Kaum zwei Stunden von Wien entfernt gingen Buben- und Mädchenträume in Erfüllung.
Eigentlich ist die neue Agrishow der Messe Brünn ein Ereignis für Landwirte und Viehzüchter, Imker. Forstarbeiter und Interessenten für Biomasse.

Doch wer einmal in einem der riesigen Traktoren sitzen möchte (ohne Landwirt zu sein) - vielleicht sogar mit einem dieser Riesen fahren wollte - oder Pferde und Ponys liebt, muss auf die Agrishow nach Brünn.
Ein Familienausflug nach Brünn
Die Tiere
In der Halle V erwarteten die Besucher Rinder, Schweine, Schafe und Ziegen.

Und eine Rindervorführung mit Preisverleihung. Während es aussah, als ob manche Tiere die Vorführung (fast) genießen und sich stolz dem Publikum präsentieren, machten andere nur etwas widerwillig bei der Vorführung mit.

Es erstaunt mich immer wieder, wie viele unterschiedliche Rassen es bei den Rindern gibt und besonders freut es mich, wenn ich Vertreter der Hochlandrinder begegne. Diese zotteligen Genossen gefallen mir immer sehr.

In der Halle sind auch immer wieder viele Kinder anzutreffen und da heuer nicht nur ausgewachsene Tiere, sondern auch Kälbchen und Lämmchen vertreten waren, war die Freude besonders groß. Eigentlich ist ja streicheln nicht so gerne gesehen, aber hin und wieder findet ein kleines Händchen dann doch zum ein bisschen zotteligen Schaf.

Wobei von den Besitzern (oder Security Personal) sehr wohl aufgepasst wird, dass die Streicheleinheiten nicht überhand nehmen und auch die Besucher sich nicht selber gefährden.

Die Pferde
Dieses Jahr waren besonders viele Pferde der unterschiedlichsten Rassen vertreten: vom stolzen Lipizzaner über die großen Noriker bis hin zu kleinen Ponys waren viele Größen und Rassen bei den unterschiedlichsten Vorführungen dabei und man konnte sie auch im Freigelände beim Training und in den Boxen beobachten.

Hier waren viele Mädchen in ihrem Element und man sah ihnen an, wie gerne sie mit den verschiedenen Pferden spazieren gegangen oder vielleicht sogar geritten wären.

Was man aber auch konnte. In einer kleinen Arena durften auch die Jüngsten auf den großen Pferden Platz nehmen und wurden dann im Kreis herumgeführt.

Ich bin mir sicher, dass nicht wenige die Messe mit dem Wunsch verließen, von dem einst schon Heintje sang: „Mama, schenk mir ein Pferdchen“.

Große und kleine Jungs und die Traktoren
Auch für die jungen Burschen bietet diese Messe immer wieder die Erfüllung ihrer Träume. Sie gehen mit großem Staunen, oft noch an der Hand ihrer Väter durch die Hallen und auch durch das Freigelände und bewundern die riesigen Traktoren, Mähmaschinen und was es sonst noch alles für die Bewirtschaftung großer Agrarflächen gibt.

Aber am tollsten ist es natürlich auch einmal im Cockpit solcher Maschinen sitzen zu dürfen. Fast überall führen hohe Leitern in die Fahrerkabine und überall stehen darauf kleine Jungs, meistens mit ihren Vätern, um den Fahrersitz bzw. Sitze zu erklimmen.
Allerdings sieht man immer mehr Mädchen, die ebenfalls im Führerhaus mit großem Interesse Platz nehmen. Die Gleichberechtigung scheint sich auch hier durchzusetzen.

Dieses Jahr wartete die Messe allerdings noch mit einem ganz besonderen Highlight auf. Auf der Freifläche hatte man einen Parcours aufgebaut und Groß wie auch Klein durfte in verschiedenen Traktoren live eine Runde drehen.

Ihr könnt euch das zufriedene Lächeln und das Strahlen der Kinderaugen kaum vorstellen. Und auch der eine oder andere Papa war – so unterstelle ich es einmal – froh, seinen Sohn mitzuhaben um mit ihm (denn der Kleine wollte ja unbedingt :-) ) einmal in so einem Traktor sitzen zu dürfen.
Ein Fest also für Groß und Klein.
Die Jagd- und Forstwirtschaftsmesse
In der großen Rundhalle fand gleichzeitig auch noch eine Jagd- und Forstwirtschaftsmesse statt. Und hier gab es neben Gewehren und allerlei Gewand für Jäger und Forstarbeiter auch für Jugend und Familie einiges zu sehen und zu erforschen.

