Noch bis zum 1. 11.2026 sind noch die Geister unterwegs – danach verwandelt sich Burg Schlaining in ein Weihnachtsmärchen …
Es hat aufgehört zu regnen. Alle Termine sind erledigt, ich starte in mein erstes Halloween-Abenteuer: Die Friedensburg Schlaining lädt zum Burg Geflüster.
Die Anreise
Gehört hatte ich schon einiges von dieser Burg, besucht habe ich sie noch nie. Irgendwie hatte ich immer im Sinn, dass die Reise von Wien für einen Tagesausflug zu lange dauern würde.

Google Maps meint allerdings, dass man die Strecke in eineinhalb Stunden erledigen könnte. Kann man sicher auch – allerdings war das Navi meines Autos anderer Meinung und der Stau auf der Tangente auch. Gut, wer konnte damit rechnen, dass es sich zu Beginn der Herbstferien auf den Wiener Ausfahrtsstraßen an einem Freitag stauen könnte? 😊 So dauerte die Hinfahrt etwas länger aber wenn man bei der Rückfahrt dem Navi ab und zu widerspricht und nicht in jeden Waldweg einbiegt, kommt man auch ziemlich flott voran.

Es ist noch hell, als ich in Schlaining ankomme, die Parkplätze bei der Burg sind trotz der frühen Stunde bereits alle besetzt und so muss ich einen etwas längeren Fußmarsch zur Burg auf mich nehmen. Aber kein Problem.
Die Burg
Schon beim Vorbeifahren zum Parkplatz konnte ich einen kurzen Blick auf die Burg werfen: Wow! Eine hohe Steinbrücke führt zur Burg, im Burggraben steht eine Bühne, davor eine große Gestalt, die in die Burg einlädt.

Durch zwei Tore muss man schreiten, dann ist man im kleinen Burghof, in dem einige Standeln auf die Besucher warten. Da es noch hell ist, entscheide ich mich dafür gleich das Innenleben der Burg zu erkunden.
Die Ausstellungen
Es gibt mehrere Ausstellungen in der Burg, die ebenfalls alle halloween-mäßig geschmückt sind.
Die Geschichte der Burg
Die Ausstellung der Burg ist meine Lieblingsausstellung und ich werde allein wegen ihr noch einmal kommen, um in Ruhe mehr über die Burg und ihre Ritter zu erfahren. Bei diesem Besuch bewundere ich einmal „nur“ die schaurige Deko.

Im hinteren Ausstellungsbereich finde ich die „Spielecke“: Hier kann man sich im virtuellen Bogenschießen üben, ein Memory mit Wappen spielen (schrecklich: ich verliere schon immer beim Tiermemory) oder das Clusius-Pflanzenspiel ausprobieren.

Die Burgenländische Geschichte
Hier haben sich anscheinend in den ersten Räumen alle burgenländischen Gemeinden verwirklicht. Zumindest leuchten mir einige Ortsnamen entgegen, die ich kenne.

Bei der Suche nach seinem Heimat- oder dem Urlaubsort kann man hier sicher einige Zeit verbringen. Mich beeindrucken die Plakate, die auf die Abstimmung in Ödenburg nach dem Vertrag von Saint-Germain hinweisen.

Man sieht, wie damals schon mit viel Emotion um die Stimmen gekämpft wurde. Ödenburg (heute Sopron) blieb dennoch bei Ungarn.

Die weiteren Ausstellungen
In einigen Räumen kann man sich noch mit der Burgenländischen Blasmusik beschäftigen. Aus einem kleinen runden Raum in Raum dringen Blasmusik-Klänge – obwohl dieser isoliert ist.

Außerdem widmet sich eine weitere Schau dem burgenländischen Roten Kreuz und seiner Geschichte.

Die Halloween-Attraktionen
Schon während ich von Ausstellung zu Ausstellung spaziere, komme ich immer wieder bei den Halloween-Stationen vorbei, die vor allem den Kindern jede Menge Spaß machen.

Im Erlebniskino läuft gerade ein Animationsfilm mit dem kleinen Burggespenst Schlaini, das anscheinend die Mithilfe aller Zuschauer benötigt.

In einem weiteren Raum wird bei der wilden Kürbisjagd versucht die „angreifenden“(?) Kürbis zu treffen. Scheint gar nicht soo einfach zu sein, aber es gelingt den Mitspielern immer wieder die Kürbisse zu treffen und damit von der Bildfläche verschwinden zu lassen.

Auch die Kinderwerkstatt ist schon gut besetzt und es wird gemalt und gebastelt, was das Zeug hält.

Dazwischen wuseln viele Kinder die Treppen hoch und wieder hinunter, um nur ja nichts von den Angeboten zu verpassen.

