Skip to main content

Jana Revedin: Der Frühling ist in den Bäumen

Es ist nun schon der dritte Roman von Jana Revedin, den ich lese und ich bin wieder begeistert.

Jana Revedin: Der Frühling ist in den Bäumen
Jana Revedin
Der Frühling ist in den Bäumen
978-3-351-04192-2
aufbau verlag
https://aufbau-verlage.de

Bereits Margherita und Flucht aus Patagonien kann ich allen Buchliebhabern nur ans Herz legen. Und wer diese Romane schätzt wird auch das neue Buch in kürzester Zeit verschlingen.

Es ist wieder eine Familiengeschichte – Jana Revedin beschreibt eigentlich nur einen Tag im Leben ihrer Mutter, der es aber in sich hat und ihr Leben total veränderte.

Renina ist Assistentin von Martin Heidegger und mit Fred Dietrich, einem Neffen der berühmten Marlene Dietrich verheiratet. Fred, ein bekannter Atomphysiker findet ihr Engagement zur Gründung einer Frauenzeitschrift eigentlich eine „Spinnerei“ – außerdem ist er sehr in den konservativen Wertvorstellungen der 1950ern verhaftet: sprich eine Frau hat dem Manne zu gehorchen und zur Verfügung zu stehen. Renina hat ihn aus einer Laune heraus geheiratet, aber dieser eine Tag, der in dem Buch geschildert wird, ändert ihr Leben komplett. Aus Spiel wird Ernst, sie wird unter Drogen gesetzt und missbraucht – spät erkennt sie den Ernst ihrer Lage. Renina ist extra zu ihrem Mann gereist, der in einem Hotel am Bodensee an einem Physikerkongress teilnimmt. Als sie am Morgen im Hotelzimmer aufwacht, ist ihr Leben verändert ...

Doch dann helfen ihre Familie, Freunde, eine neue (alte) Bekannte und nicht zuletzt Marlene Dietrich ihr neues Leben als Herausgeberin ihrer „Lady“ zu bestehen …

Es ist wieder ein wunderbarer Roman über eine Frau, die sich gegen ungerechte Konventionen auflehnt, Mut besitzt, sich durchbeißt und am Ende gewinnt. Unvorstellbar heute, dass in Österreich sogar bis in die 1970er Jahre Frauen ihren Ehemann fragen mussten, ob sie eine Arbeit annehmen dürfen. Unvorstellbar heute, dass eine Ehefrau auch sexuell dem Manne zu Diensten sein musste.

Jana Revedin macht mit ihren Romanen Mut auf ein selbstbestimmtes Leben, auf eigene Entscheidungen. Auch wenn die meisten ihrer Heldinnen aus gut situierten Familienverhältnissen stammen und eine gute Bildung mitbringen, war es für sie schwierig den eigenen Weg zu gehen und manchmal sogar lebensgefährlich. Dennoch haben sie Erfolg und dieser lohnt den Einsatz.

Auch diese Geschichte hat mich wieder sehr fasziniert und ich habe das Buch fast in einem Zug durchgelesen. Große Leseempfehlung!


AutorIn des Artikels: