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Der Kultursommer im Burgenland hat für jeden etwas, Theater und Oper, Heiteres und Besinnliches und im Steinbruch von St. Margarethen mit seiner großen Bühne auch immer Gigantisches …

Letzte Woche war es soweit: Mein Besuch bei der Oper im Steinbruch stand auf der Tagesordnung. Ich war bereits bei der Vorstellung des Bühnenbildes und der Sänger dabei gewesen und freute mich schon sehr auf den Opernabend.

Hier geht es zum Festivalgelände
Hier geht es zum Festivalgelände

Das Weingut Esterházy

Zuvor musste allerdings noch ein kurzer Abstecher im Weingut Esterházy sein, denn alle Besitzer eines Operntickets können sich nicht nur über ein Glas Sekt, sondern auch über eine Ermäßigung bei ihrem Einkauf im Weingut erfreuen. Von Wien kommend ist es knapp vor Trausdorf nicht mehr als ein Schlenker – und auch von der Bundesstraße aus sichtbar.

Das Glas Sekt musste ich leider verweigern – bei der Hitze und leider ohne Chauffeur unterwegs, also selbst hinter dem Steuer sitzend – wäre das vielleicht keine so gute Idee gewesen. Aber gute Tröpfchen Wein mit Rabatt einzukaufen, das habe ich mir heuer nicht entgehen lassen.

Das Festivalgelände

Eigentlich dachte ich unter den Ersten am Steinbruch einzutreffen, aber weit gefehlt. Die Anreise der Besucher war schon unterwegs und viele planten ihren Besuch so wie ich: vorher noch eine Kleinigkeit essen und ein Gläschen trinken und dann den Opernabend genießen.

Schon vor Beginn ist - auch in der Opernlounge - jede Menge los
Schon vor Beginn ist hier - auch in der Opernlounge - schon jede Menge los

Auch die Opernlounge – hier kann man ein mehrgängiges Menü genießen – war ausgesprochen gut besetzt und mit mir strömten schon viele Menschen in den Steinbruch.

Ich gebe mich mit einem Weckerl und einem Aperol Spritz zufrieden
Ich bin mit einem Weckerl und einem Aperol Spritz zufrieden

Übrigens: Die Parksituation war wieder hervorragend organisiert. Überall Ordner, die die Anreisenden zu ihren Parkplätzen leiten und auch die Abfahrt war gut geregelt. Ich glaube, es dauerte kaum mehr als 15 Minuten, um aus dem Parkplatz draußen und auf der Bundesstraße Richtung Wien zu sein.

Natürlich gibt es auch jede Menge Merchandising-Material
Natürlich gibt es auch jede Menge Merchandising Material

Und ich gehöre nicht zu jenem Menschen, die bereits beim letzten Ton der Oper aufstehen und zu ihren Autos laufen. Auch das muss erwähnt werden ...

Die Oper

Tosca gehört nicht unbedingt zu meinen Lieblingsopern. Aber einige der Arien, die wahrscheinlich alle kennen, berühren mich sehr.

Blick zur Bühne in der Abenddämmerung
Blick zur Bühne in der Abenddämmerung

Und es ist immer wieder beeindruckend, was in St. Margarethen auf der Riesenbühne geboten wird (bis dato konnte ich nur dem letzten Papageno leider gar nichts abgewinnen ..)

Die Geschichte

Die Handlung spielt an zwei Tagen in Rom in der Zeit der napoleonischen Kriege. Daher findet ihr auch viele zerstörte Bilder im großartigen Bühnenbild und auch eine Kanone auf dem Felsen, die auf diese Auseinandersetzungen hindeuten sollen. So wird auch gleich zu Beginn mit einem lauten Knall die Kanone abgefeuert, was nicht nur mich erschreckt hat.

Noch ist er noch unbeschadet ...
Noch ist er unbeschadet ....

