Die Stadt des Kaffees stand schon sehr lange auf meiner Besuchsliste. Ende Juni hatte ich es nun endlich geschafft, mich vier Tage in der Stadt herumzutreiben (eigentlich nur drei – ein Tag war für einen Ausflug nach Muggia vorgesehen).
Achtung: Die Links zu anderen Artikel funktionieren noch nicht - bitte um ein wenig Geduld.
Fazit: Drei Tage sind viel zu wenig und ich werde wieder kommen. Hier erfahrt ihr die Highlights meiner ersten drei Tage in Triest, meine Empfehlungen und was man vielleicht noch alles bei einem zweiten (oder dritten) Besuch sehen sollte …
Warum Triest?
Es sieht so aus, als würde Triest gerade als besonders „in“ gehypt werden, was die Stadt ja auch durchaus verdient.

Mein Interesse entstand aus zwei Gründen:
Erstens interessiere ich mich sehr für Geschichte und Triest war nun einmal der wichtigste Hafen der Donaumonarchie. Hierher kamen auch Kaiser Franz Joseph I. und seine Gattin Sisi startete von hier aus öfter ihre Reisen. Vielleicht hat man ihr auch deshalb in einem Park beim Bahnhof ein Denkmal gewidmet. Mit der Südbahn wurde schon im 19. Jahrhundert die Strecke Wien-Triest gebaut. Eine technische und bauliche Meisterleistung.

Damit sind wir auch schon beim 2. Punkt: Ich lese sehr gerne historische Romane und Krimis und dabei bin ich über die Serie des Inspectors Bruno Zabini von Günter Neuwirth „gestolpert“, die mir sehr gut gefallen hat und mein Interesse, die Stadt zu besuchen mehr und mehr geweckt hat. (Wer mehr über diese Bücher wissen will, findet sie hier: Dampfer ab Triest, Südbahn nach Triest, Caffè in Triest,
Sturm über Triest.
Was gibt es alles zu sehen und was darf man keinesfalls verpassen?
Wir haben uns bei unserer ersten Tour in erster Linie einem gedruckten Reiseführer anvertraut und damit den Highlights der Stadt. Dafür reichen die drei Tage bei guter Organisation und wenn man die Besuche nicht allzu ausführlich plant aus.

Tipp: Um einen Überblick zu bekommen und seine Interessen besser planen zu können, empfehle ich euch eine 24-Stunden Karte des Hopp-On Hopp-Off Buses. Mehr darüber später.
Schloss Miramare
Die Nummer 1 von meinen Besuchsvorschlägen ist ein unbedingtes Muss. Etwa 10 km außerhalb von Triest auf einen Felsenvorsprung gelegen, kann man bei der Besichtigung verstehen, warum sich Erzherzog Maximilan mit seiner Gattin gerade diesen Platz ausgesucht hat.

Dazu kommen noch eine Ausstellung über die botanischen Interessen der beiden, ein riesengroßer Park und im Moment (2026) eine Ausstellung über die ägyptischen Sammlungsobjekte des Erzherzogs, die mit Exponaten aus dem Kunsthistorischen Museum in Wien nun erstmals wieder hier an ihren „ursprünglichen“ Platz vereint sind. Hier gibt es soviel zu sehen, dass man einen Tag einplanen sollte.

Wir haben es zwar in ein bisschen mehr als einem halben Tag geschafft, aber den Park, seine Skulpturen und Sehenswürdigkeiten grob vernachlässigt. Dennoch ist mir diese Zeit einen eigenen Artikel wert – den ihr hier findet. Es ist einfach unglaublich schön …
Triest zu Fuss
Wer im Borgio Teresiano seine Unterkunft findet, kann einen großen Teil der Sehenswürdigkeiten zu Fuß erkunden. Ich liebe das Herumflanieren in einer -für mich - neuen Stadt, einmal auch „Kleinigkeiten“ zu entdecken und einen Überblick zu bekommen. Entweder ihr macht euch also gleich am Anfang zu Fuß auf oder ihr kombiniert einfach den Hopp-On Hopp-Off Bus mit einer späteren Wanderung durch das Viertel.
Borgio Teresiano
Dieses Viertel wurde von Maria Theresia im 18. Jahrhundert angelegt und weist die Besonderheit auf, dass alle Straßen im rechten Winkel angeordnet sind. Das Viertel wurde damals auf den Überresten der ehemaligen Salinen errichtet.

Da unser Hotel ebenfalls in diesem Viertel lag, sind wir hier einige Male durchgeschlendert und haben einiges gefunden, was vielleicht nicht in jedem Reiseführer steht, wobei es sich lohnt, trotzdem einen Blick hineinzuwerfen.
Der Bahnhof, Porto Vecchio und die Piazza Liberta
Die k.u.k. Südbahn eröffnete den Hauptbahnhof am 27. Juli 1857 zusammen mit dem letzten Abschnitt von Adelsberg als Endbahnhof direkt am Alten Hafen auf aufgeschüttetem Land und stärkte damit die Entwicklung der Stadt im Habsburgerreich.
Das heutige Stationsgebäude wurde vom Architekten und Baudirektor der Südbahn-Gesellschaft, Wilhelm von Flattich geplant und im Juni 1878 eingeweiht.

Hier wurde auch die Särge des Thronfolgerpaares Erzherzog Franz Ferdinand und Sophie von Hohenberg, die durch ein Attentat bei ihrem Besuch in Sarajevo starben, nach Wien überführt, nachdem sie vorher an Bord der Viribus Unitis nach Triest gebracht worden waren.
Giardino di Piazza della Libertà
Wer mit dem Zug nach Triest kommt, steigt hier – am Trieste Centrale – aus. Bewegt ihr euch nun die Via Flavio Gioia entlang kommt ihr zum Giardino di Piazza della Libertà, einem kleinen Park, der gegenüber des Bahnhofes liegt und vom Verkehr ziemlich "umkreist" wird.

Hier sieht man meistens auch ein paar gestrandete Existenzen herumlungern, die aber friedlich sind und zu meinem großen Erstaunen auch ein ziemlich großes Denkmal zu Ehren der Kaiserin Sisi. Viele ihrer Reisen nahmen hier in Triest ihren Anfang.
Porto Vecchio
Wenn ihr euch allerdings Richtung Meer wendet, kommt ihr zum Alten Hafen, den Porto Vecchio. Es ist ein riesiges Areal, das zu seiner Blütezeit den Reichtum Triests in die Stadt brachte und als eines der modernsten in der damaligen Zeit galt. Gebaut wurde er von 1865 bis 1883 mit eigenen Eisenbahn-Anschlüssen und Lager-Magazinen, in denen einst Kaffee, Gewürze und Waren aus aller Welt gelagert wurden.
Unter anderem gab es auch ein hydrodynamisches Kraftwerk, das die Kräne mit Wasserdruck antrieb und erst seit 1983 außer Betrieb ist.
Ab den 1960er Jahren wurden allerdings die Frachter immer größer und ankerten daher mehr und mehr in moderneren Häfen. Das 66 Hektar große Gelände verfiel mehr und mehr und auch heute noch gehört ein Teil zu den wohl faszinierendsten Lost Places, die man sich vorstellen kann. Die alten Lagerhallen und Industrieanlagen strahlen aber noch immer einen eigenartigen Reiz aus.

Heute bemüht man sich den Hafen wieder zu revitalisieren und ihn für die verschiedensten Zwecke nutzbar zu machen. Teile sind bereits renoviert und dienen als Museum oder Veranstaltungshallen. Im Magazzini 26, das neben dem Salzlager-Komplex, dem Hydraulik-Pumpenhaus, den Stahlhallen und dem Ferdinandeo-Gebäude unter Denkmalschutz steht, finden Wechselausstellungen statt. Auch Führungen werden angeboten.
Wir haben bei unserem Besuch nur die noch nicht renovierten Teile kurz im Vorbei gehen gesehen. Beeindruckend. Und auch dieser Teil von Triest ist ein Grund wiederzukommen.

Mehr über den Porto Vecchio und seine aktuelle Entwicklung findet ihr auch hier: https://well-living.at/porto-vecchio-triest/
Auch die Saba Silos, in denen sich eine Parkgarage befindet, sind es Wert genauer betrachtet zu werden. Besonders wenn man Lost Places mag.
Tipp Parkgarage: Wer mit dem Auto kommt, und einen Parkplatz sucht, findet ganz in der Nähe zwei Garagen – eine (Saba Silos) davon mit einer abenteuerlichen Auffahrt, die ich mit einem SUV nicht empfehlen würde. Aber für „normale“ Autos sehr empfehlenswert, relativ günstig und Videoüberwacht.
Die evangelische Kirche
(Largo Odorico Panfili, 1, 34132 Trieste)
Ein Stückchen weiter, auf einem kleinen Platz sehen wir die erste Kirche mit einem Denkmal davor. Mit der Ernennung zum Freihafen trafen 1717 auch die ersten fünf lutherischen Familien in Triest ein, weitere folgten kurz darauf. Die Gründungsurkunde der Gemeinde stammt von 1778, drei Jahre vor dem Toleranzedikt Kaiser Josephs II.

In der Blütezeit Triests als Freihafen wuchs die Gemeinde auf 1700 Mitglieder an und erhielt die Genehmigung zum Bau einer eigenen Kirche die 1874 eingeweiht wurde. Sie wurde im neugotischen Stil von Christian Zimmermann aus Breslau gebaut, auch der Altar, das Taufbecken und das Lesepult stammen aus Breslau.
Auf dem Vorplatz der Kirche, dem Largo Panfili, gibt es immer wieder temporäre Kunstinstallationen. Im Moment (2026) ein 6 Meter hoher Zylinder, in dessen Innerem herabstürzende anonyme Menschen zu sehen sind. Die Installation der Studenten der Accademia di Belle Arti di Reggio Calabria wurde gemeinsam mit dem Architekten Massimiliano realisiert und hat bereits 2024 bei einem nationalen Wettbewerb einen Preis genommen.

Es soll an das Massaker, die Gewalt und die Erschießungen Ende des Zweiten Weltkrieges erinnern, die Tragödie der Foibe in Largo Panfili, die Partisanen, Deutsche, Faschisten und Titos Armee an Italienern verübt haben und die die Toten wie auch zum Teil noch lebende Opfer in die tiefen Karsthöhlen, die hier in der Umgebung existieren geworfen haben. Die Basovizza foiba in Triest steht symbolisch für die Tragödien. Foibe bezeichnet die Karsthöhlen in Istrien.
Allerdings scheint das Denkmal wie auch der Aufstellungsort von einigen Triestinern kritisch gesehen zu werden und zeigt, dass hier auch gegenüber der slowenischen Seite noch einige wunde Stellen offen sind, die noch nicht vergessen sind.
Die Post
Wahrscheinlich steht dieses Gebäude in keinem Führer und dennoch sollte man einen Blick hineinwerfen.

Das Post- und Finanzgebäude wurde 1890-1894 auf einem Platz errichtet, auf dem sich seit 1791 das alte Zollhaus befand, und löste mit seinem Bau das kleine Postamt in der Nähe des Canale Grande ab. 5.000 große Holzpfähle mussten zur Bodenverfestigung installiert werden, dann konnte erst mit dem Bau, den Friedrich Setz plante, begonnen werden. Das Palais zählt durch seine Größe und Schönheit zu den imposantesten Gebäuden im eklektischen Neorenaissance-Stil der Stadt. Insgesamt entwarf Setz 26 Postämter, doch jenes in Triest gilt als das Bedeutendste.

Der Palast erstreckt sich über eine rechteckige Fläche von 7.100 Quadratmetern, wobei das Postamt zur Piazza Vittoria Veneto lag und das Finanzamt gegenüber dem Largo Panfili.
Während mich der Stiegenaufgang ein wenig an die Postsparkasse in Wien erinnerte, soll eine stilistische Ähnlichkeit zum Gerichtsgebäude in Wien bestehen, das vom Wiener Architekten Alexander Wielemans von Monteforte erbaut wurde.

Derzeit ist die Regionalleitung und die Zweigstelle Triest der italienischen Post, sowie eine Polizeistation hier untergebracht. Im Erdgeschoss befindet sich das Post- und Telegrafenmuseum, das ebenfalls für die Öffentlichkeit zugänglich ist.
Jugendstilliebhaber sollten unbedingt einen Blick auf die Lampen, die Decke und auch die Stiegen wagen.
Tritonenbrunnen (Fontana die Tritoni)
Der wuchtige Brunnen vis à vis vom Postamt auf der Piazza Vittorio Veneto ist auch ein guter Anhaltspunkt auf dem Weg zum Canale Grande. Er wurde 1897/1898 vom Bildhauer Franz Schranz zur Feier des 50-jährigen Thronjubiläums von Kaiser Franz Joseph I. errichtet. Der Brunnen musste damals in Rekordzeit fertiggestellt werden, da man verhindern wollte, dass die österreichische Verwaltung auf diesen Platz eine Statue des Kaisers aufstellt.

Zu sehen sind zwei muskulöse Tritonen und eine Meeresnymphe, die gemeinsam eine riesige Muschel hochstemmen.
Wir laufen die Via Roma weiter und sind nach wenigen Minuten am Canal Grande.
Canal Grande
Hier am Abend sitzen, einen Aperol Spritz schlürfen, eine Pizza schmausen und aufs Meer blicken. Auch wenn sich hier ein typisches Touristenlokal an das nächste reiht – es muss sein. Weder die Pizza noch der Aperol waren schlecht und die Preise erträglich. Mehr darüber hier.

Einzig vor den Möwen sollte man sich ein wenig in Acht nehmen. Sie sind nicht ganz so freundlich wie unsere Spatzen im Schweizerhaus, die auch gerne das eine oder andere Stück Brot fladern und es beruhigt auf jeden Fall unter einem Schirm zu sitzen – nicht nur wegen des Sonnenscheins.
Stadt der Literatur – James Joyce
Triest ist nicht nur die Stadt des Kaffees, auch oder vielleicht gerade deshalb waren und sind immer wieder bedeutende Schriftsteller in der Stadt. Darunter auch der Herr, den wir bei unserem Spaziergang über den Canal Grande treffen: James Joyce. Auch er war in Triest.

