von Andau, Tadten und Wallern – wird Waasen genannt. Die letzten Lacken verschwanden hier mit der Errichtung des Einserkanals Ende des 19. Jahrhunderts. Einige Jahre später wurde die Torfnutzung in diesem Niedermoorgebiet eingestellt. Heute ist das ehemalige Teilbecken des Neusiedler Sees weitgehend entwässert, nach intensiver landwirtschaftlicher Nutzung geht diese nun wieder zurück. Der Waasen ist zwar das kleinste Teilgebiet, hat aber große Bedeutung als Balzrevier und Brutplatz der Großtrappe, die in Österreich schon vom Aussterben bedroht war. Durch die Zusammenarbeit mit Ungarn im Rahmen des Nationalparkprojektes gelang es ab 1990 die Population zu stabilisieren. Im Waasen sind auch andere selten gewordene Vogelarten wie der Große Brachvogel, Wachtel, Sumpfohreule oder Schwarzkehlchen, im Winter auch Rauhfußbussard, Kornweihe, Merlin und Seeadler anzutreffen.

Zwei parallele Dammstraßen führen von Tadten bzw. von Andau nach Süden in Richtung Einserkanal. Die Seitenwege sind für Besucher gesperrt. An den Dammstraßen und an der 1996 wieder errichteten Brücke von Andau gibt es jedoch Beobachtungshochstände, von denen aus der Waasen gut überblickbar ist. Die Kunstobjekte entlang der Straße erinnern an die Flucht und die Vertreibung während des Aufstands 1956 in Ungarn.

Fertő

Fertő - Neusiedler SeeDas ungarische Wort Fertő ist die limnologische Bezeichnung für ein seichtes – im Durchschnitt 1 -2 Meter tiefes Stillwasser von großer bis mittelgroßer Ausdehnung. Mehr als ein Drittel der Oberfläche ist mit Sumpfvegetation bewachsen, das sich über die Wasseroberfläche erhebt. Neben den mit Vegetation bewachsenen Stellen sind jedoch auch kleinere oder größere Areale mit offener Wasserfläche vorhanden. (Broschüre Nationalpark Fertő-Hanság). Die Limnologie ist die Wissenschaft von den Binnengewässern und ihren Organismen: Süßwasser- und Seenkunde. Wer den Fertő kennt, kann der Definition nur zustimmen. Der ungarische Teil des Neusiedler Sees ist seit 1977 Naturschutzgebiet, seit 1979 Biosphärenreservat. 1991 wurde der Fertő Nemzeti Park gegründet. In diesem Teil des Nationalparks ist Wasser das bestimmende Element: trübes Wasser am offenen See, klares Wasser in den Blänken im Schilf, Regenwasser in den seenahen Wiesen. Amphibien und Ziesel haben hier ihre Heimat gefunden. In großer Zahl brüten hier Reiher- und Entenarten, Graugänse, Rohrsänger und Blaukehlchen. Der Hanság ist zur Zugzeit ein Rastplatz für Bläss- und Saatgänse und an den salzhaltigen Lacken sieht man Watvögel wie den Dunklen Wasserläufer, den Alpenstrandläufer, die Uferschnepfe oder den Kiebitz.

Fertő - Neusiedler SeeAuf den Wiesen des Seevorgeländes weiden Herden von Graurindern, Wasserbüffeln und Zackelschafen. In der Nähe von Fertőújlak (Mexikopuszta) befindet sich das ungarische Informationszentrum und in Sarród der Silberreiherhof. Hier bekommen Sie ebenfalls viele Informationen über die ungarische Seite des Nationalparks. Das sogenannte Kócsagvár (Reiherburg) hat seinen Namen nach dem charakteristischen Repräsentanten der hier anzutreffenden Vogelwelt: dem Silberreiher. Der Planer des Gebäudes hat die mikroskopischen Strukturelemente des Schmuckgefieders dieses Vogels seinem Plan zugrunde gelegt. Die Reiherburg oder der Silberreiherhof dient nicht nur als Verwaltungsgebäude des Nationalparks, sondern ist auch für Veranstaltungen verschiedenster Art geeignet. In drei Seitengebäuden befinden sich Büroräume, in den übrigen Teilen sind Gästezimmer untergebracht, die auch von Touristen gemietet werden können.