In der Kirche Sant’Andrea della Valla malt Cavaradossi an einem Marienbild. Er liebt die Sängerin Floria Tosca, hat aber in den Gesichtszügen seiner Maria Magdalena eine andere Kirchenbesucherin verewigt. Als Tosca dies sieht und in ihnen die Gräfin Attavanti zu erkennen glaubt, erwacht sofort ihre rasende Eifersucht.

Cavaradossi bei der Arbeit an seinem Bild
Cavaradossi bei der Arbeit an seinem Bild

Allerdings besuchte die Gräfin die Kirche um ihren Bruder zu helfen, der als politischer Gefangener in der Engelsburg eingekerkert war, aber fliehen konnte. Nun soll ihm sein Freund Cavaradossi helfen, was dieser auch tut und mit ihm (in Frauenkleidern seiner Schwester) in sein Haus flieht.

Die Kanone meldet sich öfter
Die Kanone meldet sich öfter

Ein Kanonenschuss (!) meldet die Flucht von Angelotti und kurze Zeit später erscheint auch Baron Scarpia, der korrupte und grausame Polizeichef in der Kirche, da er einen Zusammenhang zwischen Cavaradossi und Angelotti vermutet.

Noch sind die Kirchentore geschlossen
Noch sind die Kirchentore geschlossen

Auch Tosca kehrt in die Kirche zurück, da sie das abendliche Treffen mit Cavaradossi auf Grund eines Auftritts nicht einhalten kann. Scarpia, der um ihre Eifersucht weiß, schürt diese weiter bis Tosca schließlich zu ihrem Geliebten eilt, um ihn zur Rede zu stellen.

Tosca im Steinbruch St. Margarethen
Tosca im Steinbruch St. Margarethen

Scarpia verhaftet Cavaradossi, um von ihm das Versteck Angelottis zu erfahren. Doch Cavaradossi weigert sich, wird gefoltert und Scarpia sorgt dafür, dass Tosca die Schmerzensschreie des Geliebten mitanhören muss. Schließlich verrät sie das Geheimnis – Angelotti kommt seiner Verhaftung zuvor und bringt sich um.

Die Abendsonne schafft eine besondere Atmosphäre
Die Abendsonne schafft eine besondere Atmosphäre

Die Nachricht vom Sieg Napoleons trifft ein und nun bekennt sich Cavaradossi zu seinen politischen Idealen, worauf Scarpia beschließt ihn hinrichten zu lassen. Auf die Frage Toscas nach seinem Preis für das Leben ihres Geliebten, erklärt er, dass er kein Geld will, sondern sie ihm zu Willen sein soll.

Hier kann man bald den Text mitlesen
Hier kann man bald den Text mitlesen

Verzweifelt willigt Tosca unter Bedingungen ein: Sie will einen Geleitbrief für ihrer beider Flucht und es Cavaradossi selbst erzählen. Scarpia verfasst den Brief, besteht allerdings auf eine Scheinhinrichtung. Als Scarpia nun seinen Lohn einlösen will, tötet Tosca ihn mit einem Messer und nimmt den Brief an sich.

Noch dominiert die Abendstimmung
Noch dominiert die Abendstimmung - bei der Bühnenführung

Im Gefängnis wartet Cavaradossi auf seine Hinrichtung. Tosca kommt zu ihm und erzählt ihm vom Deal mit Scarpia und dass sie den Baron ermordet hat. Dann erscheint das Erschießungskommando und von bösen Ahnungen getrieben, ermahnt sie Cavaradossi sich nach dem Schuss fallen zu lassen und erst aufzustehen, wenn sie ihn ruft.

Doch bald legt sich die Dunkelheit über die Bühne des Steinbruchs
Doch bald legt sich die Dunkelheit über den Steinbruch

Doch bald muss sie erkennen, dass Scarpia sie getäuscht hat. Cavaradossi ist tot. Während sie in anderen Aufführungen von der Engelsburg springt, verschwindet sie hier im Rauch in der Kirche ….