Heute macht er bereits einen leicht "abgegriffenen" Eindruck. Anscheinend bringt es hier auch Glück, wenn man ihn an die Schulter tippt oder ihm über seinen linken Arm streicht. Zumindest dieser sieht recht blank poliert aus. Vielleicht kommt es aber auch nur daher, dass sich ein Foto mit James an der Seite auch gut auf Instagram macht.
Maria Theresia
Dann sind wieder die Habsburger an der Reihe. Auf der Piazza Ponte Rosso strahlt ein riesengroßer Maria Theresien Taler mit der Sonne um die Wette.
Der überdimensionale Taler, mit dem die Stadt die Kaiserin Maria Theresia ehrt, wiegt 17 Tonnen und obwohl sie nie Triest besuchte, hat sie durch den Ausbau der Stadt zum Freihafen doch wesentlich für die Entwicklung und das Gedeihen gesorgt.

Die Idee zu diesem Monument stammt von Massimiliano Lacota und sollte eigentlich schon zum 300. Geburtstag der Kaiserin fertig sein, doch die Umsetzung dauerte länger als geplant.
Auf der anderen Straßenseite gibt es täglich einen kleinen Markt, bei dem Obst und Gemüse, manchmal auch Fische, Käse oder kleines Kunsthandwerk angeboten werden.
Die Kirche der Dreifaltigkeit und des Heiligen Spyridon (Chiesa della Santissima Trinità e di San Spiridione)
Ein paar Schritte nur weiter befindet sich die serbisch-orthodoxe Kirche, die ihr auf jeden Fall besuchen müsst. Ich war geblendet vom Gold, Silber, den Ikonen und der Atmosphäre. Man weiß gar nicht, wohin man zuerst schauen soll. Die Geschichte der Kirche ist mit der Geschichte der orthodoxen Gemeinde in Triest klarerweise eng verbunden.

Die Kirchengemeinde ist eine der größten serbisch-orthodoxen Gemeinde in Italien, ihre Anfänge reichen bis ins Jahr 1748 zurück, als sich Jovo Kurtović, ein Kaufmann aus dem heutigen Bosnien-Herzegowina in Triest niederließ. Die Erklärung von Triest zum Freihafen und die Toleranz der Habsburger gegenüber anderen Religionen zogen auch weitere Händler an.

Bald entstand ein Handelsimperium mit Verbindungen nach Wien, Odessa, Izmir und sogar nach Philadelphia. Die Triestiner waren über ihre neuen Mitbürger nicht erfreut, aber Kaiserin Maria Theresia förderte sie und erlaubte ihnen im März 1750 sich zu einer Gemeinde (griechisch orthodox und illyrisch-orthodox, heute serbisch-orthodox) zusammenzuschließen, ein Jahr später erfolgte die Erlaubnis zum Bau einer Kirche.

1753 wurde schließlich mit einem kaiserlichen Darlehen am Canal Grande das Gotteshaus Santissima Trinità e San Spiridione errichtet. Ab 1769 wurden die Gottesdienste in Serbisch abgehalten, was wahrscheinlich zu den Konflikten mit den Mitgliedern der griechisch-orthodoxen Gemeinde führte, die schließlich an der Uferpromenade eine eigene Kirche, San Nicolò die Greci (ebenfalls unbedingt anschauen, dazu später).

1782 wurde die Kirche am Canal Grande um zwei Kirchtürme erweitert, da sich der Boden aber unter dem Gebäude immer mehr absenkte, musste 1850 einer der beiden Campanile abgerissen werden. 1860 war es dann so weit: das baufällig gewordene Gebäude der ursprünglichen Kirche musste abgerissen werden.

Schon 1858 wurden Entwürfe für ein neues Gotteshaus ausgeschrieben und schließlich der Plan des Mailänder Architekten Carlo Maciachini ausgewählt. Obwohl bestimmte Vorgaben für nicht-katholische Gotteshäuser existierten, setzte sich der damalige Bürgermeister der Stadt Muzio de Tommasini für den Entwurf ein und im August 1860 wurde das Bauvorhaben schließlich genehmigt, 1861 unter der Leitung von Pietro Palese mit dem Bau begonnen. Am 24. Dezember 1885 konnte die Kirche eingeweiht werden.

Beim Bau wurden dann aber die wichtigsten Regeln eingehalten:
- Eine Gittertür schirmt die Kirche von der Straße ab
- Eine kleine Stufe weist symbolisch auf den Unterschied zwischen einer katholischen und einer nicht-katholischen Glaubensgemeinschaft hin
- Eines oder mehrere zivile Gebäude schließen direkt an die Kirche an, sie darf also nicht wie eine katholische Kirche allein für sich stehen.

Die im neobyzantinischen Stil erbaute Kirche besitzt fünf blaue Kuppeln, wobei die Hauptkuppel von den kleineren Kuppeln der vier Glockentürme umgeben ist, die an jeder Ecke des Gebäudes angebracht sind.

Der Haupteingang befindet sich in einem zur Via San Spiridione gerichteten Nebenanbau. Das Mosail mit dem Heiligen Spyridon über dem Hauptportal stammt aus dem Jahr 1883, darüber befinden sich Heiligenstatuen von Emilio Bisi. Ein weiteres Mosaik über dem Relief zeigt die vier Evangelisten.

Über dem Seiteneingang am Canal Grande wacht der Erzengel Michael und in den Nischen links und rechts über dem Seitenportal zeigen Mosaike die Heiligen Gregor von Nazianz und Athanasius. Auf der zur Via Genova gerichteten Seite ist die Mutter Gottes mit Kind und die Heiligen Basilius und Johannes Chrysostomos zu sehen.

Während die Fassade vom Mailänder Maler Pompeo Bertini stammt, sind die Fenster ein Werk von Antonio Caremi.
Ein griechisches Kreuz bestimmt den Grundriss der Kirche. Das Innere wird von der Ikonostase beherrscht, die den Chorraum von dem Raum der Gläubiger trennt. Die Trennwand ist mit heiligen und Szenen aus dem Leben Jesu bemalt.

Dahinter befindet sich in der Apsis eine Darstellung von Guiseppe Bertini, die Jesus auf dem Thron, umgeben von seinen Aposteln zeigt. In der Mitte der Hauptkirche befindet sich eine Ikone des Christus Pantokrator. Beachtenswert ist auch die silberne Votivlampe am Haupteingang, die die Gemeinde vom russischen Zaren Paul I. bei seinem Besuch im Jänner 1772 erhielt.

Als wertvollste Ikone des Gotteshauses gilt die Madonna Hodighitria, die von Andrea Rico da Candia stammt.
Wer noch mehr über die Kirche wissen will, kann sich hier eine Einführung in Englisch anhören: https://vimeo.com/774191447

Wir wandern aber nun weiter zur katholischen Kirche, die den Abschluss des Canal Grande bildet. Vielleicht habt ihr ja auch Glück und könnt einer richtigen italienischen Hochzeit (zumindest dem Ende) beiwohnen.
Sant’Antonio Nuovo oder Sant’Antonio Taumaturgo
Für mich sah das Gotteshaus eigentlich eher wie ein griechischer Tempel aus – die Verbindung zu einer katholischen Kirche hatte ich eigentlich erst beim Eintritt in das Gebäude. Im Gegensatz zur serbisch-orthodoxen Kirche ist ihr Innenraum sehr schlicht gehalten.
Während dort Gold und Silber kein Ende findet, übt man sich im klassizistischen Stil erbauten katholischen Haus der noblen Zurückhaltung.

Bereits zwischen 1768 und 1771 wurde an derselben Stelle bereits eine Kirche gebaut, die ebenfalls dem Heiligen Antonius von Padua geweiht war. Doch durch die schnelle Entwicklung der Stadt, insbesondere des Händlerviertels hier im Borgo Teresiano wurde die Kirche bald zu klein für die Gemeinde.

Daher erfolgte bereits 1808 die erste Ausschreibung für neue Entwürfe eines Kirchengebäudes, doch der Einmarsch der Franzosen in Triest verzögerte die Entscheidung, sodass 1823 erneut ein Wettbewerb ausgeschrieben wurde, den der Tessiner Architekt Pietro Nobile gewann. Schließlich erfolgte endlich im Oktober 1828 der Baubeginn und obwohl das Gebäude erst 1849 fertiggestellt wurde, feierte man bereits im april 1842 den ersten Gottesdienst in der Kirche.

Sant’Antonio Traumaturgo (Traumaturgo = Wundertäter) ist heute das größte katholische Gotteshaus in Triest. Obwohl im Inneren eher spartanisch ausgestattet, finden sich hier Werke von zahlreichen venezianischen und österreichischen Malern des 18. Und 19. Jahrhunderts, wobei man vor allem die Heimsuchung der Jungfrau aus dem Jahr 1769 von Alessandro Longhi und Das Kruzifix von Joseph Ernst Tunner (1838) hervorheben muss.

Den Vorbau des im neoklassizistischen Stil erbauten Gotteshaus schmücken sechs ionische Säulen, die ein dreieckiges Giebelfeld stützen. Auf der Balustrade darunter sind sechs Triestiner Märtyrer von Francesco Bosa zu sehen: San Sergio, San Servolo, Sant’Apollinare, San Giusto, Santa Eufemia und Santa Tecla. Auf der Rückseite der Fassade sind die zwei Glockentürme integriert, die man von außen beim Blick vom Canal Grande gar nicht erkennen kann.

Im Inneren tragen ionische Doppelsäulen ein Kassettengewölbe. Die Auswahl der Bildmotive bestimmte Architekt Pietro Nobile gemeinsam mit dem Patrizier Domenico Rossetti. So entstanden sechs große Wandtafeln von einheimischen und deutschen Künstlern:
- Martyrium der Heiligen von Aquileia von Ludovico Lipparini (1840)
- Kruzifix von Joseph Ernst Tunner (1838)
- Heiliger Antonius von Odorico Politi (1842)
- Heiliger Josef von Josef Schönmann (1839)
- Die Vorstellung im Tempel von Felice Schiavoni (1841)
- Heilige Anna bei der Erziehung der Jungfrau von Michelangelo Grigoletti (1838)

Das Fesko in der Apsis – Christi Einzug in Jerusalem – stammt von Sebastiano Santi (1836), der Hauptaltar wurde von Pietro Nobile entworfen und von Francesco Bosa 1837 gestaltet. Über dem Altar in der Seitenkapelle sieht man Die Heimsuchung der Jungfrau (1769) von Alessandro Longhi, dem Sohn von Pioetro Longhi.
Wer Hunger oder Durst spürt, muss in diesem Viertel nicht lange darben. Man fällt fast von einem Lokal in das nächste und natürlich sind jene am Canal Grande am touristischen ausgestattet. Macht aber nichts. Wir haben unsere Pizzen und unsere Getränke (Aperol Spritz und ein Gläschen Wein) trotzdem sehr genossen. Mehr darüber findet ihr hier.
Gestärkt kann man dann weiterziehen: zu den nächsten Sehenswürdigkeiten ist es nicht weit. Wir folgen weiter der Via Roma und kommen zur Piazza della Borsa.
Piazza della Borsa
Noch bevor wir zur „Börse“ kommen, grüßt uns ein weiterer Habsburger und erinnert an die Verbindung zu Österreich.
Die Statue von Kaiser Leopold I.
Sie soll an einen Besuch des Kaisers des Heiligen Römischen Reiches in Triest erinnern. Im Jahr 1660 kam Leopold I. in die Stadt und bestätigte die alten Privilegien Triests. Schon damals galt die Stadt als wichtiger Hafen des Habsburgerreiches.

Leopold I., der Vater von Kaiser Karl VI. und Großvater von Maria Theresia blickt in prächtiger Kleidung mit Krone, Zepter und Reichsapfel in unsere Richtung.
Ursprünglich lag der Platz außerhalb der Stadtmauern. Zu dieser Zeit musste man um auf die Piazza Unitá zu gelangen durch das sogenannte Wiener Tor marschieren. Auf diesem befanden sich ursprünglich die Figuren von Micheze und Jacheze, die heute im Original im Castello San Giusto zu sehen sind. Kopien davon könnt ihr allerdings auf der Piazza Unità am Rathausturm sehen.
Die Borsa Vecchia
Die ehemalige Börse ist heute der Sitz der Handelskammer. Sie wurde von 1802 bis 1806 erbaut und sieht aus wie ein griechischer Tempel. Bis 1844 hatte die Börse von Triest auch wirklich hier ihren Sitz. Die Skulpturen in den Nischen ihrer Fassade im Erdgeschoss repräsentieren die Kontinente Asien, Afrika, Amerika und Europa, jene im ersten Stock stellen die Götter Vulcano und Mercuro dar und auf der Ballustrade kann man Danubio, Minerva und Neptunio sehen.

Die beiden Figuren im Tympanon links und rechts der Uhr sollen den Ruhm der Börse darstellen: die linke Statue mit der Trompete in der Hand steht als Symbol für die Verbreitung von Nachrichten und die rechte Figur mit dem Füllhorn in der Hand symbolisiert den Überfluss und das Glück. Vier Hochreliefs widmen sich den Allegorien Handel, Schifffahrt, Industrie und dem Reichtum.

Der Neptun-Brunnen
Vor der alten Börse bietet der Neptun Brunnen ein wenig Abkühlung. Er wird dominiert von der Statue des Meeresgottes Neptun mit dem Dreizack in der Hand. Um ihn herum repräsentieren vier allegorische Figuren die Kontinente Europa, Asien, Afrika und Amerika.

Der Brunnen ist ein Werk des Bildhauers Giovanni Battista Mazzoleni und soll die Rolle der Stadt Triest als Handelszentrum und Hafenstadt symbolisieren, die mit verschiedenen Teilen der Welt verbunden ist.
Die Sonnenuhr
Eine Sonnenuhr am Boden? Ja, auch das gibt es in Triest. Ehrlich gesagt, ich habe zumindest einen Tag, den Reiseführer meiner Freundin und jede Menge Touristen, die ebenfalls ziemlich ratlos davor und darauf standen, gebraucht, um diese „Markierungen“ als Sonnenuhr zu interpretieren. Auf jeden Fall ist sie vor der Borsa Vecchia auf dem Boden zusehen, stammt aus dem Jahr 1820 und ist 12 Meter lang und bis zu 73cm breit und zeigte angeblich 10 Minuten die Mittagszeit an, was sogar bis zum heutigen Tag funktionieren soll. Der Rest ist aufgrund einer Bodensenkung nicht mehr genau.