Folgt man der Straße in Sarród nach Norden, erreicht man zunächst den Gutshof (Laszlomajor) und die Seerandschleuse am Einserkanal. Der Dammweg am Kanal wie auch der Hochstand an der Straße nach Fertőújlak ist für Beobachtungen am besten geeignet.

Hanság (ungarische Seite)

Fertő - Neusiedler SeeVor rund 200 Jahren war der Hanság noch ein Teil des Neusiedler Sees, ja in seinen Becken dehnte sich der See wahrscheinlich als erstes aus. Heute ist er eines der größten ungarischen Niedermoorgebiete, völlig unterschiedlich in seiner Art zu den Gebieten am Steppensee, den Salzlacken oder den Hutweiden. Jahrelang war der Hanság für die Bewohner der umliegenden Dörfer die Nahrungs- und Rohstoffquelle: im Winter wurde Schilf geschnitten, aus Schilfgras konnte man  Pantoffeln und Taschen flechten, Fische und Krebse boten Nahrung und das Vieh konnte auf den Moorinseln mit Sauergras gefüttert werden. Die Wasserregulierung und der Torfstich veränderten den Hanság in eine Kulturlandschaft, nur im Kiraly-tó und in den Teichen des Tóköz leben noch Schlammpeizger, Hundsfisch und Schleie. Silberreiher, Große Rohrdommel und eine Reihe von Singvogelarten brüten im Rohrdickicht. Auch die Wiesenweihe, Großer Brachvogel, Sumpfohreule und die Zwergscharbe sind hier bei der Brut anzutreffen.

Fertő - Neusiedler SeeVom Norden über Andau und Janossomorja, vom Süden über Csorna kann man Teilgebiete des Hanság mit dem Auto oder dem Fahrrad erreichen. Von Foldsziget aus erreicht man die Esterhazy-Vogelwarte und kann durch die Reste der Erlenbruchwälder spazieren. Am Rand der Wasserflächen, in Bösárkány hat man auf einem Aussichtsturm den besten Ausblick über die Wasserflächen.

Bitte beachten Sie bei ihren Besuchen das Wegegebot in allen Teilbereichen des Nationalparks!

Empfehlenswert ist an einer der vielen Exkursionen teilzunehmen. Diese dauern meistens um die drei Stunden und finden bei jedem Wetter statt. Sie werden von ausgebildeten Nationalpark-Exkursionsleitern begleitet, die nicht nur die charakteristischen Tiere und Pflanzen kennen, sondern auch über die Ökologie der einzelnen Gebiete und die Pflegemaßnahmen seitens der Nationalparkverwaltung informieren. Die Auswahl der Führungsgebiete richtet sich nach der Jahreszeit.

Weitere Infos und Plan

Weitere Informationen finden Sie auf den Websites des Nationalparks

www.nationalpark-neusiedlersee-seewinkel.at (Deutsch, Englisch, Ungarisch) und www.ferto-hansag.hu (Englisch, Ungarisch)

Hier finden Sie die Informations- und Nationalparkzentren

Nationalpark Neusiedler SeeInformationszentrum Nationalpark Neusiedler See – Seewinkel
7142 Illmitz, Hauswiese
Tel: +43 2175 – 3442
Email: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
www.nationalpark-neusiedlersee-seewinkel.at

Öffnungszeiten

April bis Oktober: Montag bis Freitag von 8:00 bis 17:00 Uhr, Samstag, Sonn- und Feiertag von 10:00 Uhr bis 17:00 Uhr
November bis März: Montag bis Freitag von 8:00 bis 16:00 Uhr

Fertő - Neusiedler See

Fertő-Hanság National Park Direktion (Silberreiherhof)
Hungary, 9435 Sarród, Rév-Kócsagvár PO.: 4., Ungarn
Tel: +36 99 537-620 oder 537-622
Email: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Öffnungszeiten

Montag bis Donnerstag von 8:00 bis 16:30, Freitag von 8:00 bis 14:00 Uhr

 


Csapody István Nature School and Visitor Center
Látogatóközpont, Fertőújlak
Tel: +36 99 537-520
E-mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Öffnungszeiten

Janner bis März und November, Dezember: Besuch nach Vereinbarung
April bis September: Montag bis Freitag von 9:00 Uhr bis 16:30, Samstag von 10:00 bis 17:00 Uhr
Oktober: Montag bis Freitag von 9:00 bis 16:30

Übernachtungstipps Ungarn


Größere Kartenansicht

Zum Seitenanfang