Das Bühnenbild und die Kostüme

Ich war ja schon bei der Vorstellung des Bühnenbild begeistert, aber wenn man alles bei der Aufführung in „Action“ erlebt, ist es noch viel gigantischer. Die Kostüme sind wunderschön, geschmackvoll gestaltet, farblich exzellent auf die Charaktere abgestimmt.

Die offene Kirche in verschiedenen Beleuchtungen
Die offene Kirche in verschiedenen Beleuchtungen

Herzstück und Mittelpunkt ist die riesige Kirche, deren Portal sich öffnen kann und damit ihre ganze Pracht auf der riesigen Bühne des Steinbruchs ausspielen kann. Allein schon diese Szenen sind beeindruckend. Prächtig ist wohl die richtige Bezeichnung.

Das Staunen des Publikums ist groß, wenn sich die Kirchentore öffnen
Das Staunen des Publikums ist groß, wenn sich die Kirchentore öffnen

Es ist ein Erlebnis, wenn sich die Kirchenmänner Weihrauchfässer schwenkend durch das Publikum auf den Weg zur Bühne und zu den sich öffnenden Kirchentoren machen. Einfach genial.

Auch die Kostüme sind sehenswert
Auch die Kostüme sind sehenswert

Dann noch die Kanonenschüsse, die auf die Auseinandersetzungen zwischen den Habsburgern und Napoleon hinweisen. Gleich zu Beginn wird ein Engel Opfer eines Kanonenschusses und obwohl ich gewusst hatte, dass dies kommen sollte, bin ich ebenso wie viele andere im Publikum zusammengezuckt.

Die Sänger

Ausgezeichnet gestimmt und in bester Spiellaune das Piedra Festivalorchester unter der Leitung von Valerio Galli. Für mich hervorragend Yongzhao Yu als Cavaradossi und Hansung Yoo als Scarpia, sehr gut und hoch in der Publikumsgunst Melissa Purnell als Tosca.

Großer Applaus für die Tosca
Großer Applaus für Tosca und das ganze Ensemble

Auch die „Nebenrollen“ waren ausgezeichnet besetzt: Volodymyr Morozov als Angelotti/Carceriere, Ivan Zinoviev als Sagrestano/Sciarrone und Michal Prószyński als Spoletta. Aber auch den Philharmonia Chor Wien und die Gumpoldskirchner Spatzen muss man lobend erwähnen.

Ein Opernerlebnis
Ein Opernerlebnis

Und die Statisterie der Oper im Steinbruch. Fast zu jeder Zeit sind eine Menge Menschen auf der großen Bühne und mit ihrem Kommen und Gehen wird die Darstellung lebendig.

Tosca im Steinbruch Margarethen
Tosca im Steinbruch Margarethen

Last, but not least, ein großes Bravo für das Bühnenbild und die Inszenierung an Thaddeus Strassberger und an den Meister des Kostümdesigns Giuseppe Palella für die wundervollen Kostüme.

Gratulation an Intendant Daniel Serafin, er kann zufrieden sein.

Langsam den Opernabend ausklingen lassen
Nach der Aufführung kann man noch langsam den Opernabend ausklingen lassen

Mein Vorsatz für das nächste Mal: Wieder zeitig anreisen und dann auch noch einmal eine Bühnenführung mitmachen.

Übrigens: Das nächste Jahr wird Giuseppe Verdi gespielt: Rigoletto – vom 14.7-22.8.2027. Karten sind bis 15.10.2026 mit einem Frühbucherbonus von 20% erhältlich.

Nächstes Jahr wird Rigoletto gespielt
Nächstes Jahr wird Rigoletto gespielt

Tosca von Giacomo Puccini wird noch bis 22.8.2026 gespielt. Weitere Informationen über die Oper, Anreise, Tickets und vieles mehr findet ihr unter https://www.operimsteinbruch.at/


Tosca von Giacomo Puccini
bis 22.8.2026
Steinbruch St. Margarethen
7062 St. Margarethen
+43 2682 65 0 65
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