Vielleicht war es unser Fehler, dass wir nicht zu Mittag versuchten die Zeit abzulesen, sondern eher am Nachmittag, aber weder uns noch den anderen ist es gelungen, auf irgendwelche zeitlichen Anzeigen rückschließen zu können. Weitere Erklärungen, wenn möglich mit Bildern unterlegt, nehme ich sehr gerne entgegen.
Die Tourismusinfo (Buchung Hopp On Hopp Off)
Tipp: Wenn ihr auf der Suche nach der Touristeninformation bzw. den Hopp On - Hopp Off-Bus buchen wollt, findet ihr sie in einem eher unscheinbaren Souvenirladen in der Gasse links von der alten Börse auf der linken Seite. Wir mussten etwas suchen, um den Laden zu finden.

(Via Einaudi 1, Tel: +39 351 1967599,
Sehen wir uns lieber auf der Piazza weiter um.
Die Casa Bartoli
Max Fabiani, der bei Otto Wagner in Wien studierte, die Wiener Urania entwarf und dem slowenischen Štanjel nicht nur mit dem Entwurf des Ferrari-Gartens (mehr darüber findet ihr hier) seinen Stempel aufdrückte ist der Architekt des Hauses. Und obwohl ich Jugendstil sehr mag und auch die Werke von Fabiani sehr schätze – mit diesem Gebäude konnte ich nicht so richtig „warm“ werden. Fast wäre ich an ihm vorbeigeschlendert und hätte es keines weiteren Blickes gewürdigt.

Dabei zählt die Casa Bartoli, die Fabiani für den Unternehmer Gianni Bartoli baute zu den berühmtesten Jugendstilbauten in Triest. Das Erdgeschoss war von Anfang an für Geschäftsräume vorgesehen und im ersten Stock war das Restaurant Goldberger untergebracht, dessen Besitzer 1907 von Budapest nach Triest übersiedelte, hier koschere Speisen mit jüdisch-ungarischen Aromen anbot und die Veranda als Gusseisen als Wintergarten nutzte.
Welcome to free territory of Triest
Wer heute bei seinem Stadtrundgang zur Veranda hochblickt wird über die Slogans vielleicht irritiert sein: Free territory of Triest? Und warum sollten Amerikaner und Engländer zurückkommen?

In diesen Räumen befindet sich das Hauptquartier der Bewegung „Freies Tiest“ und die Redaktionsräume der Zeitung „La Voce di Trieste“, die die Forderungen der Bewegung unterstützt. Dabei bezieht man sich auf die Vorkommnisse nach dem Zweiten Weltkrieg (1947 – 1954). In dieser Zeit galten Triest und Teile des habsburgischen Küstenlandes als freie Territorien, die eigentlich eine föderative Republik werden sollten. Es bestanden zwei Zonen: Zone A mit Triest unter amerikanischer und britischer Kontrolle und westlicher Ausrichtung und Zone B mit Koper und Teilen des Küstenlandes unter jugoslawischer Kontrolle und kommunistischer Orientierung. Ziel war die angesprochene förderative Republik, die aufgrund der Bevölkerungsstruktur italienisch, slowenisch und kroatisch als Amtssprache haben sollte. Doch es blieb bei den beiden Zonen, die in der Folge durch ihre politische und ideologische Ausrichtung immer weiter auseinanderrückten. Schließlich wurde im Oktober 1954 mit dem Londoner Memorandum das freie Territorium aufgelöst, Zone A um Triest kam zu Italien, Zone B zum damaligen Jugoslawien.

Die Bewegung „Freies Triest“ ist nun der Ansicht, dass Triest nie formell an Italien übergeben wurde und daher weiterhin ein freies Territorium und somit steuerbefreit ist. Die seit 2011 bestehende Bewegung verlangt daher die Selbstbestimmung der Triestiner und den Ausbau des Freihafens, sowie das Triest von einem Gouverneur der UNO verwaltet werden soll. Große Unterstützung in der Bevölkerung scheint man allerdings nicht zu genießen.
Palazzo Tergesteo
Der riesige Palazzo, der aus vier Gebäuden besteht, wurde im Auftrag der Aktionärsgesellschaft „Società del Tergesteo“ von 1840 – 1842 erbaut und sollte ein Treffpunkt für Bevölkerung und den Handel werden.

Uns ist gleich die wunderschöne Galerie aufgefallen, die nun mit Restauranttischen gefüllt ist. Hier waren früher Geschäfte und Cafés geplant, doch schaffte man es nicht, genügend Mieter dafür zu finden. Daher wurde das Erdgeschoss an die Kaufmannsgesellschaft vermietet, die 1844 den Sitz der Börse in den Palazzo verlegte. Im Zweiten Weltkrieg nutzte man die Galerie sogar als Lager.
Vielleicht genießen wir das nächste Mal hier zumindest einen Café, auf jeden Fall werde ich mich aber dann in die Galerie hineintrauen und mich ein wenig umsehen. Immerhin soll hier neben einer Skulptur am Dach (die Göttin des Meeres, Tethys) auch noch eine Wanduhr zu sehen sein, die den Tag und die Uhrzeit anzeigt, an dem die Tergesteo Aktiengesellschaft gegründet wurde.
Der Palazzo Dreher
Der Palazzo, der von 1908-1919 von der Brauerei Dreher erbaut wurde, war zu seiner Zeit der größte Palazzo in Triest. In seinen 19 Räumen war ein riesiges Stadtrestaurant untergebracht, in dem man mit dem Garten auf dem Dach bis zu 2000 Menschen bedienen konnte. Die Räume im Palazzo widmeten sich teilweise verschiedenen Themen, wie der Musiksaal, der Jagdsaal, der Rittersaal oder der Spiegelsaal.

Das Restaurant war sehr beliebt in Triest und bot zahlreiche kulinarische Spezialitäten, auch das damals berühmte Dreher-Bier.
Nach dem Ersten Weltkrieg und der damit einhergehenden Wirtschaftskrise war der Restaurantbetrieb nicht mehr wirtschaftlich, daher wurde der Palazzo 1924 an die Handelskammer von Triest verkauft, die das Gebäude teilweise umbauen ließ. 1928 verlegte die Borsa nueva (bis 1997) dern Hauptsitz hierher. Das ist auch der Grund, warum man den Schriftzug noch heute auf dem Gebäude sehen kann.
Portizza
Dieses Tor, Portizza genannt, ist mir eigentlich nur durch den Panduri aufgefallen. Wobei – auch diesen Namen kannte ich nicht. Aber der Reihe nach.
Früher war hier die alte Stadtmauer und bis 1816, ein kleiner Kanal, der Canal piccolo oder Canal del Vino. Heute führt der Durchgang ins Ghetto Ebraico (das ich mir auch für einen nächsten Besuch aufgehoben habe). Auch diesem Stadtteil, das vor allem für seine Antiquitätengeschäfte bekannt ist, habe ich bei meinem ersten Besuch zu wenig Aufmerksamkeit widmen können. Wieder ein Grund mehr, noch einmal zu vorbeizukommen.
Panduri
Wenn man nun zum Torbogen hochblickt, erkennt man einen Kopf, den Panduri. Es ist nicht der einzige, den man in Triest findet – und Köpfe findet man oft an Gebäuden, wie zum Beispiel an Theatern oder auch an Kirchen. Doch hier in Triest haben sie anscheinend eine eigene Bedeutung.

Dieser „Herkuleskopf“ oder Panduri steht für die tapferen, aber oft auch furchterregenden ungarischen Krieger, die jahrhundertelang gegen die anstürmenden Türken gekämpft haben und damit das Habsburgerreich ebenso verteidigt haben wie später die kroatischen Grenzsoldaten. Angeblich weisen diese Gesichter oft eine Ähnlichkeit mit den jeweiligen Bauherren eines Gebäudes auf. Auf jeden Fall sollen sie Menschen mit bösen Absichten abschrecken und vom Eintreten in das jeweilige Haus abhalten.
Piazza dell’Unita d’Italia
Wir gehen wieder ein paar Schritte weiter und befinden uns auf dem größten Platz der Stadt. Erster Eindruck: riesig, gigantisch und wunderschön. Nicht nur durch die Gebäude, die diesen Platz umsäumen, auch der Blick aufs Meer der hier geboten wird, ist phantastisch. Irgendwie gibt der Platz auch die Weite des Meeres wieder: nichts ist eng oder aneinander gepickt. Jedes der Gebäude hat seinen Platz, um zu glänzen.

Als größter Platz der Stadt wird er auch als Piazza Grande bezeichnet.
Mir sind am Anfang gleich zwei Gebäude ganz besonders aufgefallen: Das Rathaus und das Palazzo del Lloyd. Am besten aber wir fangen mit ein bisschen Geschichte an.

Zur Zeit der Römer gab es an dieser Stelle noch das Meer, doch durch die Versandung des römischen Hafens gewann die Stadt neuen Boden. Doch es dauerte noch einige Zeit bis der Platz zu seiner prächtigen Ausdehnung kam. Im Mittelalter lag der Platz noch innerhalb der Stadtmauern, war kleiner und schmäler und auch nicht zum Meer geöffnet. Erst Ende des 18.Jahrhunderts und Beginn des 19. Jahrhunderts veränderte sich der Platz radikal. Durch die Ernennung zum Freihafen prosperierte die Stadt ungemein und der wirtschaftliche Aufschwung führte auch zu einem raschen Anwachsen der Stadt und ihrer Einwohner. Die Stadt brauchte mehr Platz und wuchs auch außerhalb ihrer Stadtmauern. Maria Theresia ließ 1749 diese schleifen und gründete auf den trocken gelegten Salinen den Stadtteil Borgo Teresiano als neues Handelszentrum. Der Hauptplatz aber wurde erweitert und erfüllte von nun an eher repräsentative Zwecke.
Sein heutiges Aussehen stammt zum Teil aus dem Ende des 19. Jahrhunderts und die Prachtbauten spiegeln bis heute den damaligen Reichtum der Stadt wider. Zwischen 1999 und 2001 wurde der Platz renoviert und eine neue Beleuchtung installiert, die anscheinend nicht den Geschmack aller Triestiner getroffen hat. Ich weiß natürlich nicht wie es vorher war, aber: mir gefällt es!

Ursprünglich hieß der Platz Piazza San Pietro, doch auf Grund seiner Größe wurde er schon bald als Piazza Grande bezeichnet. Nach dem Tod Kaiser Franz Josephs I. wurde er für kurze Zeit in Piazza Francesco Giuseppe umbenannt. 1918 wurde er zur Piazza Unità. Am 25. April 1955 verlieh der Triestiner Bürgermeister Gianni Bartoli dem Platz den offiziellen Namen; Piazza dell’Unità d’Italia.
Palazzo del Municipio (Rathaus)
Die anderen Gebäude stehen dem Rathaus an Größe und Schönheit nichts nach, aber trotzdem prägt dieses, vom Architekten Giuseppe Bruni im eklektizistischen Stil entworfene Haus den Platz. Vielleicht liegt es am Turm, vielleicht an den zwei Figuren Micheze e Jacheze (Michele e Giacomo), die zu jeder vollen Stunde die Turmuhr schlagen. (Die Originale der Beiden findet ihr übrigens im Castello Giusto).

Die Fassade mit ihren eng gereihten Fenstern, Rundbögen und Halbsäulen orientiert sich am Louvre und der Scuola Grande di San Rocco in Venedig. Die Bauzeit – und es verwundert mich immer wieder, wie schnell das manchmal ging – betrug gerade einmal drei Jahre: von 1872 bis 1875.
Casa Stratti
Der Bau des Gebäudes wurde von einem griechischen Kaufmann namens Nicolò Stratti 1839 in Auftrag gegeben und vom Architekten Antonio Buttazzoni erbaut. Die Fassade in ihrer jetzigen Form stammt allerdings von Eugenio Geiringer und Domenico Righetti, wurde erst 1872 so umgesetzt und gehört damit zur späten Phase des Triestiner Klassizismus. Nicolò Stratti musste das Haus allerdings bald – 1846 – verkaufen, da er sich durch die enormen Baukosten hoch verschuldet hatte.
Käufer damals und Besitzer bis heute ist die Versicherungsgesellschaft Assicurazioni Generali.

Caffè degli Specchi (Spiegelcafé)
Das Kaffeehaus im Erdgeschoss des Gebäudes war von Beginn an geplant und geöffnet. Wer nun schon vom Rundgang müde ist, eine kleine Auszeit braucht oder einfach das geschäftige Treiben am Platz tagsüber oder abends den Sonnenuntergang genießen möchte, nimmt – wie einst James Joyce oder Rainer Maria Rilke – auf der Terrasse Platz. Auch wir konnten dem nicht widerstehen. Wie es uns gefallen hat und was wir verspeist haben, erfahrt ihr hier ..

Wenn wir schon mit dem „Prominenten-Dropping“ beginnen, schwenken wir unseren Blick gleich auf das Gebäude gegenüber des Caffé degli Specchi.
Grand Hotel Duchi d‘Aosta
Mit ein bisschen Glück sitzt man am frühen Abend im Caffé degli Specchi und plötzlich wehen angenehme musikalische Töne ans Ohr. Ich habe einige Zeit gebraucht, um herauszufinden, dass im Harrys Live Music angesagt war und wir auch auf der anderen Seite des Platzes in den Genuss kamen.

