Gudrun Wieser & Marion Wiesler: Die Toten vom Salzberg
Zwei Autorinnen, zwei Epochen, drei Todesfälle und der Salzberg zu Hallstatt. Spannend …
Während die eine Autorin die Keltenzeit extrem spannend findet, freut sich die andere über das „kleidsame“ 19. Jahrhundert. Jede ist eine Spezialistin „in ihrer Zeit“ und nachdem beide auch mit eigenen Programmen zusammen auftreten, schien es naheliegend auch ein Buch gemeinsam zu verfassen. Beide präsentierten den vorliegenden Roman/Krimi auf der Buch Wien 2025 und ich war einfach neugierig, wie man es schafft so unterschiedliche Perioden zusammenzuführen.
Wieser & Wiesler schaffen es. Bravourös. Bis auf ein Kapitel, bei dem sich die Fieber-Wahnvorstellungen der Hauptdarsteller (für mich) ein bisschen zu sehr überlagern, sogar hervorragend.
Der eine Erzählstrang spielt in der Hallstattzeit am Salzberg und erzählt das Leben von Aericura, die als Halerin für den Abbau im Salzberg verantwortlich zeichnet. Eine einzigartige Frau, die durch ihr Wissen und ihre Ausstrahlung von allen akzeptiert wird. Sie ist die Seele des Bergwerks, die Mutter aller darin arbeitenden. Doch ohne Mann geht es doch nicht und als dieser stirbt, will sie ihr Vater bald wieder verheiratet sehen – wie in dieser Zeit so üblich mit dem Bruder ihres Mannes. Doch dann überschlagen sich fast die Ereignisse.
Jahrhunderte später taucht Erika am Salzberg auf. Sie hat sich in den Kopf gesetzt bei den Ausgrabungen mitzuarbeiten. Wenn sie auch nicht studieren konnte, so hat sie sich einiges an Wissen angelesen und kann auch eine Empfehlung von einer angesehenen Forscherin und Mäzenin der Grabungsstätte vorweisen. Doch eine Frau am Berg? Unmöglich! Mit zähem Willen gelingt es ihr aber doch, sich durchzusetzen und eine Grabungsstelle zugewiesen zu bekommen. Mit Wissen und einer Portion Glück ist sie schließlich erfolgreich, was zu einem weiteren Aufruhr in der männlichen Kollegenschaft führt. Als dann auch noch ein Kollege zu Tode kommt und sie sich bei einem Unwetter verletzt, wird sie von der Grabungsstelle schnell abberufen. Doch wer ist der oder die Tote vom Salzberg?
Ein spannender Krimi, der es schafft, den Leser gleichzeitig in zwei Epochen zu entführen. Tolles Leseerlebnis.