MAMUZ Schloss Asparn/Zaya

Gold, Silber, Edelsteine – sie zeigen welch Prunk schon im Mittelalter geherrscht hat. Zugleich gibt die Ausstellung im Mamuz in Asparn/Zaya aber auch Einblicke in Tischsitten, Mode und vieles mehr..

Ausgangspunkt der heurigen Ausstellung ist ein sogenannter Hortfund: der Schatz von Wiener Neustadt.

Wie es dazu kam:

Die Geschichte seiner Auffindung ist simpel und war – wie so oft – dem Zufall geschuldet. 2007 sollte ein Biotop im Garten des Finders ausgehoben werden und bei dieser Tätigkeit stieß er knapp unterhalb der Rasenfläche auf eine Verfärbung, die offenbar Metallteile enthielt. Da es zu regnen begann, wurde der „Klumpen“ Erde ausgehoben, im Keller verstaut und vergessen. Erst drei Jahre später, bei Aufräumarbeiten im Keller, kam der Fund wieder zum Vorschein. Nun reinigte der Finder die Objekte und übergab sie schließlich in einem Plastiksack dem Bundesdenkmalamt, das ein wissenschaftliches Projekt zur Bearbeitung des Fundes startete.

Schatz-Reich im Mamuz Asparn/Zaya (Foto © MAMUZ)
Hortfunde wie dieser sind selten und haben daher als historische Quelle eine besondere Bedeutung. Sie liefern Erkenntnisse zur Rekonstruktion wirtschaftlicher Verhältnisse, geben aber auch Auskunft über die Techniken der Metallverarbeitung, die Trends der damaligen Zeit und der sozialen Struktur.

Wiener Neustadt im 14. Jahrhundert

Der Schatzfund von Wiener Neustadt gibt Auskunft über das 14. Jahrhundert, die Zeit der frühen Habsburger. Zu dieser Zeit war das heutige Wiener Neustadt zur wichtigsten Stadt im heutigen südlichen Niederösterreich geworden. Die Stadt hatte ein großzügiges Marktrecht, Mautfreiheit und Steuererleichterungen erhalten und war zur Handelsstadt aufgestiegen. Zwischen Wien und Venedig wurden über Neustadt zahlreiche Produkte wie Seifen, Öl, Südfrüchte, Tücher, Wolle, Leder, Waffen, Eisen, Salz, Getreide und Vieh befördert. Ein gewaltiger wirtschaftlicher Aufschwung war die Folge, die Stadt war Anfang des 14. Jahrhunderts wohlhabend geworden, obwohl auch sie mit einigen Katastrophen zu kämpfen hatte: so verwüsteten 1338 Heuschreckenschwärme das Land und die Ernte – Hungersnöte waren die Folge und auch die Pest nahm vielen Bewohnern ihr Leben. Der Handel brach ein. Als die Abgaben zur Abfederung der Katastrophe verringert wurden, konnte sich die Wirtschaft aber wieder erholen, die Zahl der Handwerker vergrößerte sich und auch immer mehr Goldschmiede kamen in die Stadt.

Die Ausstellung

Die Ausstellung des Hortfundes ist nach Themengebieten gegliedert, um so den Besuchern einen Überblick über das Leben im Spätmittelalter des 14. Jahrhunderts zu geben. Schalen, Becher, Pokale, Löffel thematisieren die Tisch- und Tafelkultur zur damaligen Zeit. Was wurde gegessen? Wer hatte die prunkvollsten Gefäße und welche Tischsitten gab es eigentlich?

Schatz-Reich Spange mit Korallen (Foto © MAMUZ)
Die vergoldeten, prunkvollen, meistens sternförmigen Gewandspangen machen den Besucher auch mit der damaligen Kleidung und Mode vertraut, während die Ringe, mit Edelsteinen und Platten verziert, schon damals den Status seines jeweiligen Besitzers oder der Besitzerin anzeigten. Auch was neben den Gewandspangen und den Ringen zur schmuckvollen Ausstattung des Adels gehörte, ist in der Ausstellung zu sehen.

Schatz-Reich - Spange (Foto © MAMUZ)
Wer möchte, kann die Gefäße und Schmuckstücke mit einer Lupe bis ins kleinste Detail betrachten.
Außerdem konnte das Projektteam fragmentierte Objektteile bestimmten Gefäß- und Schmucktypen zuordnen, die nun auf Knopfdruck zu Bildnissen werden und so die Vorstellung der Besucher geradezu real machen.

Schatz-Reich im MAMUZ (Foto © MAMUZ)
Die Ausstellung ist von Dienstag bis Sonntag von 10:00 bis 17:00 Uhr geöffnet, an Feiertagen ist das Museum auch am Montag geöffnet. Jeden Samstag, Sonn- und Feiertag finden jeweils um 13:00 und um 15:00 Uhr Erlebnisführungen statt.

13.4.-30.11.2014 Schatz-Reich
MAMUZ Schloss Asparn/Zaya
2151 Asparn/Zaya, Schlossgasse 1
Tel: +43 2577 84 180
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www.mamuz.at