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Es gibt Orte, die mag man einfach wenn man den ersten Schritt aus dem Auto oder Zug macht. Die kleine historische Stadt Kostanjevica na Krki ist so ein Ort…

Es ist mir noch nicht oft passiert, aber bei manchen Orten habe ich das Gefühl in eine andere Welt, in eine andere Zeit einzutreten: Venedig ist so ein Bespiel das mir gleich zu Beginn einfällt, aber auch Ceský Krumlov und eben Kostanjevice na Krki, früher bekannt als Landestrost.

Über diese Holzbrücke kommt man auch mit dem Auto in die Stadt
Über diese Holzbrücke kommt man auch mit dem Auto in die Stadt

Das Städtchen auf der künstlich angelegten Insel, die von der Krka, der Gurk, umschlossen wird ist die kleinste und die älteste Stadt der Dolenjska Region in Slowenien.

Blick auf die Gurk 
Blick auf die Gurk 

Eine alte Holzbrücke führt auf die Insel über die tiefgrüne Gurk. Bei unserem Besuch Anfang April scheint die Sonne, die ersten Blumen und Obstbäume blühen, die Weiden am Ufer des Flusses strahlen in ihrem Grün und das alles spiegelt sich mit den alten Häusern in der Krka.

Der Weg zur Fußgänger Holzbrücke
Der Weg zur Fußgänger Holzbrücke

Ich steige aus dem Bus, sehe gleich die nächste Holzbrücke – diesmal für die Fußgänger und kann nicht aufhören zu fotografieren. Dann tauchen wir ein in die Geschichte des Städtchens und sehen bei unserem Rundgang neben den alten Häusern moderne Skulpturen in der Stadt stehen. Mich fasziniert ja immer dieser Gegensatz aus Alt und Neu – doch dazu kommen wir später…

Blick in die Stadt 
Blick in die Stadt 

Außerdem wäre neben der Kunst, die hier allgegenwärtig zu sein scheint, auch noch die Geschichte mit dem Wein, dem Cviček, von dem manche sogar behaupten er sei wegen seines niedrigen Alkoholgehalts gar kein richtiger Wein, aber dazu kommen wir auch noch später …

Ein bisschen Geschichte

Die Umgebung von Kostanjevica na Krki war schon in früher Zeit besiedelt, wie prähistorische Funde im Fluss nach der Stadt beweisen. In der Nähe des ehemaligen Zisterzienser Klosters fand man Steinartefakte und auch aus der Hallstatt-Zeit gibt es Nachweise. Im 9. Jahrhundert kamen Slaven in dieses Gebiet wie man ebenfalls durch Funde belegen kann.

Am Ufer der Gurk 
Am Ufer der Gurk 

Die Blütezeit der Stadt war jedoch das Mittelalter und ihr Aufstieg hängt eng mit dem Geschlecht der Spanheimer zusammen, den damaligen Besitzer, die hier ihren Einfluss und ihre Macht zu stabilisieren trachteten. Ursprünglich kam Siegfried I., der als Stammvater des Geschlechts gilt, aus Rheinfranken nach Kärnten, wo er durch Heirat an reiche Besitzungen in Tirol und Kärnten, sowie in den südöstlichen Marken kam. Doch schon bald zeichneten sich hier Konflikte mit den unterschiedlichsten „Nachbarn“ ab, vielen Sponheimern war kein allzu langes Leben und damit auch Regentschaft gegönnt.

Kostanjevica na Krki 
Kostanjevica na Krki 

Für die Entwicklung von Kostanjevica ist unter anderem Bernhard von Spanheim wichtig, dem es gelang die herzogliche Stellung in Kärnten zu festigen und der 1234 das Zisterzienserkloster Landestrost gründete, das ebenfalls zum Aufschwung der Stadt beitrug. Wie einflussreich Kostanjevica zur damaligen Zeit war, kann man auch daran erkennen, dass sie eine eigene Münzstätte besaß, wie Funde beweisen. Der Name war damals wirklich Programm: Trost und Hoffnung für das Land. Kostanjevica war die bedeutendste Stadt der Region, die 1252 auch die Stadtrechte erhielt.

