Lučić erzählt die Gründungsgeschichte des Frauenordens der Schwestern von der heiligsten Eucharistie

Iva Lučić: Gebrochenes BrotEhrlich gesagt habe ich mir das Buch ganz anders vorgestellt, aber nach der ersten Enttäuschung musste ich feststellen, dass es auch in dieser Form lesenswert und recht interessant ist.
Iva Lučić erzählt die Geschichte der böhmischen Adeligen Ada Chotek die nach dem Ersten Weltkrieg und dem Untergang der Österreich-Ungarischen Monarchie ihren „Platz“ in der Gesellschaft sucht und ihn schließlich mit ihrer Ordensgründung der Kongregation der Schwestern von der heiligsten Eucharistie findet.

Ohne den Orden zu kennen hatte mich vor allem der Name Chotek gereizt das Buch zu lesen: immerhin war der ermordete Thronfolger Ferdinand mit Sophie Chotek verheiratet, die mit Ada weitschichtig verwandt war. Doch in diesem Buch geht es allein um das Leben von Ada Chotek, das schwierige Leben, das vor allem deutschsprachige Adelige in der jungen Tschechoslowakei nach dem Ersten Weltkrieg hatten und wie sie in dieser Zeit ihre Stellung in der Gesellschaft suchte.

Ada hatte zuerst nicht die Gründung eines Ordens beabsichtigt. Erst langsam tastet sie sich mit Hilfe ihrer geistlichen Berater an die Möglichkeiten heran, versucht Verwandte und Freundinnen zum Beitritt zu überreden und mit der Ordens- oder Gemeinschaftsgründung der Abkehr der Bevölkerung vom Glauben und der katholischen Kirche entgegenzutreten.

Das Buch ist das Ergebnis einer Forschungsarbeit, so ist es aufgebaut und so liest es sich auch. Nichts desto trotz habe ich das Buch mit Interesse gelesen, da es nicht nur die Ordensgründung mit all ihren Schwierigkeiten zeigt, sondern auch die Zeit und die Entwicklung der Gesellschaft in dieser Zeit zum Thema hat.
Iva Lučić: Gebrochenes Brot
Geschichte eines Frauenordens zwischen den Weltkriegen
Schwestern von der heiligsten Eucharistie
ISBN 978-3-702 50909-5
Verlag Anton Pustet
www.pustet.at