Aber zurück zum Gebäude, dessen Geschichte bis ins 3. Jahrhundert zurückgeht. Damals befand sich an dieser Stelle ein Hospitium Magnum zur Unterkunft und Bewirtung der Reisenden. Zwischen 1727 und 1732 errichtete man an seiner Stelle das Hotel Osteria Grande, das immer wieder erweitert, aber auch restauriert wurde, so auch 1765 und damals in Locanda Grande (die Große Herberge) umbenannt wurde. Bereits damals übernachteten bedeutende Persönlichkeiten hier wie der Admiral Horatio Nelson, Giacomo Casanova oder die Kaiser Joseph II. und Leopold II, aber auch Jachim Murat und der spätere König von Schweden und Norwegen Jean- Baptiste Jules Bernadotte. Der Palast galt als das größte Hotel der Stadt im 19. Jahrhundert.
Doch auch dieses wurde 1847 abgerissen und an derselben Stelle das heutige Hotel durch den Architekten Eugenio Geiringer erbaut. Das Hotel mit seinen Französischen Stilelementen wurde ursprünglich als Hotel Garni bezeichnet, Anfang des 20. Jahrhundert aber in Palazzo Vanoli umbenannt. Seit 1972 wurde der offizielle Name zu Ehren der Herzöge von Aosta in Hotel Duchi d’Aosta geändert. Hier – im Herzen Triests – kann man auch in der Gegenwart immer wieder berühmte Menschen begrüßen unter anderem Bob Dylan, Francis Ford Coppola, Ray Charles, Antony Hopkins, Sting, Bryan Adams und viele andere.
Doch auch auf schreckliche Taten muss man zurückblicken, wenn es auch schon eine ganze Weile her ist: So wurde im Juni 1768 der Archäologe und Geschichtswissenschaftler Johann Joachim Winckelmann von seinem Zimmernachbarn Francesco Arcangeli – wahrscheinlich aus Habgier – ermordet.
Palazzo Pitteri
Das 1790 im Auftrag von Domenico Plenario, einem reichen Triestiner Kaufmann gebaute Gebäude gilt als das Älteste am Platz. Gebaut vom Architekten Ulderico Moro wurde es ursprünglich Palazzo Plenario genannt, später jedoch nach seinem neuen Besitzer, dem Schriftsteller Ricardo Pitteri umbenannt. Heute gehört es der Versicherungsgesellschaft Lloyd Adriatico und ist zusammen mit dem Brunnen der Vier Kontinente (1750) und der Pestsäule (1728) das einzige Gebäude aus dem 18. Jahrhundert.

1810 wurde in den Räumen des Erdgeschosses die Società di Minerva vom Geograph und Literat Domenico Rossetti de Scander gegründet, die das Ziel hatte, Kunst und Kultur in der Stadt zu fördern.
1880 eröffnete im Erdgeschoss des Palastes das Caffè Flora, in dem sich die Sänger des nahen Teatro Giuseppe Verdi gerne trafen.
1937 wurde das Erdgeschoss umgebaut und verändert, 1982 eine Generalsanierung des Gebäudes durchgeführt, ohne die originale Fassade aus dem 18. Jahrhundert zur Piazza dell’Unità d’Italia zu verändern.
In einer der Wohnungen des Palastes verbrachte der italienische Musiker Lelio Lutazzi nach seiner Rückkehr in seine Heimatstadt Triest seine letzten Lebensjahre.
Die nächsten beiden Paläste schließen den Platz links und rechts zum Meer ab und sind mir gleich ins Auge gesprungen.
Palazzo del Lloyd Triestino
Bei diesem Gebäude kann man doch gleich wieder in k.u.k.-Erinnerungen schwelgen. Ja, das Gebiet der Monarchie erstreckte sich bis ans Meer und ja, es gab einmal eine österreichische Schifffahrtsgesellschaft. Der Österreichische Lloyd (Lloyd Austriaco) war ein Zusammenschluss von sieben Triestiner Versicherungsgesellschaften und galt als die größte Schifffahrtsgesellschaft Österreich-Ungarns und des Mittelmeeres. 1833 wurde von 19 Seetransportversicherungsgesellschaften, Banken und 127 Einzelaktionären die Gesellschaft mit Sitz in dem mit einem Freihafen ausgestatteten Triest gegründet.

1883 wurde das damalige als Palazzo del Lloyd Austriaco bezeichnete Gebäude von Heinrich von Ferstel im Stil der italienischen Renaissance entworfen, gebaut. Nach der Angliederung Triests an Italien 1919 wurde das Unternehmen und das Gebäude in Lloyd Triestino bzw. in Palazzo del Lloyd Triestino geändert. Heute ist der Palast Sitz der regionalen Regierung.

In den beiden Nischen rechts und links des Gebäudes kann man allegorische Darstellungen des Meerwassers (rechts) und des Süßwassers (links) sehen.
Palazzo del Governo
Das Gebäude gegenüber dem Palazzo de Lloyd Triestino ist der Palazzo del Governo. Es ist der jüngste Bau auf der Piazza dell’Unità d’Italia: Der Wiener Architekt Emil Artmann erbaute ihn zwischen 1901 und 1905. Es ist ein Palazzo mit vielen Namen: Nach seiner Fertigstellung sprach man von Palazzo della Luogotenenza Austriaca (der Österreichischen Stadthalterei) oder dem Palazzo della Prefettura (dieser Name gilt auch noch heute). Im Gebäude ist die Regierung der italienischen Region Friaul-Julisch Venetien untergebracht.

Früher stand an seiner Stelle der Palazzo Fovee, der 1764 auf Geheiß von Maria Theresia nach Plänen von Giovanni Fusconi errichtet wurde und in dem sich die Büros des kaiserlichen Arsenals befanden. 1899 wurde der alte Palast abgerissen und der neue entstand.
Allerdings wurde das Bauwerk von Anfang an stark kritisiert, bereits 1910 wurde an eine Erweiterung gedacht. Auch sein kompletter Abriss stand zur Disposition, wurde aber durch den Ausbruch des Ersten Weltkrieges verhindert. Danach wurde die Fassade italianisiert, die originalen Mosaike von Giuseppe Straka, die Elemente mit österreichischem Bezug zeigten wurden entfernt und durch Wappen des Hauses Savoyen ersetzt. Mit diesen bunten und zum Teil goldenen Mosaiksteinen, die ein wenig orientalisch wirken, hebt sich dieser Palazzo von den anderen Gebäuden ab.
Es gibt noch ein weiteres Kuriosum. Die stilisierte österreichische Kaiserkrone oberhalb der Loggia, die von Statuen auf einem Kissen getragen wurde, entfernte man, sodass die Statuen nun nur mehr ein leeres Kissen tragen.
Die drei mittleren Joche der Hauptfassade sind mit einer Vorhalle versehen, die als zweistöckige Rundbogenloggia ausgeführt ist. Drei Fenstertüren führen auf einen gemeinsamen Balkon innerhalt der Loggia, auf dem der Statthalter auftrat, wenn er zum Volk sprach. Auf dieser Etage waren auch die Repräsentationsräume, der Ballsaal, die Wohnung des Statthalters und die Räumlichkeiten für die kaiserliche Familie untergebracht.
Bei meinem nächsten Besuch muss ich vor allem dem leeren Kissen mehr Beachtung schenken. Außerdem muss ich noch herausfinden, ob man nicht auch die Innenräume oder zumindest den Innenhof besichtigen kann. Dieses Mal hat mich – um ehrlich zu sein – die hohe Polizeipräsenz bereits im Durchgang von weiteren Erkundigungen abgehalten.
Palazzo Modello
Dieses Gebäude hat mich eigentlich am wenigsten beeindruckt. Der Palazzo Modello wurde von Giuseppe Bruni von 1871 bis 1873 errichtet und war ursprünglich als Gasthaus geplant. Davor war am selben Platz eine spätmittelalterliche Kirche gestanden, die dem Heiligen Petrus geweiht war (namensgebend für den ursprünglichen Namen des Platzes: Piazza San Pietro) und eine Kirche aus dem 17. Jahrhundert die dem Heiligen Rochus geweiht war. Beide Kirchen wurden abgerissen. Der Palazzo von Bruni sollte als Vorbild für die weiteren Gebäude dienen, die in den darauffolgenden Jahren errichtet wurden. Der eklektische Stil der Fassaden findet sich sowohl im Hotel Garni (das heutige Grand Hotel Duchi d’Aosta), als auch im Rathaus, das ebenfalls Guiseppe Bruni erbaute.

Nach seiner Fertigstellung – als Hotel Delòrme, benannt nach seinem Besitzer, dem Franzosen Antonio Delòrme – war es nicht nur für seine eleganten Räume, sondern auch für seine erschwinglichen Preise bekannt.
1912 wurde das Hotel geschlossen, die Gemeinde nutzte die oberen Stockwerke für Büros, im Erdgeschoss waren Gewerberäume untergebracht. In den ersten Jahren des neuen Jahrhunderts entstanden durch einen Brand erhebliche Schäden, sodass sich die Gemeinde dazu entschloss das Gebäude zu verkaufen. Der neue Besitzer – AcegasApsAmga – renovierte den Palazzo und nützt in nun als seinen Hauptsitz.
Die Säule auf der Piazza dell’Unita d’Italia
Eigentlich hätte ich sie ja zu den Pestsäulen gezählt, dabei hat diese Säule eine ganz profane Geschichte. Die Säule ehrt Karl VI., der Triest zum Freihafen erhoben hatte und damit für das Aufblühen der Stadt einen wesentlichen Impuls gesetzt hat.
Sie wurde am 10. September 1728 von Fusconi aufgestellt und zeigt den römisch-deutschen Kaiser und österreichischen Erzherzog, der mit seiner linken Hand zum Alten Hafen zeigt. Anlässlich eines Besuchs von Kaiserin Maria Theresia 1754 wurde die ursprüngliche hölzerne Figur durch eine Statue aus weißem Stein von Lorenzo Fanoli ersetzt.
Der Brunnen der vier Kontinente (Fontana di quattro continenti)
Giovanni Mazzoleni errichtete 1750 den Brunnen der vier Kontinente auf der Piazza Grande, dessen Statuen die vier damals bekannten Kontinente – Europa, Asien, Afrika und Amerika – symbolisieren. Er war das Ende des Aquädukts Acquedotto Teresiano, das unter Maria Theresia errichtet wurde um das neu entstandene Handelsviertel Borgo Teresiano mit Wasser zu versorgen.

Vor einem Besuch von Benito Mussolini wurde der Brunnen 1938 in das Lapidarium der Stadt gebracht und erst 1970 wieder auf der Piazza dell’Unità d’Italia zurückgebracht.
Wenn ihr nun an der Riva del Mandracchio kurz nach Links abbiegt, wird ein weiterer riesiger Bau eure Aufmerksamkeit finden.
Das Savoia Excelsior Palace
1911 bei seiner Eröffnung galt das vom österreichischen Architekten Ladislaus Fiedler errichtete Hotel als das bedeutendste und luxuriöseste Hotel des Österreichisch-Ungarischen Reiches. Auch heute erzählt man noch, dass Kaiser Franz Joseph I., der die Stadt öfter besuchte und Triest auch mochte, hier gerne nächtigte. Sein Privatappartement mit einem Bad ist auch heute noch intakt.

Doch nicht nur der Kaiser war hier zu Gast: viele Sprösslinge traditionsreicher Familien, Künstler und Diplomaten übernachteten hier. James Joyce kehrte immer wieder im Caffè des Hotels ein, um den Hafen und die Hafenarbeiter bei ihren Tätigkeiten zu beobachten und Inspiration für seine schriftstellerische Tätigkeit zu erhalten.
Die Eröffnungsfeier des im Stil des Eklektizismus erbauten Hotels am 22. Juni 1911 war auf ein gesellschaftliches Großereignis der Stadt. Ausstattung und Luxus wurden zum Vorbild für viele andere Grandhotels der damaligen Zeit.

1918 nächtigte in diesem Hotel der italienische König Viktor Emanuel III. als er nach dem Ersten Weltkrieg Triest besuchte. Aus diesem Anlass fügte man zum ursprünglichen Namen Excelsior Palace zu Ehren des italienischen Königshauses den Zusatz Savoia (Savoyen) hinzu.
Nach den Weltkriegen änderte sich jedoch auch das Publikum des Hotels. 1970 gab es eine erste umfangreiche Renovierung, der jedoch große Teile der Möbel, aber auch Wand- und Deckenornamente zum Opfer fielen.
Anfang der 1990er Jahre übernahm die Florentiner Starhotels-Gruppe das Hotel und unterzog es von 2006 bis 2009 einer Generalsanierung, wobei viele der Originaldetails wieder hergestellt wurden. Bereits im Juni des Jahres 2009 konnte wieder prominente Gäste empfangen werden: Das Savoia Excelsior Palace war Austragungsort eines Außenministertreffens im Rahmen des G8-Gipfels in Italien, unter anderem mit dem damaligen deutschen Außenminister Frank-Walter Steinmeier und seiner US-Amtskollegin Hillary Clinton.

Ich habe das Hotel nur von außen bestaunt, denke aber, dass man es auch unbedingt im Inneren kennenlernen sollte – es muss ja nicht unbedingt ein Aufenthalt sein (außer man kann und will sich auch den Preis des Luxus leisten), aber vielleicht ein Cocktail oder ein Glas Wein mit Meerblick in der Savoy Lounge?
Überhaupt kann ich euch nur empfehlen, öfter einen Blick ins Innenleben der Hotels oder Palazzos zu riskieren. Es ist immer wieder überraschend, welche tolle Innenarchitektur sich dann dem Besucher eröffnet. Ich war schon sehr überrascht bei der Post (siehe oben), aber da wir schon bei den Hotels sind:
Double Tree by Hilton
So findet ihr auf der Piazza della Repubblica ein Double Tree by Hilton 4-Sterne Hotel, dessen Palazzo nicht nur geschichtlich interessant ist, sondern in dem man zumindest einen kurzen Blick hineinwerfen sollte. Der Palast war einst der Hauptsitz der Riunione Adriatica di Sicurtà, einer der ersten Versicherungsgesellschaften des Landes.

Der Palazzo stammt aus dem Jahre 1914 und wurde im eklektische Stil nach einem Entwurf von Ruggero und Arduino Berlam aus Triest errichtet. Auch das schmiedeeiserne Tor, das meine Aufmerksamkeit erregte, stammt von den beiden Architekten. Die Skulpturen der Fassade – Werke von Gianni Marin und Giovanni Meyer symbolisieren Konzepte wie Versicherung und Shutz, aber es gibt auch allegorische Figuren zu Feuer, Luft, Gedanke, Handlung, Wasser und Erde.

Auch wenn es nur Nachbildungen sind: das römische Mosaik im Hoteleingang ist wunderschön und auch der Brunnen hinter der Rezeption mit der Figur des Merkur und drei trinkenden Löwen – eine Metapher auf die Vernunft, die die Stärke bezwingt, hat mich schon beeindruckt.

Daher noch einmal mein Tipp, den ich auch bei meinem nächsten Besuch unbedingt zu beherzigen denke: Am besten in alle Durchgänge und Palazzos einen Blick hineinzuwerfen – oft kommt Überraschendes zu Tage, das in keinem Reiseführer steht.