Die kleine Kapelle in der Stadt 
Die kleine Kapelle in der Stadt 

1256 wurde der Sohn von Bernhard, Ulrich III. Herzog, der durch seine Heirat mit Agnes von Andechs große Güter in Krain und der Windischen Mark übernahm und sich Herr von Krain nannte. Er vermachte seinem Cousin Ottokar II. von Böhmen seine Besitztümer und überging damit seinen jüngeren Bruder Philipp, Elekt von Salzburg und später Patriarch von Aquilea, der vergeblich versuchte das Erbe vom böhmischen König zurück zu bekommen. Mit seinem Tod jedoch erlosch die Linie der Spanheimer. Spätere Herrscher über die Stadt waren die Fürsten von Celje und danach die Habsburger, die allerdings anstelle von Kostanjevice das aufstrebende Novo Mesto bevorzugten.

Kostanjevica na Krki 
Kostanjevica na Krki 

Kostanjevica wurde mehr und mehr bedeutungslos: während der Türkenkriege würde die Stadt zwar nicht von den Türken erobert, aber dafür den „Beschützern“ geplündert, zahlreiche Überschwemmungen und Feuersbrünste setzten der Stadt zu. Zwar bestätigte Maria Theresia 1774 noch einmal die Stadtrechte und sorgte so für einen kleinen Aufschwung, aber nachdem ihr Sohn Joseph II. 1786 das Kloster aufhob war es damit wieder vorbei.

Im Lamut Art Salon im Herrenhaus 
Im Lamut Art Salon im Herrenhaus 

Erst im 19. Jahrhundert erholte sich die Stadt wieder ein wenig. Bereits damals wurde hier Karneval gefeiert und so gilt der Kostanjevicer Karneval, dessen Tradition 1854 begann, als der älteste in der Region. Das Leben wurde in der Stadt wieder lebenswert.

Die Büste am Eingang des Lamut Art Salon
Die Büste am Eingang des Lamut Art Salon

1956 begann die Kunst in Kostanjevica na Krki Einzug zu halten: es ist das Gründungsjahr der Gorjup Galerie, die nach dem Bildhauer und Maler Jože Gorjup (1907 – 1932) benannt wurde. Bemerkenswert ist der Ort der Galerie – sie war nämlich auf Initiative der damaligen Direktorin Lada Smrekar in den Räumen der Grundschule untergebracht. Viele Bewohner der Stadt erinnern sich noch heute an ihre Schulzeit und die Kunstwerke.

Im Innenhof des Klosters 
Im Innenhof des Klosters 

Vielleicht war es auch diese Umgebung und Inspiration in jungen Jahren, die dazu führte, dass auch heute noch viele Einwohner einer künstlerischen und kreativen Tätigkeit nachgehen und es einige durchaus zu Berühmtheiten gebracht haben. Interessant ist auch anzumerken, dass angeblich auch nie eines der Kunstwerke zu Bruch ging oder Schaden erlitt, obwohl Volksschulkinder ja nicht unbedingt Ehrfurcht vor teuren Bildern oder Skulpturen mitbringen müssen. Diese Sammlungen waren die Anfänge jener großen Galerie, die heute im ehemaligen Zisterzienser Kloster untergebracht ist und deren Bedeutung weit über die Grenzen reicht.

Blick auf die Gurk
Blick auf die Gurk

Heute kommt man nach Kostanjevica na Kriki sowohl um die Natur zu genießen als auch die Kunst zu bewundern. Die komplette Insel ist heute ein als Kulturgut geschützter Bereich.
Da die Gurk immer wieder für Überschwemmungen sorgte und sorgt, die manchmal so stark ausfielen, dass die ganze Insel unter Wasser stand und die Häuser nur mehr mit dem Boot erreichbar waren, wird die Stadt auch das Venedig der Dolenjska genannt.

