Hier residiert, besser gesagt: zaubert einer meiner slowenischen Lieblingsköche: Uroš Štefelin. Wie schön, dass man nun in der Altstadt von Radovljica nicht nur ausgezeichnet essen, sondern auch wunderbar übernachten kann.
Das Restaurant
Uroš Štefelin bin ich bereits vor einigen Jahren bei einer Pressereise begegnet – und war begeistert. Klarerweise vom Essen, aber auch von ihm als Mensch.

Freundlich, zuvorkommend, einfach menschlich hat er damals von seinen Plänen und von seinem Konzept erzählt: Dass er nur regionale und saisonale Zutaten verwendet, dass er manchmal einen kleinen Markt mit seinen Lieferanten abhält, dass es bei ihm immer auch ein günstiges Mittagsmenü für Menschen mit einer kleineren Brieftasche gibt, dass sein ganzes Geschirr aus einer Werkstatt für Menschen mit besonderen Bedürfnissen kommt, dass er seine Koch-Workshops nicht nur für Erwachsene abhält, sondern auch für Kinder.

Schließlich soll man schon in jungen Jahren gutes Essen zu schätzen wissen und auch zubereiten können. Und so ganz neben all diesen Aktivitäten hat sich Štefelin auch noch einen Michelin-Stern erkocht.

Dann hörte ich, dass sein Restaurant geschlossen wurde und konnte es gar nicht fassen. Aber nun die gute Nachricht: Mitten in der Altstadt von Radovljica liegt nun in einem Haus aus dem 16. Jahrhundert seine neue Wirkungsstätte – und übernachten kann man hier auch.

So hatte ich das große Glück wieder einmal in den Genuss der Štefelin-Küche zu kommen und so starten wir hier gleich zu Beginn unserer Pressereise.

Allein schon die Grüße aus der Küche sind nicht nur ein kulinarischer Traum, sondern auch ein toller Hingucker. Mich begeistert sofort der Geschmack des selbstgebackenen Brotes, das hier zu einem Aufstrich der Tepka Birne serviert wird.

Diese alte slowenische Birnensorte wird eigentlich in erster Linie als „Kletzen“, also getrocknet verwendet oder zu Schnaps gebrannt. Uroš verwendet sie aber in einigen seiner Kreationen in innovativer Weise.

Auch das Ei mit einem cremigen Traum gefüllt, schmeckt herrlich.

Dann geht es schon weiter mit den Špres-Krapfen (Teigtaschen) nach Art des Hauses mit Golar -Topfen, Dargas Hirsebrei, geräucherter Birne, Honigessig-Vegesauce, Fichtenspitzenöl und gerösteten Buchweizen. Hmm, einmal möchte ich den Teig so dünn und gut hinbekommen. Von der Füllung und den weiteren Zutaten ganz zu schweigen.

Dann der Höhepunkt oder das Hauptgericht: Reh aus Kočevje, gebackener Pastinak, Jamar-Käse, Vogelbeeren, Fichtenspitzen. Ein Gedicht. Ich kann mich nicht erinnern, schon vorher einmal so zartes Reh gegessen zu haben.

Den Abschluss bildet dann noch ein Vanillepudding mit Himbeere und Minze und wie ihr am Foto sehen könnt, ist das nicht einfach ein Pudding mit drei Himbeeren und einem Minzeblättchen, sondern eine ebenfalls wunderschöne und wohlschmeckende Kreation.

Zum Café gab es dann noch Pralinchen – wobei eine davon eben mit der Tepka-Birne „gefüllt“ war.

Wer sich also einmal ein besonderes Menü (es gibt die Auswahl zwischen drei und neun Gängen, mit oder ohne Weinbegleitung, wobei die slowenischen Weine mit hoher Qualität glänzen und man sich diese auch nicht entgehen lassen sollte) gönnen möchte – macht euch auf nach Radovljica.
Das Hotel
Da ich euch auf jeden Fall – wenn schon denn schon – ein Menü mit Weinbegleitung empfehlen würde, ist es gut, dass man in dem wunderschönen alten Haus auch gleich ein Zimmer für die Übernachtung buchen kann.

Das Haus ist sehr geschmackvoll, aber immer gemütlich eingerichtet. Ich hatte ein Zimmer im Dachboden – wunderbare alte Holzbalken ziehen sich durch die Decke.

Trotzdem sind die Räume hoch genug, um sich nicht in der Dachschräge den Kopf anzuschlagen, was mir in manchen Unterkünften trotz meiner Größe von 1,61 Meter schon des Öfteren passiert ist. Hier allerdings kein einziges Mal.

Ein Tisch mit zwei Sesseln, die mich sofort an meine Oma erinnern. Die beste Idee war allerdings der Kasten, dessen Tür man ausgehängt hatte und die nun neben dem Kasten als Spiegel und auch als Garderobe dient. Genial.

Das Badezimmer ist modern eingerichtet und überall wird darauf hingewiesen, dass man sich der Nachhaltigkeit und Umwelt verpflichtet fühlt. Super.
Es gibt unterschiedlich große Zimmer, wählt es einfach nach euren Bedürfnissen.

Das Frühstück, das im Restaurant im Erdgeschoss aufgebaut wird, ist hervorragend und reichlich. Die Eierspeis oder die Spiegeleier werden frisch zubereitet und im Pfandl serviert. Der Kaffee schmeckt ausgezeichnet (was für mich als Kaffeeschwester immer sehr wichtig ist).

Am Fenster entdecke ich eine Kinderzeichnung, die anscheinend nach einem Kinder-Kochworkshop entstanden und dem Chef Uroš zeigt.
Der Workshop und der Chef scheinen also Eindruck gemacht zu haben – und den Chef scheint dies auch zu freuen.

Alle Mitarbeiter sind irrsinnig freundlich und um den Gast bemüht. Hier fühlt man sich wirklich willkommen. Einzig kleiner Nachteil: Es ist ein Haus aus dem 16. Jahrhundert – einen Aufzug sucht ihr daher vergeblich.

Aber es ist eines der wenigen Hotels, bei dem uns sofort beim Einchecken angeboten wurde, die Koffer auf die Zimmer zu bringen. Widerstand war zwecklos. Bis alle Formalitäten an der Rezeption erledigt waren, warteten die Koffer bereits in unseren Zimmern auf uns. Toller Service also auch hier.

Frühstück oder Brunch kann man auch als „Laufkundschaft“ gegen vorherige Reservierung buchen, trotzdem würde ich euch empfehlen, euch zu Mittag oder am Abend verwöhnen zu lassen, einfach um die ganze Bandbreite der Köstlichkeiten verkosten zu können.

Öffnungszeiten und spezielle Angebote checkt bitte vor eurer Reise auf der Website des Hiša Linhart: https://www.hisalinhart.si/
Wer mag kann dort auch gleich buchen.
Der Besuch erfolgte im Rahmen einer Pressereise auf Einladung des Slowenischen Tourismusbüros Wien
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