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Friedrich Weissensteiner : "Ich sehne mich sehr nach dir"

Nach 20 Jahren kehrt das Erfolgsmusical „Elisabeth“ wieder zurück nach Wien ans Raimundtheater und damit stehen Sisi und ihr Kaiser Franz Joseph wieder im Mittelpunkt des Interesses.

Friedrich Weissensteiner schreibt über die Frauen im Leben Kaiser Franz Josefs
Friedrich Weissensteiner
Ich sehne mich sehr nach dir
978-3-85002-806-6
Amalthea
https://www.amalthea.at

In dem neu erschienenen Buch „Ich sehne mich sehr nach dir“ zeichnet Friedrich Weissensteiner einen anderen Kaiser Franz Joseph als vielen bekannt: hier ist er nicht nur der herzlose und langweilige Bürokrat, sondern auch ein Mensch von Fleisch und Blut, der nicht nur seiner Gattin nachtrauert, sondern schon bald das eine oder andere „Techtelmechtel“ hatte.

Es scheint Kaiser Franz Joseph war kein Kostverächter, wie es in Wien so schön heißt und schönen Frauen auch außerhalb seiner Ehe nicht abgeneigt. Weissensteiners Buch macht Lust auf Geschichte. Er schildert amüsant und spannend das Leben des Kaisers, seine Vorlieben und auch seine Liebschaften. Heute weiß man, dass es mehr Frauen in seinem Leben gab als seine Sisi und die von ihr geduldete oder wie es heißt, ihm zugeführte, Schauspielerfreundin Katharina Schratt.

Das Buch wirft auch einen Blick auf seine Jugend, sein Verhältnis zu seiner Mutter, zeigt wie es zu seiner Krönung kam und erzählt von dem Attentat, das während der Revolutionszeit auf den jungen Habsburger verübt wurde und das sicher auch später noch – vielleicht unbewusst – viele seine Entscheidungen beeinflusste. 

Das Buch widmet sich aber nicht nur dem „Liebesleben“ des Kaisers, es zeigt ihn als liebevollen Vater und Großvater und beleuchtet neben seiner Ehe mit Sisi und all den daraus entstandenen Schwierigkeiten auch sein Verhältnis zu Anna Nahowski. Dieses Liebesverhältnis war anscheinend nicht einmal Sisi bekannt und wurde erst in jüngster Zeit durch neuere Forschungen zu den Tagebüchern von Anna Nahowski bekannt und untersucht. So entsteht mit einem Mal ein sehr lebendiges Bild des Kaisers und vor allem des Menschen Franz Joseph, mal werden die bekannten Tatsachen aus einem etwas anderen Blickwinkel beleuchtet, mal tauchen gänzlich neue und unbekannte Charakterzüge des Kaisers auf.

Alles in allem ein Buch, das man gerne liest und dass sich, auch durch die eingeflochtenen Zitate und Anekdoten ausgesprochen flüssig, kurzweilig und hin und wieder sogar spannend liest. Eine Empfehlung für alle, die an Geschichte und der Kaiserzeit interessiert sind und auch für alle jene, die vor oder nach einem Besuch des  Musicals „Elisabeth“ mehr über die handelnden Personen erfahren wollen, aber dies nicht als trockene Geschichte serviert bekommen möchten.


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