Über Wien eine dicke Nebelsuppe -so starte ich auf der Suche nach einem neuen Ausflugziel zum Skifahren – für Anfänger und nicht mehr ganz so Sportliche …
Skifahren war eigentlich immer meins – zumindest nachdem ich die Skischule hinter mich gebracht hatte. Das Lernen in der Skischule habe ich eigentlich gehasst – aber als ich dann am Schulskikurs in der ersten (Leistungs-)Gruppe bei den Besten der Klasse meine Schwünge ziehen konnte, war das schon sehr sehr cool. Wobei es waren nicht nur die Skischulbesuche – eine Zeitlang sind meine Eltern mit mir im Winter fast jeden Sonntag Schifahren gefahren: Am Semmering, am Stuhleck, in Lackenhof am Ötscher. Mit dabei ein Freund aus Kitzbühel, der sich dann stundenweise erbarmte und mit mir ebenfalls einige Schwünge in Skilehrer-Manier über die Hänge zog. Motto: „Du muasst di nua traun“….

Heute fahre ich noch immer gerne Ski und wenn es auch nicht mehr der Hahnenkamm sein muss und ich auch konditionell und „kniebedingt“ meistens nach 2-3 Stunden abbreche: Zwei Bretteln, a gführiger Schnee und strahlender Sonnenschein begeistert mich noch immer.

Daher versuche ich zumindest immer ein paar Tage im Jahr auf den Brettln zu stehen und die Begeisterung auch an meine Enkel weiterzugeben. Dazu braucht es aber geeignete Skigebiete, also habe ich mich diesmal auf die Suche nach St. Corona am Wechsel begeben.
Die Wexl Arena
In Wien hing der Nebel schon wochenlang über der Stadt und bescherte uns Depressionswetter. Kein Strahl der Sonne konnte uns die Stimmung aufhellen. Eigentlich war Wetterbesserung angesagt und die Sonne sollte sich zumindest ein wenig blicken lassen, aber beim Blick aus dem Fenster war nichts zu sehen.

Beim Blick ins Internet allerdings musste ich für die Vorbereitungen für meinen Skitag gleich einen Gang höher schalten. Die Webcam der Wexl Arena zeigte Sonnenschein. Kann doch nicht sein oder?

Egal, also schnell alles eingepackt und losgefahren. Immerhin versprach Google eine Fahrtzeit unter 1 ½ Stunden und das kann man – wenig Stau auf der Tangente vorausgesetzt, wenn man aus dem Norden Wiens losfährt – auch einhalten. Allerdings wurde der Neben von Kilometer zu Kilometer noch dichter.

Doch kaum die Autobahn verlassen, vielleicht 10km vor meinem Ziel, klarte es auf. Azurblauer Himmel und strahlender Sonnenschein funkelte durch die Bäume und hielt dann den ganzen Tag an – so stelle ich mir einen Skitag vor. Meine Stimmung besserte sich mit jedem Kilometer, den ich mich St. Corona näherte.
Manchmal würde vielleicht bei der Anfahrt das eine oder andere Hinweisschild zusätzlich noch helfen, aber wer Google vertraut, kommt sicher ans Ziel.

Ein großer Parkplatz zeigt, dass hier am Wochenende und in den Ferien sicher ausreichend Betrieb herrscht. Unter der Woche – am Vormittag noch dazu, war wenig los. Einige Großeltern und Eltern sind mit Enkel und Kindern unterwegs, die Skischule hat also Betrieb. Auch einige Schulschikurse scheinen am Hang die neuesten Schwünge zu probieren. Jedoch kaum Wartezeiten an den Liften.
Kartenkauf
Ich hatte online eine Vormittagskarte erstanden. Mit dem Ausdruck des QR-Codes (altmodisch, aber ich misstraue in der Hinsicht noch immer dem Handy ein wenig) machte ich mit zur „Pick-up“-Box auf, die sich gleich am Parkplatz (auf der obersten Etage) befindet. Dort den QR-Code eingescannt und schon kam das Ticket heraus. Funktioniert prima. Damit kann man sich dann sofort beim Lift anstellen und in die Höhe fahren.
Die Lifte
Zur Verfügung stehen ein normaler Bügel-Schlepper für die „Fortgeschrittenen“ und ein Topferllift für die „fortgeschrittenen Anfänger“. Während der Schlepper die Skifahrer auf den höchsten Punkt des Gebietes bringt, hat man beim Topferllift die Wahl – entweder die Hauptpiste zu befahren oder im Kinderland seine Schwünge zu ziehen.

Für die Anfänger steht auch noch ein langer Zauberteppich zur Verfügung. Da dieser mit einem Tunnel geschützt ist, können die Anfänger auch bei schlechtem Wetter nach oben schweben: ohne sich anzustrengen oder zu frieren.