Sehenswürdigkeiten

Wie schon beschrieben: man steigt am Parkplatz aus und ist schon ein bisschen im „Wonderland“: ein Gehweg, der von blühenden Narzissen und Bäumchen eingesäumt wird, führt zur – natürlich – aus Holz bestehenden Fußgängerbrücke, die über die Gurk in die Stadt führt. Der Fluss zeigt sich in seinem besten Grün, die Weiden am Ufer und die Häuser spiegeln sich in seinem Wasser. Allein das ist schon ein Traum – und dann gibt es noch einiges zu sehen…

Die Kirche des Heiligen Nikolaus

Wer nach Kostanjevica na Krki über die südliche Holzbrücke betritt, kommt an der Kirche des Heiligen Jakobs vorbei, die erstmals bereits 1581 erwähnt wurde. Die Fresken im Inneren der Kirche stammen von Jože Gorjup.

Die Kirche des Heiligen Nikolaus in Kostanjevica na Krki 
Die Kirche des Heiligen Nikolaus in Kostanjevica na Krki 

Die Pfarrkirche St. Jakob

Sie ist das älteste noch erhaltene Gebäude in der Stadt. Man erzählt, dass die Baumeister, die das Kloster erbauten, nachher – oder vielleicht auch vorher – die Kirche erbauten. Ihr „Grundgerüst“ ist romanisch – die Kirche wird erstmals schriftlich in 1220 erwähnt. 1249 wurde die Kirche vom Herzog Bernhard von Spanheim mit der Pfarrgemeinde dem Kloster übergeben, die beides auch bis zur Auflösung des Klosters 1785 verwalteten.

Die Pfarrkirche St. Jakob in Kostanjevice na Krki 
Die Pfarrkirche St. Jakob in Kostanjevice na Krki 

Die Kirche gilt als eine der schönsten Beispiele romanischer Architektur in Slowenien, wurde aber mehrfach umgebaut, sodass sie heute eine Kombination aus romanisch, gotisch, und – vor allem im Inneren – aus Barock darstellt.

Das Hauptportal der St. Jakobs Kirche 
Das Hauptportal der St. Jakobs Kirche 

Sehenswert ist der Glockenturm mit romanischen Untergrund, gotischen Körper und einem Dach im Rokoko-Stil. Auf der südlichen Außenwand befindet sich ein Fresko des Heiligen Christopherus, das aus der Zeit um 1350 stammt. Im Inneren finden sich bedeutende (leider schlecht erhaltene) Wandmalereien aus dem Jahr 1300 und zwei gotische Wandmalereien aus der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts.

Im Inneren der Kirche von St. Jakob
Im Inneren der Kirche von St. Jakob

Das Hauptportal und die Seitenportale gehören landesweit zu den besterhaltenen Bauwerke ihrer Art. Zwei Gemälde am Seitenaltar (Mater Dolorosa mit Jesus und dem Kreuzweg) stammen vermutlich aus dem Künstlerkreis um Janez Valentin Metzinger.

Im Inneren der St. Jakobskirche
Im Inneren der St. Jakobskirche

Ihr heutiges Aussehen verdankt sie dem Umbauten und Renovierungen im 18. Jahrhundert.

Die Sage

Einst wohnten  – wahrscheinlich im nahen Krakauer Wald – drei Viljas (Waldmägdelein nach Franz Lehar). Zu dieser Zeit ging es den Menschen in Kostanjevica na Krki ausgezeichnet, alle hatte genug zum Essen und Trinken, die Ernten waren reich, der Handel lief gut.

Doch eines Tages badeten die Viljas im Fluss und sie eigentlich wusste jeder, dass sie die Beobachtung durch die Menschen hassten. Ein Jüngling jedoch hatte sich versteckt und wollte sie unbedingt sehen. Allerdings kam er ihnen bei diesem Ansinnen zu nahe, sie entdeckten ihn, zogen ihn in die Tiefe und er ertrank.

Mit der guten Zeit war es ab diesem Vorfall vorbei: Missernten sorgten für Hunger, Überschwemmungen zerstörten Felder und Gebäude und auch Krankheiten und Feuer sorgten immer wieder für Sorge und Zerstörung. Die Einwohner, die den Toten gefunden hatten, wussten, dass all diese Plagen von den verärgerten Viljas kamen, aber sie wussten sich nicht zu helfen.

Da erschien eines Tages ein junger Priester in der Stadt und versprach, dass er all diese Bedrohungen abwehren könnte, wenn die Stadtbewohner helfen würden eine Kirche zu bauen. So folgten die Einheimischen dem Priester und begannen den Bau – doch alles was sie während eines Tages errichteten, zerstörten die Viljas in der Nacht – immer und immer wieder.

