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Er revolutionierte die Honiggewinnung zum Wohle der Bienen und wurde von Kaiserin Maria Theresia beauftragt, sein Wissen weiterzugeben.

Honig war in früheren Zeiten, die einzige Möglichkeit Speisen zu süßen, die Süße der Zuckerrübe und die Herstellung von Zucker wurde erst viel später entdeckt. Doch Honig war nicht nur ein Süßungsmittel: schon früh war man sich seiner heilenden Wirkung bewusst und auch das Bienenwachs war von großer Bedeutung.

Mit unserem Guide beim Bienenhaus
Mit unserem Guide beim Bienenhaus

Daher waren nicht nur die Bären hinter dem süßen Erzeugnis her, sondern auch die Menschen. Über die Bienen, ihre „Community“ und ihr Leben wusste man allerdings wenig. Und es kümmerte eigentlich auch niemanden. Man nahm sich einfach, was man brauchte. Ob das Bienenvolk danach überlebte oder nicht, war eigentlich egal.

Unterschiedliche Motive zieren die Stirntafeln
Unterschiedliche Motive zieren die Stirntafel

Doch mit der Zeit wurde den früheren Imkern klar, dass sie Möglichkeiten finden mussten, an den beliebten Honig und das Wachs zu kommen, ohne das Bienenvolk zu vernichten oder zu sehr zu dezimieren. Einer dieser Pioniere war Anton Janša.

Anton Janša

Er begeisterte sich bereits in frühen Jahren, also schon in seiner Jugendzeit für die Imkerei und half seinen Vater bei den Bienenständen. Doch dann ging es zur Ausbildung zum Kupferstecher nach Wien, wo er 1766 die Akademie der bildenden Künste absolvierte.

Anton Janša im Wiener Augarten
Anton Janša im Wiener Augarten

Doch die Bienen ließen ihn nicht mehr los. Er gilt als der Erfinder des Krainer Bauernstocks, den er aus den in der Krain üblichen Horizontalbeuten entwickelte. Neu an diesen flachen Kästens war das abnehmbare Stirnbrett und auch das Bodenbrett konnte abgenommen werden. Damit war es nicht nur möglich das Bienenvolk genauer zu beobachten, ohne die Bienenwaben zu beschädigen und auch der Honig konnte dadurch mit weniger Verlusten am Volk gewonnen werden. Außerdem konnten die Kästen leicht transportiert werden und waren stapelbar, wenn sich auch die Enge der Kästen auf die Quantität der Honigproduktion nachteilig auswirkte.

Der Pfad zum Bienenhaus in Žirovnica
Der Pfad zum Bienenhaus in Žirovnica

Wahrscheinlich waren diese Einblicke auch verantwortlich für die weiteren Forschungen von Anton Janša: So konnte unter anderem nachweisen, dass die Bienenkönigen von mehreren Drohnen in der Luft befruchtet wird, verfasste erste Handlungsanweisungen über die Nachzucht von Königinnen und gab praktische Hinweise für die Behandlung von drohnenbrütigen Völkern. Auch die dazu notwendige Königinnenzucht wurde von ihm gelehrt.

Die wunderschön bemalten Stirnbretter
Die wunderschön bemalten Stirnbretter

Er untersuchte den Schwarmtrieb der Bienenvölker und konnte feststellen, dass der sogenannte Vorschwarm mit der alten Königin den Stock verlässt und schließlich erfand er auch noch eine Fangvorrichtung für entflohene Schwärme, den sogenannten Schwarmfängerstock. Bei seinen Beobachtungen konnte er auch feststellen, dass in jeder Brutwabe eine gewisse Ordnung bezüglich der Verteilung des Honigs, des Pollens und der Brut vorhanden ist.

Gedenktafeln beim Bienenstand
Gedenktafeln beim Bienenstand

Kein Wunder also, dass ihn Kaiserin Maria Theresia nach der Gründung einer Bienenschule 1769 als deren Direktor nach Wien berief. Im kaiserlichen Hofdekret vom 7.4.1770 wurde angeordnet, den in der Bienenzucht besonders erfahrenen Maler Janscha zum k.u.K.-Lehrer der Bienenzucht an die Theresianische Imkerschule in den Wiener Augarten zu bestellen.

Bemaltes Stirnbrett des Bienenstandes
Bemaltes Stirnbrett des Bienenstandes

Dort dozierte Janša über die Bienenzucht und hielt praktische Vorführungen vor Adeligen und Bürgern ab. Ob er als Maler vielleicht auch für die slowenische Tradition verantwortlich war, die abnehmbaren Stirnbretter zu bemalen?

Der Bienenstand von Janša in Brezina

In Brezina kann man heute noch das Bienenhaus des Imkermeisters bewundern. Sein Geburtshaus steht heute leider nicht mehr, aber der Bienenstand steht noch immer an derselben Stelle wie zu seinen Lebzeiten, wobei das ursprüngliche Gebäude 1965 rekonstruiert wurde und 2017 unter Verwendung traditioneller und natürlicher Materialien, die sowohl bienen- als auch besucherfreundlich sind, vollständig renoviert wurde.

Blick zum Bienenstand
Blick zum Bienenstand

Das Strohdach und die naturbelassenen, verdichteten Lehmböden im Inneren zeigen dem Besucher die frühere Ausstattung.
Unbedingt solltet ihr aber Zeit darauf verwenden, um euch die Bemalung der Stirnbretter anzuschauen. Sie zeigen religiöse Motive, historische Szenen oder Geschichten aus dem ländlichen Alltag und sind einen Blick mehr durchaus wert.

Die bemalten Stirnbretter
Die bemalten Stirnbretter

Der Bienenstand ist ganzjährig frei zugänglich und liegt in der Nähe des Kultursaals von Breznica, 4274 Žirovnica, Breznica 6a.
Wer allerdings mehr über die Bienen, ihren Honig oder die Imkerkultur in Slowenien wissen möchte, kann auch eine geführte Tour mit Verkostung buchen.

Bemaltes Stirnbrett
Bemaltes Stirnbrett

Tipp: In Radovljica befindet sich im Schloss der Stadt ein sehr interessantes Bienenmuseum, das die Besucher ebenfalls in die Welt des Anton Janša und der Bienen entführt.
Weitere Informationen bekommt ihr im
Institut für Tourismus und Kultur Žirovnica
4274 Žirovnica, Žirovnica 14
Tel: +386 4 580 15 03
Email: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein.
www.visitzirovnica.si 

Der Besuch erfolgte im Rahmen einer Pressereise auf Einladung des Slowenischen Tourismusbüros Wien

Sehenswertes in der Nähe:

Zu Besuch bei France Prešeren

Škofja Loka

Škofja Loka und das Passionsspiel

Radovljica (Radmannsdorf) 

Bled 

Begunje na Gorenjskem 

Essen, Trinken, Übernachten:

Škofja Loka - Pr’ Pepet

Radovljica – Hotel und Restaurant Hiša Linhart

Žirovnica - Hotel Trivrh

Žirovnica - Restaurant & Lounge Bar Manu

Feines zum Probieren und Mitnehmen:

Radolška Čokolada

Krainer Wurst

Die Bleder Cremeschnitte

Ein Herz, ein Spiegel und Kindheitserinnerungen …

 

 


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