Draußen dämmert es bereits. Ich blicke noch von einer Mauer in die Umgebung und freue mich bereits, dass Licht um Licht zu leuchten beginnt und die Burg und der Burghof in eine magische Stimmung getaucht wird. Kübisse rollen über die Wände und im Hof ziehen gleich zwei als Tod verkleidete riesige Figuren mit ihren Sensen ihre Runden. Doch man braucht sich nicht zu fürchten. Stolz und sehr tapfer geben auch die Kleinsten dem Tod „High Five“.

Ich laufe noch in Richtung Turm. Leider war die Führung dafür bereits ausverkauft – ich werde heute also nicht das Turmgeheimnis lüften können. Allerdings erspare ich mir dafür auch einen „Hatscher“ über 140 Stufen – so viele muss man nämlich auf sich nehmen, um zur „Turmstube“ zu gelangen.

Schön langsam bin ich hungrig geworden: Was gibt es also Gutes? Da ich nicht im Restaurant essen möchte, schau ich mich einmal bei den Standeln um. Maroni, Kartoffelpuffer und Kartoffelchips, eine Dracula-Semmel (Leberkäse mit Ketchup oder Senf), Hotdog werden geboten. Dazu gibt es verschiedene Punschangebote (Uhudler-Punsch! Gin) und einen alkoholfreien Beerenpunsch.

Außerdem werden Pommes, Chicken-Wings und Linsengerichte angeboten. Natürlich – neben der Weinverkostung – auch die verschiedenen burgenländischen Weine.

Zu dumm, dass ich mit dem Auto unterwegs bin. Also entschließe ich mich zum Beerenpunsch und die Dracula-Semmel. Der Punsch ist ein bisschen dünne und die Semmel ein wenig zäh, aber der Leberkäse hervorragend. Gestärkt mache ich mich weiter auf Entdeckungsreise …

Da wäre noch das UV-Labor, das es zu entdecken gilt. Mit Leuchtstiften aus der Kinderwerkstätte kann man hier experimentieren, wie und was alles im Dunkeln zu leuchten beginnt. Als ich vorbeischaue, sind einige Kinder gerade in einem wilden Tanz mit den Figuren und Lampen versunken.

Inzwischen ist es komplett finster geworden, der Mond steht hell am Himmel und nun kann man die Figuren so richtig sehen. Zwei Ritter stehen sich im Hof schwerterschwingend gegenüber.

Ein Drache in der Ecke schaut dabei zu. An der Wand über einen Graben winkt abwechseln ein Ritter und das kleine Burggespenst fliegt durch die Gegend.

Im Graben wartet eine Riesenkatze auf die Besucher und schaurige Gestalten lachen im Vorbeigehen oder auf Knopfdruck. Im Hof am Weg zum Turmeingang „heulen“ zwei Wölfe einen Kürbis an und viele Pilze leuchten um die Wette.

Jetzt ist es wirklich magisch. Ich liebe diese Beleuchtungen und wenn manches auch kitschig erscheinen sollte, egal, ich mag es. Langsam drehe ich noch eine Runde, bedauere dass ich heute nicht die Weinverkostung genießen und den Turm nicht ersteigen konnte.

Ich überlege, ob ich am Speck- und Käsestandel noch etwas mitnehmen soll, oder vielleicht eine Bienenwachskerze als Souvenir mitnehmen soll. Oder ein Amigurami-Tier?

Dann verlasse ich das Burg-Geflüster, doch nicht ohne die nun komplett beleuchtete Burg zu bewundern und natürlich zu fotografieren. Auch zum roten Herz muss ich noch unbedingt einen Abstecher machen. Der Ausflug hat sich gelohnt. Hierher komme ich bestimmt wieder. Vielleicht schon zum Weihnachtsmärchen.

Die Burg ist während der Herbstferien (26.10.-1.11.2026) täglich ab 16:00 Uhr bis 21:00 Uhr geöffnet. Letzter Einlass ist 19:30 Uhr. Nach dem Burg Geflüster geht es mit dem Leuchtenden Burgmärchen in Schlaining weiter: ab 26.11., jeweils von Donnerstag bis Sonntag bis zum 20.12.2026. Auch am 8.12.2026 ist von 16:00 bis 21:00 Uhr geöffnet. Letzter Einlass: 19:30 Uhr.

Wer nicht mit dem Auto fahren will oder kann (empfehle ich besonders, wenn ihr die guten burgenländischen Weine bei eurem Besuch verkosten wollt) kann den Blaguss-Busshuttle ab Wien Oper oder Wiener Neustadt nutzen. Mehr darüber findet ihr hier: https://blaguss.com/shuttle/shuttle-halloween-winterwunder-burg-schlaining
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Mehr über die Friedensburg und die verschiedenen Veranstaltungen findet ihr hier: www.friedensburg.at
Friedensburg Schlaining
7461 Stadtschlaining, Rochusplatz 1
Tel: +43 3355 2306
www.friedensburg.at