Wir wandern aber jetzt zurück ins Hotel und werfen (leider wieder nur von außen) einen Blick auf das Teatro Verdi.
Teatro Verdi
Es ist eines der ältesten Opernhäuser der Welt und seit seiner Eröffnung am 21. April 1801 ununterbrochen im Betrieb. Von 1798 bis 1801 wurde es nach einem Entwurf von Giovanni Tommasini vom Architekten Giannatonio Selva (er erbaute auch das Teatro La Fenice in Venedig) und Matteo Pertsch mit Blick auf das Meer zwischen dem Borgo Teresiano und der Piazza Grande (dem heutigen Piazza dell’Unita d’Italia) erbaut.

Die Struktur des Gebäudes, damals Teatro nuovo genannt, erinnert an die Mailänder Scala. Ein monumentaler Mittelportikus mit Rundbögen, der von einem Pilasterband und ionischen Halbsäulen, die sich mit Fenstern abwechseln, bekrönt wird, schmückt die Fassade. Hoch oben an der Spitze thront Apollo flankiert von der lyrischen und tragischen Kunst. Die beiden Statuen am äußeren Ende des Sockels stellen Mars und Pluto mit dem Hund Kerberos dar.
Die zum Meer gewandte Rückseite wurde 1882-84 von Eugenio Geiringer errichtet, der die Stilelemente der Hauptfassade aufgegriffen hat.

Am April 1801 wurde das Teatro Nuovo mit den Opern Ginevra di Scozia von Simone Mayre und Annibale in Capua von Antonio Salieri eröffnet und verstand sich als Symbol für die italienische Kultur der Stadt. Das Teatro spiegelte die Vielfältigkeit Triests wieder: Sorgte für die Verbreitung der italienischen Musikkultur auch in der deutschen und slawischen Tradition, machte aber auch die Werke mitteleuropäischer Komponisten einem breiten Publikum zugänglich. Rossinis Oper L’Italiana in Algeri wurde 1816 hier uraufgeführt, ebenso Opern von Donizetti und Bellini. Nabucco war 1843 die erste Oper von Verdi, die im Teatro gezeigt wurde. Der Meister komponierte eigens für das Teatro in Triest zwei Opern: Il Corsaro, uraufgeführt am 25. Oktober 1848 und Stiffelio, uraufgeführt unter der persönlichen Leitung von Verdi am 16. November 1850.

Die Oper wurde mehrfach umgebaut, verschönert, restauriert, die Sitzplatzkapazität ausgebaut und 1889 wurde die Gasbeleuchtung schließlich durch eine elektrische Beleuchtung ersetzt. Zwischen 1992 und 1997 gab es eine umfassende Restaurierung, die die Technik und die Sicherheit auf den neuesten Stand brachte.
Das Theater änderte so wie auch viele Plätze der Stadt des Öfteren seinen Namen: 1821 hieß es Teatro Grande, 1861 – von der Gemeinde übernommen – Teatro Comunale, 1921 widmete man das Theater Giuseppe Verdi - nur wenige Stunden nach dem Tod des großen Komponisten - und nannte es in Teatro Verdi um. Es war damit das erste Theater der Welt, das seinen Namen trug.

Um den kompletten Reiz des Hauses zu erkennen, muss man eine Führung oder eine Aufführung im Teatro erlebt haben. Beides war mit noch nicht vergönnt, steht aber auf meiner ToDo-Liste. Im Inneren finden sich zwei Säle, von denen der Hauptsaal als historisches Juwel gehandelt wird, da er einer der wenigen ist, die ihre ursprüngliche Struktur und Dekoration aus 1801 behalten konnten. Der kleine Konzertsaal – Ridotto – wurde 2004 renoviert und ist dem in Triest geborenen Dirigenten Victor de Sabata gewidmet.

Die Liste der Dirigenten und Sänger ist ein Who is Who der Opernwelt, allen voran Karajan, Abbado, Bernstein und Muti, um mit den Dirigenten zu beginnen. Aber auch Tebadi, Callas, Corelli, Cappuccilli, Carreras, Ricciarelli, Alvarez, Florez und viele mehr sind im Teatro Verdi bereits aufgetreten. Mehr über das Teatro Verdi, das Programm, Führungen und Tickets findet ihr hier: teatroverdi-trieste.com
Für heute haben wir aber genug gesehen, aufs ins Hotel Triest, ein wenig ausruhen und frisch machen und dann geht’s zum Abendessen – in die Cantina dello Sbecolez. Mehr darüber findet ihr hier.
Hopp On Hopp Off
Ich bin ein Fan dieser Hopp On-Hopp Off-Touren.
Erstens bekommt man einen wunderbaren Überblick über die wichtigsten Sightseeing-Orte der jeweiligen Städte und immer auch ein bisschen Information über die Geschichte, Bauweisen, Kultur und kann dann so informiert seine eigene Tour machen.

Zweitens ist es eine willkommene Abwechslung, wenn man schon etwas müde vom Herumlaufen ist und sich ein bisschen ausruhen möchte, aber so wenig wie möglich in einer Stadt verpassen möchte.
Drittens ist es die Möglichkeit auch zu etwas weiter entfernten Orten zu kommen, ohne eigenes Auto oder öffentliche Verkehrsmittel checken zu müssen. Bei uns war es an einem Tag Miramare (hier findest Du mehr über unseren Besuch im Schloss) und schließlich ging sich noch die Hinfahrt nach San Giusto am folgenden Tag aus. Nach der Besichtigung von Castello und Kathedrale sind wir dann gemütlich in die Stadt bergab! zurück gegangen.
Castello di San Giusto
Wer kein Ticket der Hopp On – Hopp Off-Tour hat, kann auf den Hügel auch mit einem öffentlichen Bus kommen oder – natürlich – zu Fuß hinauf gehen. Ich empfehle euch aber eher hinunter-, denn hinaufzuwandern, vor allem wenn es vielleicht doch kleine Konditionsprobleme gibt und ein heißer Sommertag erwartet werden kann.

Auf jeden Fall sollte man die Mühe nicht meiden. Der Ausblick von den Wehrgängen auf die Stadt ist wunderschön, die Museen sind besuchenswert und auch der Kathedrale sollte man einen Besuch abstatten.

Die mittelalterliche Burg und Festung ist ein Wahrzeichen der Stadt, an dem man fast 200 Jahre lang baute, erweiterte und umbaute, nämlich von 1468 bis 1636. Der Auftrag zum Bau der Burg wurde von Friedrich III., Kaiser des Heiligen Römischen Reiches aus dem Hause Habsburg angeordnet, nachdem sich die Stadt Triest 1382 unter den Schutz der Habsburger gestellt hatte. Zunächst wurde nur die Casa del Capitano (das Haus des Kapitäns), eine befestigte Behausung errichtet, die von einem L-förmigen Turm flankiert war. Erst später erhielt sie ihre dreieckige Form mit den drei Bastionen.

Bei jedem Um- und Ausbau mussten immer auch die neuesten Entwicklungen der Kriegsführung mitbedacht werden. So wurden die Bastionen auch in unterschiedlicher Form in den jeweiligen, bereits vorhandenen Teil der Festung integriert: Die Bastione Rotondo (Rundbastion) oder Bastione Veneto (Venetische Bastion) von 1508-1509, die polygonal geformte Bastione Lalio (Lalio Bastion) oder Hoyos von 1553-1557, oder die dreieckige Bastione Fiorito (Blütenbastion) oder Pomis, die 1636 fertiggestellt wurde. Bis 1750 residierten die Capitanos auf der Burg, dann wurde dort eine Militärgarnison und ein Gefängnis angesiedelt.

Eigentlich war die Festung militärisch nur von geringer Bedeutung und wurde nur zweimal in wirkliche Kriegsaktionen verwickelt: 1813 verschanzten sich Französische Tuppen in der Festung und leisteten Widerstand gegen das österreichische Heer, das die Stadt aber wieder in den Besitz der Habsburger bringen konnte. Am Ende des Zweiten Weltkrieges verbarrikadierten sich deutsche Soldaten in der Burg, aber auch sie wurden schließlich von den Alliierten Truppen besiegt.

1936 über nahm die Stadt die Festung, restaurierte sie und baute sie radikal in ein Museum um. Noch heute ist hier das Civico Museo del Castello di San Giusto-Ameria und das Lapidario Tergestino untergebracht. In der Festung finden auch immer wieder Theateraufführungen, Konzerte und andere kulturelle Ereignisse statt.

Die Burg ist nach dem Heiligen Justus, dem Schutzpatron der Stadt, benannt.
Gleich beim Eingang trefft ihr auf zwei Bekannte (wenn ihr bereits die Piazza dell’Unita d’Italia besucht habt): Hier stehen die Originale der zwei Bronzefiguren aus dem 19. Jahrhundert, die als Michez und Jachez bekannt sind und jede Stunde am Turm des Rathauses die Glocke schlagen.

Außerdem kann man auch ein anderes Wahrzeichen der Stadt sehen: Die sogenannte „Melone“, ein steinernes Artefakt aus der Römerzeit.
Und schon geht es in den riesigen Innenhof der Milizen, von wo man nicht nur auf die Wehrgänge steigen und den Ausblick über die Stadt genießen kann, sondern auch zum Triester Lapidarium in der Bastion Lalio kommt.

Ein Tipp: Die Aussicht von den Wehrgängen ist wirklich atemberaubend, aber wenn ihr an einem – heißen – Sommertag die Festung besucht, solltet ihr den Spaziergang in den Wehrgängen entweder gleich zu Beginn unternehmen oder auf den späten Nachmittag warten. Die Sonne brennt erbarmungslos in die Gänge …
Das Triester Lapidarium
Ein paar Stiegen nach unten und schon ist das Klima wieder in Ordnung. Hier kann man in die Geschichte von Tergeste (Triest in alter Zeit) eintauchen und wunderbare Statuen, aber auch Inschriften und Mosaike bewundern.

Die erste Sammlung der Artefakte wurden auf dem Gebiet neben der Kathedrae von San Giusto zusammengetragen, wo bis 1825 ein katholischer Friedhof war.

Dieses erste Lapidarium wurde 1843 eröffnet und entwickelte sich um das Denkmal von Johann Joachim Winckelmann herum, dem deutschen Gelehrten, der 1768 im Vorgängergebäude des heutigen Grand Hotel Duchi d’Aosta ermordet wurde und als Vater der Kunstgeschichte gilt.
Einschub: Das Winckelmann-Museum
Das Museum, das ihm zu Ehren benannt wurde, findet sich neben der Kathedrale von San Giusto. Da ich leider keine Ahnung hatte, wer dieser Herr Winckelmann ist, haben wir das Museum nicht besucht, was sich aber inzwischen als Fehler herausstellt und daher auf meiner Todo-Liste für den nächsten Besuch schon vermerkt ist.

Man kann sicher über den terrassenförmig angelegten Steingarten zurück in die Stadt spazieren und dabei das Kenotaph, einen kleinen neoklassizistischen Tempel mit dem leeren Grabmal für Winckelmann besichtigen und weitere antike römische Inschriften, Skulpturen und architektonische Fragmente aus Triest und Umgebung betrachten.

Im Museum gibt es eine bedeutende ägyptische Sammlung mit über tausend Objekten und etruskischen, griechischen und römischen Exponaten.

Doch zurück zum Triester Lapidarium, wo man nicht nur Informationen zur Geschichte, sondern auch zum Namen der Stadt erhält. (Spoiler: es waren nicht die Römer, sondern er kommt wahrscheinlich aus dem Alt-Venezianischen)

Mich haben bei der Ausstellung vor allem die Statuen fasziniert. Ich bin immer wieder überrascht, wie die Gesichter und auch der Ausdruck der Menschen (oder Götter) dargestellt werden konnten, allein schon der Faltenwurf der Kleidung ist beeindruckend.

Auch kann man vieles über das römische Theater erfahren (das wir dann bei unserem zweiten Rundgang noch genauer betrachten werden). Die Reihe der Götter, die mich so beeindruckt hat, wurde dort gefunden.

Ein Teil der Ausstellung befasst sich mit der Nekropole und ihren Grabstätten, bevor man noch ein paar Stiegen hinuntersteigt und wunderschöne Mosaike bewundern kann. Sie stammen aus luxuriösen maritimen Villen entlang der Barcola aus der Zeit zwischen dem Ende des 1. Jahrhunderts vor Chr. und der Mitte des 1.Jahrhunderts nach Chr. und zeigen den Geschmack der Besitzer, die die Villen von Augustus, Tiberius und Nero nachahmen wollten.

Das Schloss- und Waffenmuseum (Museo del Castello di San Giusto e l’Armeria)
Ich muss gestehen, durch das Waffenmuseum bin ich ziemlich schnell „durchgerauscht“. Ich kann dem Krieg und den Waffen weder von damals noch heute nicht das geringst abgewinnen und es interessiert mich auch nicht.

Aber beim Schlossmuseum und seiner Laternengalerie, dem Caprin-Raum und der Kapelle war ich wieder aufmerksam. Allein die Wandbilder, die wunderschön gestalteten Köpfe des Dogen, die Truhen und ihre Verzierungen - bei all dem verweile ich gerne länger.

Danach waren wir aber doch ziemlich erschöpft und haben uns auf der Terrasse mit Trinkbarem erfrischt.

Die Kathedrale von San Giusto
Unser nächster Programmpunkt am Hügel war die Kathedralkirche des Bischofs von Triest, die den Titel einer Basilica minor trägt und dem Schutzpatron der Stadt, dem Heiligen Justus gewidmet ist.

Auf dem Platz der heutigen Kirche befand sich bereits während der Zeit der Römer ein Propylon, eine römische Basilika und wahrscheinlich auch ein kapitolinischer Tempel.

Das älteste Gebäude ist das Propylon, das um 80 n.Chr. erbaut wurde und sich am Ende der Hauptstraße befand, die vom Meer auf den Hügel San Giusto führte. Reste des Gebäudes sind unter dem Vorplatz der Kathedrale sichtbar, manche in den Campanile integriert und einige im Lapidarium ausgestellt. Vermutlich diente das Propylon als Vorhalle zu einem kapitolinischen Tempel, der den drei römischen Hauptgöttern Jupiter, Juno und Minerva geweiht war, wie eine aufgefundene Altarpyramide beweist. Außer dieser blieb allerdings nichts Weiteres erhalten.