Noch ein Hinweis zu den Liften: Obwohl der Schlepper in Selbstbedienung geführt wird, gibt es sowohl bei der Ein- als auch bei der Ausstiegsstelle je einen Liftwart, der wirklich auf seine „Pappenheimer“ aufpasst: so habe ich auch immer wieder beobachtet, dass die Geschwindigkeit des Liftes angepasst wurde, wenn augenscheinliche Anfänger ein- oder ausgestiegen sind. Und obwohl die Liftstrecke nicht schwer zu befahren ist, kann es zu einem Hoppala kommen und jemand stürzt. Auch in diesen Fällen wurde der Lift sofort gestoppt. Dieses Service ist nicht in jedem Skigebiet vorhanden.
Das Gelände
Ich habe nur auf die „Fortgeschrittenen“ Piste genutzt. Sie ist für geübte Skifahrer leicht zu befahren und daher auch für Anfänger optimal ihr Können in einem – ein bisschen – steileren Gelände zu versuchen. Auch hier warten einige Attraktionen: Es gibt eine kleine Sprung- oder Startschanze, einen Funpark mit verschiedenen Figuren und sogar eine Rennstrecke mit Zeitnehmung.

Diese musste ich natürlich sofort ausprobieren und es ist auch für Oma ein lustiges Gefühl gewesen einmal in einem Starthaus zu stehen.

Mit der Zeitnehmung hat es dann doch nicht so richtig geklappt. Außer „Bitte warten“ ist auf der Anzeigetafel leider – trotz wiederholter Versuche – nichts erschienen. Vielleicht war ich auch zu langsam – oder zu schnell? 😊

Im Zauberteppichland gleich neben der Hauptpiste – mit Topferllift oder Zauberteppich erreichbar, waren verschiedene Slaloms ausgesteckt und eifrig übende Kinder mit ihren Skilehrer*innen unterwegs. Alle anscheinend mit großem Spaß, da ich kein Geraunze oder Weinen vernommen habe. Aber etliche Großeltern und Eltern am Rand der Piste (mit Handys), die doch recht begeistert die ersten Abfahrten ihrer Sprösslinge verfolgt haben.
Skiverleih
Besonders für Kinder finde ich den Ausrüstungsverleih wichtig. Die Youngsters wachsen so schnell, dass man jedes Jahr neue Ski und Schuhe kaufen müsste, um das passende Material zu besitzen. Hier gibt es nicht nur den Skiverleih gleich neben der Piste, sondern auch die Skischule. Alles ist online buchbar. Und das Online-Angebot sollte man auch annehmen: Besonders am Wochenende und in den Ferien. Sonst könnte es passieren, dass die Anreise umsonst war und weder Lifttickets, noch Ausrüstung zur Verfügung stehen.
Essen und Trinken
Nicht nur, dass Bewegung an der frischen Luft hungrig und durstig macht, manchmal brauchen Eltern und Großeltern, die nicht skifahrerisch tätig sind, einen Platz zum Aufwärmen oder zum Ausrasten. Auch Zuschauen macht müde und hungrig und manchmal zeigt es sich, dass der Nachwuchs eine Menge mehr Energie hat, als wir Älteren. In der Wexl Arena sind Restaurant und Bistro klug gebaut.

Beide liegen nebeneinander – am Ende der Piste und des Zauberteppichlandes, beide mit einer großen Glasfront, sodass man von vielen Plätzen jederzeit auch einen Blick auf das Areal und den dort übenden Sprössling werfen kann. Ist doch gut, wenn man auch die Größeren immer noch ein wenig im Blick haben kann, wenn sie ihre ersten Schwünge allein probieren oder auch zusehen möchte, was sie in der Skischule so treiben.

Ich bin also hoch zufrieden und ohne Unterbrechung zwei Stunden durchgehend von oben nach unter „gerast“ und habe mich sehr gefreut, dass es noch immer Spaß macht über die Hänge zu fahren. Danach habe ich mir – wie in alten Zeiten – ein Skiwasser und einen Schinken-Käse-Toast gegönnt und beides mit großem Vergnügen im strahlenden Sonnenschein verzehrt. Auch das gehört für mich zu einem gelungenen Skitag: In der Sonne sitzen und die Wärme genießen.

Zufrieden habe ich dann die Heimreise ins neblige Wien angetreten, doch nach so einem Tag lässt sich auch das nasskalte Wetter in der Stadt besser ertragen. Und wenn mir die Nebelsuppe auf die Nerven geht, weiß ich nun was ich mache: Ich packe schnell meine Siebensachen zusammen, schau nach ob in St. Corona die Sonne scheint, buche mir ein Online-Ticket und schon geht es ab zur Wexl Arenal – ich bin ja gleich dort …
Mehr über die aktuellen Preise, die Auslastung und die Online-Buchungen findet ihr unter www.wexlarena.at
Wexl Arena
St. Corona am Wechsel
2880 St. Corona am Wechsel, Unternberg 197
Tel: +43 2641 21009
Email:
www.wexlarena.at