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War es wirklich das erste Café von Prag? Jener Ort, in dem Jiří Deodat später seinen Kaffee ausschenkte?

Die Geschichte wie der Kaffee denn nach Europa, Prag oder Wien kam, klingt hier ein wenig anders als die Wiener Variante. Während die Wiener einen Herrn Kolschitzky als „Erfinder“ des Kaffees feiern, der aus den bei der Türkenbelagerung erbeuteten Kaffeesäcken zum ersten Mal in Wien das Getränk „gebraut“ haben soll, gilt in Prag Jiří Deodat, ein Syrer als Urheber der Kaffeehauskultur.

Ein Ritter bewacht das Museum und das Café
Ein Ritter bewacht das Museum und das Café

Anfänglich war er mit seinem Getränkeangebot noch mit einer Art „Bauchladen“ unterwegs, doch das Geschäft ging so gut, dass er sich bald eine Heimstätte leisten konnte und so das erste Prager Kaffeehaus 1714 am Ende der Karlsbrücke eröffnete. (Übrigens die Wiener behaupten, dass ein Johannes Deodat 1685 das erste Privileg zur Ausschank von Kaffee in Wien erhielt – das sei zumindest historisch belegbar.)

Blick zum Museum
Blick zum Museum

Deodat jedenfalls verkaufte seinen Kaffee in seinem Kaffeehaus bis zu seinem Tod am 2. Dezember 1730, dann wurde er in seinem Sarg aus dem Haus nahe der Brücke heraus getragen, wie im Totenregister zu lesen ist. Deodat, der zum katholischen Glauben übergetreten war, wurde in der Nähe der St. Thomas Kirche begraben.

Blick ins Café
Blick ins Café

Das Café war zumindest bei meinem Besuch noch ein Geheimtipp, obwohl es an einem stark frequentierten Platz liegt, den viele Touristen jedoch überqueren ohne sich um Museum oder Café zu kümmern. Das Museum (und damit das Café) ist in einem ursprünglichen Barockgebäude des Ordens der Kreuzherren mit dem roten Stern untergebracht, der von der heiligen Agnes von Böhmen 1252 gegründet wurde.

Blick ins Café
Blick ins Café

Wie auch immer, ein Besuch hier am Anfang (oder Ende je nach Sichtweise) der Karlsbrücke in dem kleinen Café lohnt sich und dafür gibt es mehrere Gründe. Erstens weil man gleich auch das Karlsbrücke-Museum besuchen kann, zweitens weil allein die Einrichtung und der Weihrauchgeruch im Café einzigartig sind, drittens weil Kaffee und Süßes hervorragend schmecken und die Auswahl der Leckereien recht groß ist.

Im Café
Im Café

Egal was ihr euch aus der Vitrine aussuchen, es wird munden und ich hatte echt Probleme mich zu entscheiden. Und zu guter Letzt, viertens, weil es sich hier auch wunderbar auf die nächste Bootsrundfahrt auf der Moldau warten lässt, die ebenfalls unter der Karlsbrücke beginnt und auch die „Matrosen“ der Schiffe in diesem Café einkehren.

Im Café
Im Café

Also ich denke, das sind doch Gründe genug, um einmal hier vorbei zu schauen oder??

Ein Kaffeehäferl mit einem Bild des Chefs
Ein Kaffeehäferl mit einem Bild des Chefs

Das Museum ist von Mai bis September täglich von 10:00 bis 19:00 Uhr geöffnet. Im Winter wird eine Stunde früher geschlossen.

Ein Döschen mit Weihrauch
Ein Döschen mit Weihrauch

 Der Besuch erfolgte im Rahmen einer Pressereise auf Einladung von Czech Touris


Muzejní kavárna - Café im Museum unter der Karlsbrücke
1100 Prag 1 – Staré Město
Křížovnické náměsti 3
+420 776 776 779

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