Links davon befinden sich Säulen und Überreste der römischen Basilika. Aufgrund verschiedener Inschriftenteile nimmt man an, dass Quintus Baienus Blassianus den Bau befahl. Er lebte im 2. Jahrhundert n.Chr, und war unter anderem Präfekt von Ägypten unter Mark Aurel.

Im 5. Jahrhundert wurde an derselben Stelle eine frühchristliche Basilika errichtet, deren Mosaik bruchstückhaft im Boden der heutigen Kathedrale erhalten ist. Im 6. Jahrhundert wurde der Bau vom Triestiner Bischof Frugiferus erweitert, doch in der Mitte des 11. Jahrhunderts durch eine wesentlich kleinere Marienkirche ersetzt, wobei in der gleichen Periode auf der Südseite eine kleine, viereckige Gedächtniskirche mit Kuppel errichtet wurde, die der Verehrung der lokalen Märtyrer diente, insbesondere den Reliquien des Heiligen Justus.

Im 14. Jahrhundert wurden die beiden Gebäude schließlich zu einer einzigen, fünfschiffigen Kirche zusammengefasst. Die beiden nebeneinander liegenden Seitenschiffe wurden abgerissen und an deren Stelle entstand das große, neue Mittelschiff mit einer Decke in Form eines Schiffskiels und einer neuen Apsis. Dazu gestaltete man eine neue Fassade aus Sandstein, die mit einer Fensterrosette aus weißem Karstmarmaor geschmückt wurde und die heute noch beeindruckt.

Zwischen 1337 und 1343 wurde der neue Glockenturm um den bereits bestehenden romanischen errichtet.
Links des Glockenturms befindet sich das Johannes dem Täufer geweihte Baptisterium aus dem Jahre 1380 mit einem sechseckigen Taufbecken aus dem 9. Jahrhundert, rechts der Kathedrale die kleine Kirche „San Michele al Carnale“, die lange Zeit als Kapelle des Friedhofs genutzt wurde. Am 27. November 1385 wurde die Kirche durch Bischof Heinrich von Wildenstein eingeweiht.

Die von der großen, gotischen Fensterrosette mit zweifachem Strahlenkranz mit insgesamt 36 Strahlen dominierte Fassade ist aus Sandstein. Die beeindruckende Rosette entstand gegen Ende des 14. Jahrhunderts, als man die beiden Kirchen verband.

Interessant und einen genaueren Blick wert ist auch das Portal der Kathedrale. Für die über drei Meter hohen Torpfosten zersägte man ein römisches Grabmal mit den Porträts von sechs Mitgliedern der Familie Barbi aus dem 1. Jahrhundert nach Chr., wobei man das Bildnis der befreiten Sklavin Tullia mit einem Heiligenschein und der Triestiner Hellebarde in ein Porträt des heiligen Sergios umändert, der als einer der wichtigsten Märtyrer der Stadt verehrt wurde. 1990 und 1992 wurde die alten Portalflügel aus Holz durch neue aus Bronze ersetzt.

Der Glockenturm wurde von 1337 bis 1343 um einen bereits bestehenden romanischen Kirchturm errichtet, dessen Fundament 1816 von Pietro Nobile freigelegt wurde und heute unter den Bögen des Erdgeschosses sichtbar ist. Im Stiegenhaus zur Glockenstube kann man auch noch die Säulen des romanischen Bauwerks wie eine Greifenabbildung sehen. Beides wie auch das römische Gesims oder die spitzbogige Ädikula unter der eine Statue des Heiligen Justus aus dem 14. Jahrhundert aufgestellt ist, haben wir nicht gesehen. Wir waren einfach schon zu müde den Turm hochzusteigen und die Glockenstube mit ihren fünf Kirchenglocken zu besichtigen.

Trotzdem möchte ich hier noch einmal auf die Verbindung zur Triestiner Melone hinweisen: Diese befand sich nämlich ursprünglich auf dem Dachgiebel des Kirchturms und wurde aufgrund ihres grob gerippten Aussehens und seiner Form Melone genannt. Auf der über einem Meter hohen Steinskulptur befindet sich die eiserne Hellebarde des Heiligen Sergios, ebenfalls ein Wahrzeichen der Stadt. 1421 zerstörte ein Blitzschlag den Dachstuhl und die Melone wurde entfernt, ein Jahr später wurde sie auf einer Säule aufgestellt, die direkt auf dem Platz vor der Kathedrale errichtet wurde und erst Ende des 19. Jahrhunderts übersiedelte die Melone schließlich ins Schloss San Giusto.
Im Inneren der Kathedrale
Das Innere der Kathedrale ist sehenswert. Mir hatten es vor allem die Mosaike angetan, aber es gibt viel mehr zu sehen:
Im Schrein des Altars der Pietà-Kapelle die farbig gefasste Pietà aus Lindenholz, die barocken, silbernen Büstenreliquiare im Reliquienaltar der Schatzkapelle, die Hellebardenspitze des Heiligen Sergius in der mittleren Nischenreihe des Reliquienaltars, den barocken, zweisäuligen Ädikula-Altar der Josefskapelle, das Taufbecken in der Johannes-Kapelle, Fresken aus dem 14. Jahrhundert, die beiden Madonnen mit Kind.

In der Seitenkapelle rechts des Kirchenschiffs gibt es einen Bezug zu Spanien: hier liegen vier carlistische Prätendenten des spanischen Throns (Carlos V., Carlos VI., Carlos VII. und Juan III.) begraben, die ihr Exil in Triest verbrachten. Deshalb wird San Giusto manchmal auch als carlistischer Escorial bezeichnet. Außerdem fanden hier auch noch die zwei Gattinnen von Calos V. (Maria Francisca von Portugal und Maria Theresia von Portugal) sowie der Enkelsohn Carlos VII. (Franz Josef von Österreich-Toskana), der ebenso als carlistischer Prätendent auftrat, ihre letzte Ruhestätte.
Arco di Riccardo
Bei unserer Wanderung zurück zur Stadt sehen wir auf einmal einen antiken Torbogen, der aussieht, als wäre er in das moderne Wohnhaus eingebaut worden.

Erst später wird mir klar, dass wir auf der Piazetta Barbacan ganz zufällig das älteste erhaltene Monument von Triest entdeckt haben. Der rund 7 Meter hohe und 5 Meter breite Bogen wurde in den Jahren 33-32 v.Chr. unter Kaiser Augustus errichtet und war ursprünglich Teil der antiken römischen Stadtmauer der Stadt.
Über den Ursprung gibt es mehrere Mythen, wobei eine auch Richard Löwenherz mit dem Tor in Verbindung bringt, und diese will ich euch nicht vorenthalten: Angeblich wurde der englische König Richard I. Löwenherz im Jahr 1192 auf dem Rückweg von den Kreuzzügen hier in der Region gefangen genommen und durch dieses Tor geführt. Bei den damaligen Reisebedingungen hatte er dann noch einen ziemlichen Marsch vor sich, um schließlich in Dürnstein auf die Erfüllung der Lösegeldforderungen zu hoffen und zu warten …
Ich glaube also eher an die anderen Theorien.
Bevor wir nun zum Teatro Romano kommen, stehen noch zwei Kirchenbesuche an. Beginnen wir mit der kleineren der Beiden.
Basilika di San Silvestro
Sie ist die älteste Kirche Triests und wurde im 12. Jahrhundert im romanischen Stil erbaut, Teile des Gebäudes können aber sogar bis ins 9. Jahrhundert zurückdatiert werden. Die erste urkundliche belegte Weihe stammt allerdings erst aus dem Jahr 1332.
Im Inneren sind noch Fresken aus dem 14. Jahrhundert erhalten. Im Laufe der Jahre wurde das romanische Gebäude durch barocke Umbauten total verändert.

Einer Legende nach steht die Kirche an der Stelle des Wohnhauses von zwei Tiestiner Märtyrerinnen: der Heiligen Euphemia und der Heiligen Thekla, die in ihrem Haus angeblich 256 den Märtyrertod starben. Neuere Erkenntnisse meinen jedoch, dass es sich bei den Frauen um Euphemia von Chalkedon und Thekla von Iconium handelt, zwei Heilige, die nicht aus Triest stammten, sondern im benachbarten Aquileia verehrt wurden, aber im Laufe der Zeit zu Einheimischen gemacht wurden.

Das Gotteshaus ist Papst Silvester geweiht. Während der Auseinandersetzungen zwischen Kaiser und Papst im 11. Jahrhundert bedeutete das Partrozinium des Heiligen Silvester eine Aufforderung zu einer freien, vom Kaiser unabhängigen Kirche, hatte Silvester der Legende nach doch vom römische Kaiser Konstantin das so genannte Patrimonium Petri als Geschenk erhalten, das die Grundlage für den späteren Kirchenstaat bilden sollte.
Durch das Edikt Kaiser Joseph II. von Österreich wurde 1784 die Kirche San Silvestro zusammen mit zwölf anderen Kirchen in Triest geschlossen und zur Versteigerung freigegeben. 1785 kaufte die Evangelische Gemeinde H.B. das Gotteshaus. 1927 schloss sich die Helvetische Glaubensgemeinschaft it der Waldenser Gemeinde der Stadt zusammen und seit diesem Abkommen ist das Kirchengebäude im Besitz der beiden Glaubensgemeinschaften und wird auch von beiden als Gotteshaus genutzt. Zu dieser Zeit wurde auch das ursprüngliche, schlichte Äußere der Kirche wiederhergestellt.
Gleich nebenan geht es weiter zur nächsten Kirche – der barocken Pfarrkirche Santa Maria Maggiore.
Santa Maria Maggiore
Es sind schon ein paar Stufen, die es zu erklimmen gilt, wenn man diese Kirche in der Via del Collegio am Fuße des Stadthügels San Giusto besuchen möchte. 1619 kamen Jesuiten in die Stadt, die sich ausgezeichnet in der Stadt „einlebten“: so wurde zuerst eine Schule gebaut und wenig später mit dem Bau der Kirche begonnen, deren Grundstein im Oktober 1627 durch den Triestiner Bischof Rinaldo Scarlicchio erfolgte.

Allerdings dauerte der Bau der Kirche Jahrzehnte: erst 1682 könnte sie von Giacomo II. Ferdinando Gorizutti eingeweiht werden, allerdings war das Dach zu diesem Zeitpunkt noch nicht fertig gestellt. Ein Monat später wurde Kirchenkuppel aus Holz durch einen Brand zerstört, der in einer benachbarten Ölpresse ausgebrochen war. Selbst bei der Auflösung des Jesuitenordens 1773 war die Kirche noch nicht vollendet – erst 1817 wurde die Kuppel fertig gestellt.

Der Grundriss der Kirche entspricht der Form eines Lateinischen Kreuzes. Über dem aus drei Kirchenschiffen bestehenden Innenraum ist ein Tonnengewölbe zu sehen und über dem Kreuzungspunkt mit dem Querschiff erhebt sich die Kuppel. Das Gotteshaus ist der Mutter Gottes geweiht, aber aufgrund ihrer Entstehungsgeschichte wird sie im Volksmund auch Chiesa die Gesuiti (jesuitenkirche) genannt. Seit 1922 wird die Kirche vom Franziskanerorden betreut.

1849 litt die Stadt unter einer Cholera-Epidemie, die innerhalb weniger Monate zahlreichen Menschen das Leben kostete. Die Stadt stellte sich unter den Schutz der Heiligen Mutter der Gesundheit und am 21. November bildete sich eine große Prozession zur Kirche der Jesuiten, in der der Bischof ein feierliches Pontifikalamt feierte.

Seit damals gibt es jedes Jahr an diesem Datum das Fest Unserer Lieben Frau in Jerusalem, die im Volksmund Mutter der Gesundheit genannt wird, um zu feiern. Die Anbetung der Heiligen Jungfrau wird vor allem von der Confraternita della Madonna della Salute (Bruderschaft der Mutter der Gesundheit) zelebriert, die 1827 gegründet wurde. Viele Pilger kommen noch immer Jahr für Jahr in die Stadt, den ganzen Tag über finden nacheinander Messen zu Ehren der Jungfrau Maria statt und am Ende des Stadtfestes erneuert der Bischof seine Weihe der Stadt Triest an Maria.

Dem Ende der Pandemie nach der Anrufung der Jungfrau Maria ging allerdings noch ein weiteres wundersames Ereignis voraus: eine Marmorbüste der Madonna, im Volksmund „Madonna del Fior“ oder „Madonna der Blumen“ genannt, begann plötzlich zu bluten.

Im Inneren der Kirche
Der Hochaltar in der Rundapsis des Mittelschiffes ist der Unbefleckten Empfängnis der Jungfrau Maria geweiht und wurde zwischen 1672 und 1717 errichtet.

Auf den Seiten des Tabernakels stehen Marmorstatuen der heiligen Jesuiten Ignatius von Loyola, Aloysius (Luigi Gonzaga), Franziskus Borgia und Franziskus Saverio.
Teatro Romano
Ich habe das Theater schon vom Bus ausgesehen und wir haben sofort beschlossen, dass wir uns das genauer ansehen möchten. Genauer. Nun ja, es ist möglich von der Via del Teatro Romano auf die Ausgrabungen zu blicken und natürlich auch zu fotografieren. In das Gelände hineinzugehen war bei unserem Besuch nicht möglich. Da es aber manchmal noch für Freiluft-Aufführungen und Konzerte genutzt wird, kann man es zumindest dann genauer begutachten. Könnte ich mir zumindest cool vorstellen, so ein Konzert in einem alten originalen römischen Theater.

Das Theater war lange verborgen – es wurde erst bei Ausgrabungen 1937 und 1938 wieder entdeckt, wobei bereits 1814 der Architekt Pietro Nobile aufgrund des Namens des Viertels hier Ruinen vermutete. Ursprünglich wurde es am Ende des 1. Jahrhunderts v.Chr. gebaut und unter Nero renoviert und anschließend modernisiert. Doch nach dem Untergang des Römischen Reiches verfiel das Theater und wurde so nach und nach mit Wohnhäusern überbaut. Der Name des Viertels hielt die Erinnerung daran allerdings wach: Rena Vecia (alte Arena).