Schließlich beschlossen sie ganz zeitig in der Früh mit der Arbeit zu beginnen und sich noch mehr anzustrengen um vor der Nacht fertig zu werden. Und wirklich: das Unterfangen gelang, die Kirche stand fertig an ihrem Platz und ihre Glocken läuteten.

Als die Viljas sahen, dass die Menschen es geschafft hatten, die Kirche in einem Tag zu erbauen und die Glocken hörten, verwandelten sich zu Stein und sind so auch heute noch zu sehen. Kostanjevica aber war von ihrem Fluch befreit und erholte sich wieder.

Das Herrenhaus der Spanheimer

Das Herrenhaus wurde im späten 15. Jahrhundert gebaut, nachdem das Schloss bei Kämpfen zwischen den Grafen von Celje und den Habsburgern zerstört worden war. Kostanjevice hatte damals bereits an Bedeutung verloren und so baute man das Schloss nicht mehr auf, sondern errichtet dieses Gebäude das zu den Ältesten der Stadt zählt. Der Ostflügel beherbergt den Lamut’s Art Salon, eine Galerie, in der seit 1958 immer wieder interessante Ausstellungen moderner Kunst stattfinden.

Das Herrenhaus der Spanheimer 
Das Herrenhaus der Spanheimer 

Am Platz davor findet sich ein Brunnen, der vom akademischen Bildhauer Dušan Tršar gestaltet wurde.

Der Brunnen vor dem Herrenhaus 
Der Brunnen vor dem Herrenhaus 

Das Oražen Haus

Das Geburtshaus von Dr. Ivan Oražen befindet sich auf der Südseite des verlängerten Mali Plac (Kleinen Markts). Eine Büste des Bildhauers Boris Kobe vor dem Haus macht die Besucher darauf aufmerksam.

Das Oražen Haus 
Das Oražen Haus 

Dr. Ivan Oražen, der hier am 8.2.1869 geboren wurde, war Patron der medizinischen Fakultät und der erste Doyen der jugoslawischen Sokol Bewegung.

Die Brücken von Kostanjevica na Kriki

In die Stadt auf der künstlichen Insel führen drei Holzbrücken aus Eichenholz aus dem nahen Karkauer Wald. Früher waren es Zugbrücken, die man hochziehen konnte und so der Stadt bei Gefahr durch den Fluss Schutz boten. Auch heute noch sind zwei dieser Brücken mit dem Auto befahrbar – die dritte im Westen der Stadt ist eine Fußgängerbrücke. Diese entstand nach den Plänen des großen slowenischen Architekten Jože Plečnik, der mit der Apothekerin der Stadt Emilija Fon befreundet war.

Über eine Holzbrücke fährt man in die Stadt 
Über eine Holzbrücke fährt man in die Stadt 

Sie standen über Jahre brieflich in Verbindung und Plečnik machte auch Pläne für den weiteren Ausbau der Stadt. Da er allerdings nie Kostanjevica besuchte, konnte er auch nicht wissen, dass genau jene Fläche, die er für die Stadterweiterung bestimmt hatte, jährlich von der Gurk überschwemmt wurde. So sind seine Pläne – bis auf jene der Fußgängerbrücke – nie verwirklicht worden.

Das Zisterzienser Kloster von Kostanjevica na Krki

1234 stiftete Bernhard von Spanheim mit seiner Frau Juta das Zisterzienserkloster, das auf einer sumpfigen Ebene in der Nähe des Flusses Krka und der Stadt gebaut wurde. Das Kloster Mariabrunn (Fons sanctae Mariae) ist ein Tochterkloster der Zisterzienserabtei Vikting in Klagenfurt – auch die ersten Mönche, die das Kloster in Kostanjevica besiedelten kamen von dort.

Das frühere Zisterzienserkloster (Foto © Tourinfo Kostanjevica na Krki) 
Das frühere Zisterzienserkloster (Foto © Tourinfo Kostanjevica na Krki) 

Ursprünglich war die Klosterkirche dreischiffig mit einem Querschiff, zwei Kapellenpaare und einem flachen, quadratischen Chorraum gebaut. Die Marienkirche mit den Fundamenten des ehemaligen Erdgeschosses des Kreuzgangs ist der älteste Teil des Klosterkomplexes. Sehenswert sind das gotische Kreuzrippengewölbe und die Kapitelle mit ihrer Pflanzendekoraktion im frühgotischen Stil.

