Elfriede Ettl in der Landesgalerie Eisenstadt

Heuer jährt sich zum 100.Mal der Geburtstag der burgenländischen Malerin Elfriede Ettl. Die Landesgalerie Burgenland widmet der Künstlerin, die vor allem mit ihren Aquarellen bekannt wurde, nun eine Retrospektive.

Ettl wurde am 28. Februar 1914 in Frauenkirchen als Bauerntochter Theresia Ettl geboren, trat mit 19 Jahren in den Orden der Schwestern vom Göttlichen Erlöser ein und nahm den Namen Elfriede an. Bis zur Auflösung der ordenseigenen Schulen durch das NS-Regime 1938 war sie Lehrerin am Theresianum in Eisenstadt. Die Jahre 1938 bis 1940 verbrachte sie als Krankenpflegerin in einem Spital in Košice, auf Grund einer schweren Erkrankung musste sie dies jedoch aufgeben. Von 1941 bis zum Kriegsende 1945 studierte sie – mit Genehmigung ihres Ordens – an der Akademie der Bildenden Künste in Budapest. Im „neu gegründeten“ Burgenland wurde sie wieder Professorin am Theresianum bis zu ihrer Pensionierung im Jahr 1974. Elfriede Ettl starb am 20.November 2003 in Eisenstadt.

Geprägt wurde ihre künstlerische Laufbahn sicher von Oskar Kokoschka. Ettl nahm zweimal an der Internationalen Sommerakademie „Schule des Sehens“ in Salzburg unter seiner Leitung teil. Während sie bis dahin eher einen konventionellen Stil in ihrer Aquarellmalerei pflegte, ermutigte sie das Lob des großen österreichischen Expressionisten und die in den Kursen gewonnenen Erfahrungen zu einer Dynamisierung ihrer Werke und zu graphischen Arbeiten mit Tusche und Kohle.

Elfriede Ettl beschäftigte sich am Beginn ihrer Künstlerlaufbahn zunächst mit Landschaften, Bauten und den Menschen der verschiedensten Volksgruppen im Burgenland und schuf darüber ganze Zyklen, später kamen auch Stilleben und sakrale und kirchliche Motive dazu.

Bald entfernte sie sich aber von diesen Themen, und wandte sich ganz religiösen Bildinhalten zu, die auch abstrakter als ihre früheren Werke gestaltet wurden. Als Beispiele für diesen Lebensabschnitt sind die Zyklen „Erde“ und „Sonnengesang“ zu nennen. Letzterer ist auch in der Ausstellung zu sehen und entstand durch die intensive Beschäftigung mit Franz von Assisi. Die Bilder zeigen Assisi, das umbrische Städtchen des Heiligen und versuchen dann seine Aussagen in Bildersprache umzusetzen: Den Dank aller Kreaturen an Gott, aber auch die Elemente Erde, Wasser, Feuer und Luft werden beschworen.

Nicht ganz so bekannt und anerkannt sind ihre späteren Werke in denen sich die Künstlerin dem Fotorealismus widmete. Sie stellen Gegenstände und Situationen aus dem alltäglichen Leben dar, setzen sich aber auch kritisch mit der Zeit, in der wir leben und ihren Verirrungen auseinander. „Bilder, dem Fluss der Medien entrissen“ wird eine dieser Serien genannt. Das beschädigte Ziffernblatt der Kirchturmuhr von Kleinhöflein, Fanny Elßlers Ballettschuh oder ein „Taschenfeitl“ sind Beispiele.



Öffnungszeiten der Landesgalerie: Dienstag bis Samstag von 9:00 bis 17:00 Uhr, Sonntag und Feiertag von 10:00 bis 17:00 Uhr. Der Eintritt ist frei.

16.1.-9.3.2014 Bruder Pinsel, Schwester Farbe. Elfriede Ettl zum 100. Geburtstag
Landesgalerie Burgenland
7000 Eisenstadt, Franz Schubert-Platz 6
Tel: +43 2682 719 5000
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www.landesgalerie-burgenland.at