Kroměříž zu erkunden kann schon hungrig und durstig machen. Wer mit Stil und Ambiente tschechische Küche in neuer Interpretation genießen möchte, ist im Octárna richtig.
Es muss aber nicht immer die tschechische Küche sein, auch wer internationale Spezialitäten verkosten will, wird hier fündig.

Dazu elegante Atmosphäre, die man im Sommer im Gastgarten oder im Winter im Wintergarten genießen kann. Dazu erhält man die Gewissheit, dass traditionelle Spezialitäten nicht unbedingt schwer im Magen liegen müssen und wer sich an der Weinauswahl (vielleicht zu sehr) erfreut hat, kann im Hotel gleich übernachten. Kroměříž kann man sowieso nicht in einem Tag entdecken.

Wenn ihr zum Restaurant schlendert, solltet ihr einen Blick auf die Mosaike machen, die auf der Mauer am Weg zum Eingang zu sehen sind: Sie wurden von Max Schwabinsky gestaltet und waren eigentlich für das Nationaltheater in Prag bestimmt. Warum sie allerdings nicht ihren Weg in die Hauptstadt fanden, entzieht sich meiner Kenntnis.

Die Themen der vier Mosaikbilder stellen wichtige historische Ereignisse in der Geschichte der Tschechischen Republik dar:
Am ersten Bild ist die Fürstin Libuša zu sehen, die den Ruhm der Stadt Prag weissagt: „Ich sehe eine große Stadt, deren Ruhm bis zu den Sternen reichen wird“. Das zweite Bild zeigt Kaiser Karl IV., der in Prag die älteste deutsche Universität gegründet hat. Hussitenführer Jan Žižka, der seine Hussiten in den Kampf führt, ist im nächsten Bild zu sehen, während im letzten Bild Johann Amos Comenius zu sehen ist, wie er Abschied von seiner Heimat nimmt.
Doch nun zum Kulinarischen …
Ich hatte bereits zweimal das Vergnügen hier zu speisen und wenn ich es auch beide Male genossen habe, kam es mir beim ersten Mal etwas Leichter, etwas Feiner, etwas Spezieller vor.

Beim ersten Besuch gab es eine tschechische Spezialität: Ein „Schinken-Stanitzel“ mit Grammel-(Grieben)-Brot und einer Kren (Meerrettich)-Oberssauce – ausgezeichnet.

Suppenfreunden kann man (nach wie vor) die klassische Rindssuppe mit Leberknödel und/oder Nudeln empfehlen und auch das Svíčková (Lendenfilet) mit ausgezeichneter Sauce, Knödel und Preiselbeeren schmeckt hervorragend.

Als Nachspeise habe ich eine Kartoffelpalatschinke mit Rosinen und Pflaumenmusquark geschlemmt – ausgezeichnet. Wobei: auch die Livanzen wären eine Sünde wert.

Bei unserem zweiten Besuch hatten wir die Qual der Wahl aus der Speisekarte – daher seht ihr hier auch eine größere Auswahl an Gerichten.

Schwierig, wirkliche Empfehlungen auszusprechen: Risotto, Hühnchen oder Ente, alles sehr schmackhaft und auch der Cesar Salad schmeckt ausgezeichnet.


Auch mein Schweinebraten war geschmacklich in Ordnung, allein unter Knödel (die es laut Speisekarte dazu geben sollte) hatte ich mir eigentlich etwas anderes vorgestellt. Ich hätte es eher als Nocken bezeichnet. Doch das Sauerkraut hat mich dafür wieder mehr als entschädigt – wahrscheinlich werde ich es nie schaffen, Sauerkraut so zu kochen wie die Tschechen.

Dieses Mal ist kein Dessert angesagt - die Portionen sind wirklich groß und auch mein "Nachspeisemagen" war mit dem Hauptgericht schon gut gefüllt.

Bezüglich Bier oder Wein, empfehle ich einfach auf den Kellner zu hören – es gibt reichliche Auswahl und sie empfehlen sicher einen guten Tropfen. Schließlich ist man ja in einer Stadt, in der schon lange auch ausgezeichneter Messwein produziert wird …
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