Blick auf das ehemalige Zisterzienserkloster 
Blick auf das ehemalige Zisterzienserkloster 

Der Bau des Klostergebäudes begann im späten 14. Jahrhundert. Im 15. Jahrhundert fügte man einen Glockenturm hinzu und verkürzte die Schiffe auf der Westseite. Wahrscheinlich gab es damals durch den Untergrund Probleme mit der Stabilität der Gebäude. Später kamen eine Halle dazu und die Wohnflügel mit den Arkaden. In Laufe der Jahrzehnte gab es noch einige Umbauten: so wurde während des 17. und 18. Jahrhundert der Eingang umgestaltet, der Chorboden erweitert und die Schiffe neu eingewölbt.

Beeindruckende Arkaden 
Beeindruckende Arkaden 

Der beeindruckende Arkadenhof gilt nicht nur als einer der größten in ganz Slowenien, sondern auch in Mitteleuropa. Das Wandgemälde von Mariä Himmelfahrt an der Westfassade und die Errettung des Klosters vor dem Uskoken-Sturm im Jahre 1736, die an der kleinen Mauer zwischen den verteidigenden Türmen gemalt wurde, stammt vom Maler Franc Jelovšek.

Der Ausstellungsraum in der Kirche 
Der Ausstellungsraum in der Kirche 

1786 wurde jedoch auch dieses Kloster von Joseph II. aufgehoben, die Altäre und die Kirchenausstattung wurden verkauft oder in andere Gotteshäuser übersiedelt, das Gebäude begann mehr und mehr zu zerfallen. 1942 brach dann ein großer Brand aus und zerstörte das Kloster nahezu völlig. 1958 und dann wieder 1971 begann man mit den Renovierungsarbeiten und dem Wiederaufbau.
Heute ist in den Räumen eine der größten Galerien Sloweniens untergebracht, im Park warten herausragende moderne Skulpturen auf die Besucher und auch dem Cviček Keller sollte man keinesfalls übersehen.

Die Božidar Jakac Galerie

Die Galerie in den Räumen des ehemaligen Zisterzienserklosters gilt als eine der schönsten und größten in ganz Slowenien. Allein wenn man das Kloster betritt und den Arkadenhof sieht, ist man beeindruckt – besucht man dann die Ausstellungen ist man es noch mehr …

Blick in die Ausstellung 
Blick in die Ausstellung 

In der Galerie, die schon 1974 gegründet wurde, kann man 10 permanente und jeweils 3-4 Wechselausstellungen besichtigen. Allein die Dauerausstellungen der slowenischen expressionistischer Künstler wie Božidar Jakac, France und Tone Kralj, Jože Gorjup, France Gorše, Zoran Didek, Janez Boljka und Bogdan Borčić sind sehenswert.

Blick in die Pleterje-Sammlung
Blick in die Pleterje-Sammlung

Unbedingt ansehen sollte man sich auch die sogenannte Pleterje Sammlung, die Gemälde von europäischen Malern vom 17. bis ins 19. Jahrhundert beinhaltet. Diese Bilder sind Eigentum der nahe gelegenen Kartause Pleterje, die auf Initiative von Prior Janez Drolc seit 1977 in der Božidar Jakac Galerie ausgestellt und so der Öffentlichkeit zugänglich gemacht wurden. Die meisten dieser Gemälde wurden nach 1902 von den Mönchen der St. Anna Kartause bei Nancy in Lothringen nach Slowenien gebracht.

Die Pleterje Ausstellung in der Božidar Jakac Galerie 
Die Pleterje Ausstellung in der Božidar Jakac Galerie 

Darunter befinden sich auch acht ovale Gemälde mit der Darstellung der Ordensväter, die aus der Kartause von Turin stammen. Leider finden sich im Klosterarchiv fast keine Informationen über die Herkunft der Kunstwerke und deren Schöpfer. Experten schreiben die Bilder flämischen, französischen, italienischen und deutschen Malern zu.