Zur Blütezeit des Theaters muss ein Besuch hier sensationell gewesen sein, denn das Theater außerhalb der Stadt direkt am Meer. Doch durch die Versandung rückte es später dann immer weiter ins Innere und ist heute nur wenige Schritte vom Herz der Stadt, der Piazza Grande, entfernt.

Im Lapidarium im Castello di Giusto könnt ihr die außergewöhnlichen Skulpturen bewundern, die man bei Ausgrabungen entdeckt hat und die einst die Scena (die Bühnenwand) an der Vorderseite des Theaters schmückten. Sie bestand aus Ziegeln und war mit Säulen und Nischen verziert, in denen die ausgestellten Marmorstatuen aufgestellt waren. Leider ist die Wand vollständig eingestürzt, aber die Figuren bleiben größtenteils erhalten. Sie basieren auf Modellen, die aus der antiken Welt bekannt und weit verbreitet waren und deren Originale aus dem 4. Jahrhundert v.Chr. stammen. Die Statuen hier sind Werke von Kopisten, möglicherweise aus Aquileia. Folgende Gottheiten zierten die Bühnenwand: Asklepios, Gott der Medizin, Hygieia, Göttin der Gesundheit, Minerva, Göttin der Weisheit und der Beredsamkeit, Apollo, Gott der Musik, Bacchus, Gott und Schutzpatron der Schauspieler, Venus, Göttin der Schönheit.

Wenn ihr also das Castello besucht, vergesst nicht auch das Lapidarium aufzusuchen und den Göttern einen kurzen Besuch abzustatten. Zu sehen ist auch ein Porträt des Sponsors des Theaters: Ritter Quintus Petronius Modestus, von dem zahlreiche Inschriften bestätigen, dass er erhebliche persönliche Mittel für die Arbeiten am Gebäude bereitgestellt hat.
Am Meer entlang
Kirche San Nicolò dei Greci
Triest zu besuchen ohne am Meer entlang zu bummeln ist unmöglich. Starten wir unseren Spaziergang an den Molen aber vorher noch ein bisschen landeinwärts. Hier in der Nähe an der Mole Audace, ganz in der Nähe der Piazza Unità, ist der Startpunkt der Hopp On-Hopp Off Tour. Vorher solltet ihr aber noch auf jeden Fall einen Besuch in der Kirche San Nicolò planen.

Ich war überwältigt vom prächtigen Inneren der Kirche. Gold, Silber, Fresken – man weiß gar nicht und wohin man schauen soll. Einfach grandios.

Die Kirche San Nicolò und der Heiligen Dreifaltigkeit oder San Nicolò die Greci wurde zwischen 1784 und 1787 erbaut. 1819-1820 wurde die Fassade der Kirche vom Architekten Matteo Pertsch im neoklassizistischen Stil neugestaltet.

Die griechische Gemeinde lässt sich in Triest bis 1714 zurückverfolgen. Anfangs nutzten beide Zweige – die griechisch-orthodoxe und die illyrisch (heute serbisch)-orthodoxe Gemeine dieselbe Kirche: Die Kirche der Heiligen Dreifaltigkeit und des Heiligen Spyridon am Canal Grande.
Doch die serbische Gemeinschaft wuchs immer stärker. Als Folge daraus wurden die Gottesdienste schließlich in serbischer Sprache abgehalten – und die griechische Gemeinde wollte ein eigenes Gotteshaus. So wurde 1782 nicht nur die ausschließlich griechisch-orthodoxe Gemeinde offiziell gegründet, sondern auch 1784 mit dem Bau der eigenen Kirche am Ufer des Alten Hafens begonnen.

1787 wurde die erste Messe in der noch unfertigen Kirche gefeiert, 1795 wurde die Außenfassade fertiggestellt und im selben Jahr fand die offizielle Einweihung der Kirche (geweiht dem Heiligen Nikolaus – dem Schutzpatron der Seeleute- und der Heiligen Dreifaltigkeit) statt.

Zwischen 1819 und 1820 gestaltete der Architekt Matteo Pertsch die Außenfassade im klassizistischen Stil mit zwei kleinen Glockentürmen um. Pertsch hatte bereits das Opernhaus Giuseppe Verdi, den Palazzo Carciotti und weitere Gebäude in Triest entworfen.
Das Innere
Den ersten Eindruck beim Betreten der Kirche wird von der reich vergoldeten und versilberten Ikonostase dominiert, die das Presbyterium von jenem Teil der Kirche trennt, die den Gläubigern vorbehalten bleiben. Sie ist mit zahlreichen Ikonen geschmückt, die zwischen 1839 und 1856 entstanden sind und folgende Darstellungen zeigen: den Heiligen Georg und den Heiligen Spyridon von Trimyton, den Heiligen Nikolaus von Myra, die Gottesmutter mit dem Kind, den thronenden Christus, die Heilige Dreifaltigkeit, den Heiligen Johannes den Täufer und die Heilige Katharina von Siena.

Darüber befinden sich 24 Goldfresken des griechischen Malers Giovanni Trigonis, die Szenen aus dem Leben Jesu darstellen. Weiters sind noch drei Gemälde zu sehen: Jesus im Garten Gethsemane, die Kreuzabnahme und Noli Me Tangere.

Das Bild an der Decke zeigt Jesus umgeben von Engeln – Christus in der Herrlichkeit – und stammt aus den Jahren 1821 – 1823.
Molo Audace
Der Kai liegt in der Nähe der Piazza dell’Unità d’Italia. 1754 über dem Wrack des spanischen Schiffes San Carlo gebaut, das 1739 an dieser Stelle gesunken war. Daher wurde er früher San Carlo genannt. Früher schmaler und kürzer war der Kai auch nur über eine Holzbrücke erreichbar und diente vornehmlich zur Be- und Entladung von Handelsschiffen.

Zweimal wurde er verlängert, einmal um 19 Meter im Jahre 1756 und 1860 um 132 Meter – dabei wurde die Mole auch mit dem Festland verbunden. 1922 erhielt der Kai seinen heutigen Namen zu Ehren des ersten italienischen Zerstörer Audace, der am 3. November 1918 an dieser Stelle anlegte und die Stadt Triest unter italienische Herrschaft brachte. Eine bronzene Windrose am Ende der Mole erinnert an dieses Ereignis.

Heute werden hier keine Schiffe mehr ent- oder beladen, sondern viele Besucher nutzen ihn um entlangzuspazieren, die Kreuzfahrtschiffe zu beobachten oder den Sonnenuntergang zu genießen.
Stazione marittima – Seehafen Triest
Bereits 1924 wurde von der faschistischen Regierung beschlossen auf schnellsten Wegen einen Passagierhafen in Triest zu errichten, der schließlich zwischen 1926 und 1930 von Umberto Nordino und Giacomo Zammattio entworfen und gebaut wurde. 1927 starb Zammattio, Nordio plante einiges um, indem er Stahlbeton nutzte. Nordio kümmerte sich um die Ästhetik jedes Details, sogar um Kronleuchter und Bodenbelag.

Das Gebäude am Molo die Bersaglieri nutzte das erste der beiden Lagerhäuser (41 und 42), die während der Herrschaft der Habsburger hauptsächlich zur Lagerung von italienischen Weinen genutzt wurden.

1933 würdigte die italienische Kunst- und Grafikzeitschrift „Emporium“ den Bau als eines der fünf Werke, die den Beginn der modernen Architektur in Italien markieren.
Molo della pescheria
Die Fischermole oder Fischmarktmole liegt direkt an der Uferpromenade (Riva Nazario Sauro) und verdankt ihren Namen dem ehemaligen zentralen Fischmarkt von 1913, der heute das städtische Meeresaquarium und das Salone degli Incanti beherbergt. Leider war es bei unserem Besuch in Triest geschlossen – aber allein die Architektur des Gebäudes beeindruckt. Ursprünglich war hier die Anlegestelle für Fischerboote neben dem alten Fischmarkt.

Das Fischmarktgebäude wurde 1913 nach einem Entwurf des Architekten Giorgio Polli gebaut. Der „Glockenturm“ links neben dem Gebäude war eigentlich ein Wasserturm, in dem sich ein erhöhtes Becken mit Meerwasser befand, das zu den Fischständen geleitet wurde. Der Fischmarkt bestand aus einer großen zentralen Halle mit den Ständen. Gegenüber dem Haupteingang zur Ausstellungshalle war die Halle für die Fischauktionen.

1933 wurde der Fischmarkt zum Meeresaquarium, wobei die Räume etliche Räume dafür adaptiert wurden. 25 Becken mit einem Fassungsvermögen von 200 bis 2.500 Litern sowie ein zentrales Becken mit 17.000 Litern wurde errichtet.

Wie schon erzählt, war das Gebäude bei unserem Besuch leider leer, da es renoviert wird. Man konnte nur von außen in die riesige Halle blicken.
Was gäbe es noch zu entdecken?
Wer bis jetzt weiter gelesen hat, weiß nun welche Highlights wir bei unserem ersten Besuch entdeckt haben, aber Triest bietet noch vieles mehr. Es gibt noch zahlreiche Cafés, die man unbedingt besuchen sollte – wir haben zwei davon aufgesucht. Meinen Bericht findet ihr hier und hier.

Natürlich kann man auch Modisches shoppen gehen oder es treibt einem in ein Haushaltswarengeschäft mit riesiger Auswahl – wie es mir passiert ist (Mehr darüber hier)
Dann wären noch zahlreiche Museen, von alter Kunst bis in die Moderne, die wir nicht besucht haben.

Auch eine Fahrt mit der alten Straßenbahn nach Opicina – und dort vielleicht zum Heurigen zu gehen – ist eine weitere Option. Bei unserem Besuch war die alte Dame leider außer Betrieb, aber wir sind einen Teil entlang ihrer Schienen gefahren und allein die Aussicht auf den Golf von Triest lohnt es, diese Reise zu machen.

Vielleicht geht sich auch noch ein Besuch in der Grotta Gianta, die ebenfalls in der Nähe ist aus. Oder ihr unternehmt einen Tagesausflug nach Grado oder Muggia. Wir haben letzteres gewählt und genaueres darüber findet ihr hier. Oder Schloss Duino oder ein Spaziergang am Rilke Weg.
Mit einem Wort: Es gibt noch sooo viel zu entdecken, gut dass man immer wieder kommen kann …

Hier noch einige Tipps zur Anreise und zu eurem Aufenthalt und all jene, die an Geschichte interessiert sind, finden danach auch noch eine kurze Zusammenfassung.
Anreise:
Ursprünglich hatte ich die Anreise mit dem Zug geplant. Die ÖBB fährt jeweils um 6:53 Uhr vom Wiener Hauptbahnhof ab und kommt um 13:31 Uhr in Trieste Centrale an. Zurück geht es jeweils um 14:22 Uhr, ebenfalls ohne Umsteigen direkt. Wer Sparschiene drei Monate im Voraus bucht, kann sich über Schnäppchenpreise um die 25 Euro freuen. (Stand Mitte 2026 – bitte checkt aber in jedem Fall die aktuellen Angebote der ÖBB, da sich hier immer einiges ändern kann: https://www.oebb.at/de/
Unterkunft:
Wenn man dann kaum 10 Minuten entfernt in einem kleinen Hotel übernachtet, das wiederum keine 10 Minuten von der Innenstadt entfernt ist, ist die Anreise per Bahn auf jeden Fall empfehlenswert. Mehr über das Hotel Italia findet ihr hier.
Das erste Herumschlendern
Frühzeitig wegzufahren (zumindest von Wien) lohnt also in jedem Fall, denn so kann man sich auch noch in Ruhe ein wenig umschauen. Wir sind auf jeden Fall durch die Altstadt geschlendert, haben James Joyce begrüßt und uns am Canal Grande (ja auch Triest hat einen) in einem typischen Touristenlokal eine Pizza gegönnt. Die Pizza war ausgezeichnet, der Aperol auch und ich habe es sehr genossen, endlich wieder am Meer zu sein.

Wie komme ich von A nach B?
Wer nicht zu Fuß gehen möchte (was auch z.B. im Falle von Miramare wirklich zu weit wäre) kann auf die gut ausgebauten Linienbusse der Stadt zurückgreifen – oder sich eine FVGCard besorgen
Tipp: FVG Card mit Hopp On – Hopp Off
Bei manchen Hotels – z.B. Hotel Italia – ist die Card im Zimmerpreis inkludiert. Es lohnt sich also nachzufragen. Mit dieser Karte sind nicht nur viele Eintritte zu Museum (oder auch ins Schloss Miramare) kostenlos oder verbilligt, sondern es inkludiert auch eine 24-Stunden Nutzung des HoppOn-HoppOff-Busses, der täglich mehrere Runden durch die Stadt fährt und den ich wärmsten für eine erste Informationsübersicht empfehle.
Geschichte
Die Gegend um Triest war anfangs von keltischen und illyrischen Stämmen bewohnt. Ab 177 v.Chr, erhielten die Römer bei ihren Feldzügen jedoch Hilfe von Bewohnern der Ortschaft Tergeste. 128 v.Chr. siedelten erstmals römische Bürger in dem Ort, nachdem vorher drei römische Militärlager in der Umgebung gegründet wurden. 104 v.Chr. erwähnte der Grieche Artemidor von Ephesos eine römische Ansiedlung auf dem heutigen Stadthügel San Giusto, in der zweiten Hälfte des 1. Jahrhunderts v.Chr. wurde im heutigen Vorort Barcola eine aufwändige fürstliche römische Villa errichtet, deren Kunstwerke, Statuen und Mosaike ihr heute im Lapidario Tergestino im Castello San Giusto bewundern könnt. Später entwickelte sich diese Umgebung zu einem römischen „Touristenort“ für Patrizier und Adelige und schon damals wurde Wein angebaut: So erwähnt bereits Plimius der Ältere die Reben des Pulcino – wahrscheinlich ein Vorgänger des beliebten Prosecco.

Tergeste, das wahrscheinlich „Markt“ bedeutete, entwickelt sich zu einer Grenzfestung gegen die Japyden, Mitte des 1. Jahrhunderts wird der Ort als römische Kolonie zu einem wichtigen Hafenort des Römischen Reiches, mit Handelsstraßen entlang der Adreia und über die Julischen Alpen.