So waren auf der Messe sogar zwei lebende Falken mit ihrem Falkner auf Besuch, von denen einer sich sogar – slowly, slowly – auch von mir streicheln ließ und mich interessiert begutachtete. Wer wollte, konnte hier über die Falknerei eine Menge erfahren.

Außerdem gab es einige Tische mit Informationen über tschechische Naturparks und deren Fauna und Flora, die von zahlreichen Schülergruppen umringt waren und sehr interessiert den jeweiligen „Rangern“ zuhörten.

Die Geschichten schienen wirklich sehr interessant zu sein, denn alle waren mit viel Elan bei der Sache. An anderen Ständen wurde gebastelt oder verschiedene Wissensspiele ausprobiert.

Ich gebe gerne zu, dass ich auf die Waffenstände immer allergisch reagiere, wenn auch Gewehre natürlich zum Jagen dazu gehören. Auf jeden Fall bilde ich mir ein, dass heuer weniger dieser Stände vertreten waren.
Die Kulinarik und die Imker
In einer weiteren Halle gab es dann Kulinarisches (neben den „Fressständen“ im Freien, aber dazu später): Maccarones, Schokolade, Pralinen, Honig, Met, Würste, Käse, aber auch viele Winzer und Brauereien waren vertreten.

Natürlich gab es für Imker auch das entsprechende Zubehör wie Schutzkleidung und jede Menge Informationen und Beratung.

Die meisten Besucher während meines Besuches labten sich allerdings an den Bier und Weinständen, und deckten sich mit Süßigkeiten, aber auch Honig, Honigkerzen und anderen „Bienenprodukten“ ein.

Kulinarik outside
Die von mir so bezeichnenden „Fressstände“ im Freigelände – was bitte keinesfalls abwertend klingen soll – waren ebenfalls wieder vorhanden und äußerst gut besucht. Hier bekommt man alles was das Messebesucherherz begehrt: Bier, Wein, Kaffee, Langos, Würste, Käse (zum Mitnehmen), Frgal, Baumkuchen und dabei habe ich sicher noch eine ganze Menge an Köstlichkeiten vergessen.

Große Rauchschwaden führen die Besucher zu den Grillständen, wo neben Würstel auch riesige Steaks am Grill liegen. Daneben dreht sich ein Spieß mit einem ganzen Prager Schinken. Diese Riesenauswahl habe ich bis dato noch bei allen Messebesuchen in Brünn gefunden. Manchmal denke ich, dass der Besuch schon allein durch dieses Angebot sich lohnen müßte.

Es ist auch kein Problem, wenn ihr lieber asiatisch mögt: in riesigen Pfannen gibt es eine reiche Auswahl an Nudelgerichten. Ich nehme an zwar eher die tschechisch-asiatische Version, aber das sollte dem Essvergnügen nicht unbedingt entgegenstehen.

Österreichische Firmen waren – neben eigenen großen Ständen – wie Austria Diesel oder Steyr – auch auf einem Gemeinschaftstand der WKO zu finden, der vom Außenwirtschaftsbüro in Brünn wieder exzellent organisiert wurde.

Wer mehr landwirtschaftliches und damit professionelles Interesse hat, wird hier bei der Vorankündigung fündig: https://www.bvv.cz/en/agrishow/news/return-of-the-major-agricultural-trade-fair-to-the-brno-exhibition-centre
Für all jene, die an der professionellen Sicht auf die neue Agrishow interessiert sind, hier ein Link zur Bauernzeitung.
Weitere Eindrücke findet ihr hier im Fotoalbum: Agrishow 2026 in Brünn
Informationen über Brünn gibt es hier;
Brünn - Wenn ich einmal reich wär: mein Traumhaus
Übernachten und Essen und Trinken:
Brünn – Orea Kongresshotel Brünn
Der Besuch erfolgte im Rahmen einer Pressereise auf Einladung von Domus Communications