Blick in die Ausstellung
Blick in die Ausstellung

Eindrucksvoll ist die Kirche mit ihren hohen Räumen und ihrer einzigartigen Atmosphäre. Auch sie wird als Ausstellungsraum für Wechselausstellungen benutzt und ich kann mir gut vorstellen, dass viele Künstler davon träumen hier ihre Werke zu präsentieren oder ihre Performances zu zeigen. Obwohl bei unserem Besuch gerade keine Ausstellung gezeigt wurde, beeindrucken allein die Räumlichkeiten.

Blick in die Ausstellung 
Blick in die Ausstellung 

Stolz ist man in der Museumsleitung auch auf die erfolgreiche Zusammenarbeit mit dem Nachbarland Kroatien.

Skulpturen im Park – Forma Viva

Doch nicht nur die Räume des ehemaligen Zisterzienserklosters glänzen mit ihren Kunstwerken, auch der Park mit den vielen Skulpturen braucht Zeit, damit man als Besucher alle Werke wirklich genauer betrachten kann.

Die Skulpturen im Park des ehemaligen Zisterzienserklosters 
Die Skulpturen im Park des ehemaligen Zisterzienserklosters 

Immerhin sind es bereits um die 130 Werkstücke – alle aus dem, für diese Gegend so typischen, Eichenholz des nahen Krakauer Waldes gefertigt, die besichtigt werden wollen.

Die Skulpturen im Park 
Die Skulpturen im Park 

Seit 1961 findet hier in Kostanjevica na Krki alle zwei Jahre ein internationales Symposium der Bildhauerei statt, während dessen die ausgewählten und eingeladenen Künstler, die jeweils ein Monat in der Stadt bleiben, ihr Kunstwerk kreieren.

Der Cviček Weinkeller

Der Cviček ist eine Spezialität der Dolenjska – ein Wein, aus roten und weißen Trauben gekeltert mit einem Alkoholgehalt unter 10%. Böse Zungen behaupten, dass man dieses Getränk nicht als Wein bezeichnen kann, Liebhaber wieder weisen darauf hin, dass es sicher der gesündeste Wein ist, der am Markt erhältlich ist, den auch Diabetiker trinken können und der außerdem noch angeblich das Cholesterin senken soll.

Blick zum Cviček Weinkeller 
Blick zum Cviček Weinkeller 

Immerhin soll es ja nur zwei Weinspezialitäten geben, bei denen weiße und rote Trauben gemischt werden: der Cviček und der Chianti (wie ich auf dieser Tour erfahren habe).

Blick in den Cviček Weinkeller 
Blick in den Cviček Weinkeller 

Der Cviček wirkt auf mich jedenfalls in seiner Farbe heller als der Chianti und wie ich jetzt ebenfalls gelernt habe, gibt es inzwischen auch Chianti, dem keine weißen Trauben beigemischt werden.

Hier wartet der Cviček auf die Verkostung 
Hier wartet der Cviček auf die Verkostung 

Egal. Besuchen Sie den Cviček Keller, probieren Sie ein Schlückchen und überzeugen Sie sich wie gut er zu einer weiteren Spezialität -  Zop na lop – passt. Zop na lop hat eine lange Tradition: So wurde früher beim Brotbacken auf den Bauernhöfen ein Stück Teig dafür verwendet und mit hausgemachten Käse und Schlagobers verfeinert. Eine – wie ich finde – ausgezeichnete Kombination.

Eine Köstlichkeit mit oder ohne Cviček: Zop na lop 
Eine Köstlichkeit mit oder ohne Cviček: Zop na lop 

Der Keller hier im Kloster gilt als der erste, in dem der Cviček produziert und gelagert wurde. 1928 wurde hier die erste Kooperation gegründet, die diese spezielle „Mischung“ aus 5-7 unterschiedlichen Traubensorte produzierte. Heute sieht der Weinkeller genauso aus wie in den Anfängen der 1920er Jahre. 34 Weinfässer lagern hier, die 1998 von der Galerie Božidar Jakac vom Weinkeller Krško gekauft wurden.