Zur Zeit Trajans (98-117n.Chr.) hatte die Stadt bereits 12.000 Einwohner, eine Basilika und ein Theater.
Nach dem Untergang des Weströmischen Reiches 476, aber auch schon vorher, verließen die reichen Bürger ihre Villen und damit die Stadt. Ostgoten, Byzantiner und Langobarden wechselten einander in der Herrschaft ab. 774 wurde Triest ein Teil der Mark Friaul und gehörte damit zum Reich Karls des Großen. Lothar III. erteilte dem Bischof von Triest auch die weltliche Hoheit über die Stadt, die diese bis zur Eroberung durch Venedig 1203 behielten. Nun befand sich Triest im direkten Spannungsverhältnis zwischen Aquileia und Venedig.

Triest hatte keine eigene Armee und um ihre Unabhängigkeit zu wahren stellten sich die Bürger Triests im Jahr 1382 unter den Schutz Leopolds III. von Österreich, der Landesherr im benachbarten Herzogtum Krain war. Dabei blieb die Eigenständigkeit der Stadt unangetastet und die österreichischen Vorrechte bezogen sich nur auf die Ernennung eines militärischen Statthalters.

Triest blieb von 1382 bis 1918 habsburgisch-österreichisch, dennoch kam es immer wieder in der Stadt zu erbitterten Konflikten zwischen der kaiserlichen Partei, den Anhängern der Herren von Duino und den Venezianern, besonders in den Jahren 1467-1469 und das Protektorat entwickelt sich langsam zu einem wirklichen Besitzverhältnis – dem Österreichischen Künstenland – das lange Zeit nominell durch das Geschlecht der Grafen von Montenari vertreten wurde.

Unterbrochen wurde die österreichische Herrschaft wiederholt durch Besetzungen der Stadt durch Venedig (vorallem 1508/09) und die napoleonische Periode (1797, 1805-1806 und 1809-1913).
1719 erhob Karl VI. die Stadt zum Freihafen und begründete damit den Aufstieg der Stadt. Karls Tochter und Nachfolgerin Maria Theresia und auch ihr Sohn Joseph II. sorgten weiterhin für wirtschaftlichen Aufschwung, auch durch städtebauliche Entwicklungen wie das Borgo Teresiano oder das Borgo Giuseppino.

Triest war der einzige große Seehaften der österreichischen Habsburgermonarchie und hatte eine wichtige strategische Stellung inne, wobei allerdings Venedig immer wieder versuchte seine wirtschaftliche Entwicklung zu unterbinden. Erst als Venedig im Frieden von Campo Formio Österreich zugesprochen wurde, setzte mit dem Niedergang der Republik Venedig die Blütezeit Triests ein.
Kaffee, Zucker, Südfrüchte, Weine, Öle, Baumwolle, Eisen, Holz und Maschinen waren die Güter, die hier im Hafen umgeschlagen wurden.

Doch die Auseinandersetzungen hielten an: 1804 wurde Triest ein Teil des neuen Kaiserreiches Österreich, doch bereits 1809 wurde es den Illyrischen Provinzen zugeschlagen und blieb bis 1813 Franzhochverehrte Nachbarnch. Während dieser Zeit entstanden klassizistische Bauwerke wie die Triester Oper Teatro Verdi. 1813 wurde Triest von Österreich zurückerobert und nach dem Wiener Kongress 1815 in das neu geschaffene Königreich Illyrien eingegliedert.

Um 1830 herum war die Zeit der Erfindungen und Gründungen: im Juli 1829 fand die erste erfolgreiche Testfahrt mit einer Schiffsschraube durch deren Erfinder Josef Ressel statt. Versicherungsgesellschaften, Werften, Bankniederlassungen und Schifffahrtsunternehmen, wie die Assicurazioni Generali und der Österreichische Lloyd wurden gegründet.

1850 wurde Triest Sitz der kaiserlich-königlichen Zentralseebehörde und ab 1857 verband die Österreichische Südbahn Triest mit Wien. Ab 1867 mussten die alten Hafenanlagen ausgebaut werden, um den wachsenden Anforderungen gerecht zu werden. Linienschiffe brachen von hier aus in die Neue Welt auf, vor allem in die Vereinigten Staaten. Bis in die 1960er Jahre fuhren von hier aus Linienschiffe nach New York.

Der Nationalismus machte auch vor Triest nicht Halt. Im Revolutionsjahr 1848 fanden in der Lombardei und Venetien Aufstände gegen die Habsburger statt. Man forderten einen geeinten italienischen Nationalstaat (Bewegung des Risorgimento). Dabei wurde auch der Triester Hafen blockiert, doch die Stadt blieb Österreich treu und erhielt den Titel „Città Fedelissima – die allergetreueste Stadt.“

1849 wurde Triest und ihre unmittelbar angrenzende Umgebung zur Reichsunmittelbaren Stadt mit eigener Verfassung, Landtag und erhielt den Status eines Kronlandes, ebenso wie Görz und Gradisca und Istrien. 1852-1861 wurden die drei politischen Einheiten zum Kronland Österreichisches Küstenland zusammengefasst, 1861 wieder in drei eigenständige Kronländer aufgeteilt, die bis 1918 bestanden.

Die nationalistischen Bestrebungen wurden in Triest immer stärker. Triest war nun zum größten Teil von Italienern bewohnt, die die irredentistische Bewegung unterstützten und die Triest von Österreich-Ungarn loslösen und sich dem 1861 gegründeten Nationalstaat Italien anschließen wollten. Als Kaiser Franz Joseph I. im Jahr 1882 anlässlich der 500-jährigen Feier der habsburgischen Herrschaft über Triest die Stadt besuchte fanden nicht nur antiösterreichische Demonstrationen statt, sondern der Kaiser entging nur knapp einem Bombenattentat. Triest blieb einer der Konfliktherde des Reiches, das dieses auf die Stadt wegen des Handels und auch wegen ihrer Bedeutung für die Kriegsmarine nicht verzichten konnte. Dennoch war auch hier die Meinung in der Bevölkerung gespalten.

Der wirtschaftliche Aufschwung der Stadt ging jedoch weiter: die Umschlagmenge im Hafen stieg Jahr um Jahr, neue Lagerflächen wurden gebaut und mit dem neuen Südbahnhof, dem heutigen Trieste Centrale, kamen auch die ersten Touristen in die Stadt. Weitere Bahnverbindungen sorgten für eine bessere Logistik und der neue Hafen wurden 1898 weiter ausgebaut.

In dieser Phase der wirtschaftlichen Blüten wurden zahlreiche Prachtbauten geschaffen, die unte4r anderem von Architekten verwirklicht wurden, die in Wien bereits zahlreiche Ringstraßengebäude geplant hatten, wie Heinrich von Ferstel (Lloydpalast) oder Willhelm von Flattich (Südbahnhof). Die Stadt zog aber auch zahlreiche Künstler und Schriftsteller, wie James Joyce oder Italo Svevo an. Die Stadt mit ihrem kosmopolitischen Bevölkerungsgemenge aus Italienern, Slawen, Deutschen und anderen Völkern wurde zur literarischen Hauptstadt Mitteleuropas. Fast jeder Triestiner war mehrsprachig, Italienisch war aber die Hauptsprache der Verständigung.

Mit dem Ausbruch des Ersten Weltkrieges im August 1914 wurde diese Entwicklung schlagartig unterbrochen, viele Bewohner der Stadt übersiedelten noch vor der Kriegserklärung Italiens an Österreich-Ungarn ins Innere des Habsburgerreiches. Im Mai 1915 erklärte das bis dahin neutrale Italien als neues Mitglied der Triple Entente Österreich-Ungarn den Krieg, wobei die Kriegserklärung massive Protestkundgebungen gegen Italiener auslöste: Geschäfte und Kaffeehäuser italienischer Besitzer wurden geplündert, der Sitz der Lega nazionale zerstört. Auf Grund der nahen Front wurde Triest militarisiert, Luftabwehrstellungen errichtet, Schulen und Gebäude in Spitäler umfunktioniert.

Viele der in Triest lebenden italienischen Arbeiter kehrten in ihre Heimat zurück, diejenigen die blieben wurden zum Teil von den Behörden als Verdächtige in verschiedenen Lagern interniert. Triestiner mit italienischer Gesinnung desertierten aus dem Habsburger Heer und traten den italienischen Streitkräften bei, wobei sie von ihren Kollegen trotzdem mit Misstrauen beobachtet wurden.
Die Stadt wurde von den k.u.k.Militärbehörden genau überwacht. Erst 1917 verlagerte sich die Front an den weiter entfernten Piave, im Herbst 1918 wurde die Niederlage der Habsburger Monarchie immer deutlicher, die Doppelmonarchie begann sich aufzulösen: Im Oktober wurde der SHS-Staat gegründet, wobei nun Deutschösterreich von der Adria abgeschnitten wurde. Die Gründung der Adriarepublik Triest wurde gefordert, um den Anschluss an Italien zu verhindern.

Im Oktober 1918 wurde die Macht über die Stadt dem triestinischen Comitato di salute pubblica übergeben und Kaiser Karl I. befahl die k.u.k. Kriegsmarine dem südslawischen Staat zu übergeben. Da Triest auch nicht in den südslawischen Staat eingegliedert werden wollte, bat man die italienischen Marinebehörden in Venedig um Entsendung von Truppen. Allerdings war es dazu notwendig sich von den Südslawen eine ehemalige k.u.k.Korvette auszuborgen, um überhaupt nach Venedig gelangen zu können.

Anfang November 1918 landeten schließlich italienische Truppen am Molo San Carlo (heute Molo Audace) und nahmen die Stadt symbolisch für Italien in Besitz. Im Vertrag von Saint-Germain wurde Triest 1919 formell Italien zugesprochen.
Nun begann auch hier eine Phase der Italianisierung der nichtitalienischen Bevölkerung, die slowenische Minderheit wurde unterdrückt, slowenische Vereine und Versammlung wurden verboten, der Gebrauch der slowenischen Sprache wurde untersagt, slowenische Familiennamen wurden willkürlich und ohne Einverständnis der Betroffenen italianisiert. Viele Slowenen flohen in das benachbarte Königreich der Serben, Kroaten und Slowenen. Es kam zu Ausschreitungen, Triest wurde zum Zentrum der faschistischen Bewegung. Im Juli 1920 brannte das Gemeindezentrum der Slowenen als Vergeltung für den Tod zweier italienischer Soldaten, die bei Unruhen in Split von jugoslawischen Sicherheitskräften erschossen worden waren.

Die nunmehrige Randlage von Triest führte zu einer Verschlechterung der wirtschaftlichen Lage der Stadt, sie verlor an Bedeutung. Mit der Übernahme der Herrschaft durch Mussolini im Oktober 1922 verstärkte sich die Italianisierung der Slowenen weiter.
Im Zweiten Weltkrieg ist Italien zunächst mit Deutschland verbündet, doch nach der Landung alliierter Truppen in Süditalien und der italienischen Kapitulation im September 1943 wurde Norditalien von deutschen Truppen besetzt. Triest wurde mit Udine, Gorizia, Pula, Fiume und Laibach zur Operationszone Adriatischen Küstenland zusammengefasst. In Triest wurde in einem Vorort in der ehemaligen Reismühle Risiera di San Sabba das einzige nationalsozialistische Konzentrationslager auf italienischen Boden eingerichtet. Es diente hauptsächlich zur Inhaftierung von Geiseln, Partisanen und anderen politischen Gefangenen und als Sammellager für die Deportation von Juden. Allerdings gab es auch mobile Gaskammern und ein Krematorium wurde gebaut. 3000 bis 5000 Juden wurden hier durch Erschießen, Erschlagen oder in den Gaskammern von den deutschen SS-Mitgliedern, die das Lager führten, ermordet. 1945 sprengte die SS Teile des Lagers um ihre Spuren zu verwischen.

Titos Partisanen besetzten am Ende des Zweiten Weltkrieges die Stadt und beanspruchten sie, aufgrund der slowenischen Minderheit für Jugoslawien. Auf Druck der Alliierten verließen sie zwar die Stadt, aber es wurde weiter um den Besitz der Stadt gestritten.
Der Pariser Friedensvertrag 1947 legte schließlich Triest mit dem nordwestlichen Teil Istriens bis einschließlich Cittanova/Novigrad im Süden als Freies Territorium Triest als neutralen Staat fest, der unter der Oberhoheit der Vereinten Nationen stehen und durch einen Gouverneur vom Sicherheitsrat verwaltet werden sollte. Administrativ teilte man das Gebiet jedoch in zwei Zonen: Zone A mit Triest und ihrer nächsten Umgebung unter britisch-amerikanischer Militärverwaltung, Zone B mit dem Hinterland der Stadt und den Nordwesten Istriens unter jugoslawischer Militärverwaltung. Mit dem Londoner Abkommen zwischen Italien und Jugoslawien 1954 wurde das Provisorium zum Status quo: Triest und damit die Zone A wurde unter italienische Verwaltung gestellt, Zone B zu Jugoslawien. Mehr als 20.000 Triestiner verließen danach die Stadt und wanderten aus, die Mehrheit davon nach Australien. 1962 wurde Triest die Hauptstadt der Region Friaul-Julisch Venetien.

Bis Mitte der 1980er Jahre war die Stadt durch ihre Randlage wirtschaftlich weitgehend isoliert, doch mit dem Zerfall Jugoslawiens und dem Beitritt des nunmehr unabhängigen Sloweniens in die EU und in den Schengen-Raum verlor die Stadt ihre Randposition.
2011 hat sich die Bewegung „Trieste Libera/Svobodni Trst/Free Triest“ gegründet, die den Ausbau des Freihafens fordert und verlangt, dass Triest wieder von einem Gouverneur der Uno verwaltet werden soll.

Heute befindet sich die Stadt wieder mehr und mehr im Aufschwung, wenngleich eine Verschiebung von der Industrie und dem Handel zum Tourismus stattfindet. Anstatt großer Containerschiffe kann an im Hafen vermehrt riesige Kreuzfahrtschiffe beobachten, die ihre Tagestouristen in die Stadt entlassen. Auch hier formiert sich langsam Widerstand der Einheimischen.
Verschiedene Projekte der Stadterneuerung, wie die Umwandlung des Porto Vecchio sind am Laufen, treffen aber auch nicht immer auf den kompletten Zuspruch der Bewohner der Stadt.