Blick in den Keller 
Blick in den Keller 

In einem weiteren Raum findet man die Angebote (Cviček, aber auch andere Sorten) von zwölf verschiedenen Winzern, alle Mitglieder des sogenannten Konsortiums Cviček, die hier verkostet und natürlich auch gekauft werden können. Eine Anmeldung zur Weinprobe ist allerdings erforderlich.

Im Keller
Im Keller

Božidar Jakac Galerie
8311 Konstanjevica na Krki, Grajska cesta 45
Tel: +386 7 49 88 140
Email: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein.
https://www.galerija-bj.si/

Die Höhle von Kostanjevica

Wer Kostanjevica na Krki besucht, sollte auch einen Abstecher in die nahe Karsthöhle machen. Diese wurden bereits 1937 bei einer Flut entdeckt, bei der die Überschwemmung den Eingang freiräumte. Das Höhlensystem ist an die zwei Kilometer lang, einige Teile stehen allerdings unter Wasser. Besucher können seit 1971 die Höhle auf einer Länge von 210 Meter besichtigen, allerdings ist die Höhle im Winter geschlossen, denn da halten die geschützten Fledermäuse ihren Winterschlaf.

In den Sommermonaten ist die Höhle täglich geöffnet, von Mitte April bis Ende Oktober an Wochenenden und Feiertagen. Bitte bezüglich der genauen Öffnungszeiten auf der Website der Höhle oder im  Tourismus Büro nachfragen.

Club Cavers Kostanjevica
8311 Kostanjevica na Krki, Castle25
Tel: 386 41 297 001
www.kostanjeviska-jama.com

Der Krakauer Wald

Im Norden der Stadt überschwemmt die Gurk Jahr um Jahr eine große Fläche, die so zu einem bedeutenden slowenischen Feuchtgebiet wurde. Auf ihr breitet sich der Krakauer Wald mit seinen Eichen, den weißen Hainbuchen und den Schwarzerlen aus. Viele bedrohte Tier- und Pflanzenarten haben im Krakauer Wald ihre Heimat gefunden, wobei ein zentraler Teil des Waldes mit über 40 Hektar als Reservat seit 1952 geschützt ist.
Am Rande des Waldes führt ein Rundweg auf den Spuren Josef Ressels: Startpunkt ist beim Gasthaus Žolnir (in dem man ausgezeichnet essen kann), dann führt der Weg zum Sumpf Trstenik in die Mitte des Reservats, später wieder an den Rand des Naturschutzgebiets und entlang des Flusses Krka.

Was machte Josef Ressel in Kostanjevica na Krki

Der Erfinder der Schiffsschraube hatte nach seiner Ausbildung einen Posten als Förster in Pleterje angenommen. Ressel war ein Verfechter des Nachhaltigkeitsprinzips und gab etliche Anregungen für die Karstaufforstung, befasste sich aber in seiner Freizeit überwiegend mit technischen Tüfteleien. Angeblich hat er seine ersten Versuche mit seiner Schiffsschraube hier in Kostanjevica na Krki gemacht.

Ressel erlebte es aber nicht mehr als Erfinder der Schiffsschraube anerkannt zu werden – er starb in Armut.

Hier in der Stadt hat man ihn allerdings bis heute nicht vergessen, nicht nur der oben angeführte Waldweg ist nach ihm benannt und bietet Informationen über den Erfinder, im Gasthof Žolnir hängt sein Bild an der Wand und es ist ein Teil der Gaststube nach ihm benannt. Selbst eine eigene Bierlinie gibt es, die nach ihm benannt wurde.

Weitere Informationen findet ihr auf der Seite der Historischen Städte Sloweniens: http://eng.zgodovinska-mesta.si/eng/index.php

TIC Kostanjevica na Krki
Galerija Božidar jakac
8311 Kostanjevica na Krki, Grajska cesta 45
Tel: +386 7 49 88 152
Email: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein.
https://www.galerija-bj.si/

Einen kurzen Bericht findet ihr auch unter www.travelwriticus.at/sehenswuerdigkeiten-kostanjevica-na-krki/

Die Reise erfolgte auf Einladung der Vereinigung der Historischen Städte in Slowenien und MGM Best Press Story


Essen, Trinken, Übernachten in Slowenien